Eigentlich müssten zu Pfingsten allerorts die Gottesdienste gut gefüllt sein. Schließlich feiern die Christen den Geburtstag ihrer Kirche und damit eines der drei Hauptfeste des Kirchenjahres. Doch anders als beim Fest der Geburt Jesu am Heiligen Abend tun sich mit dem Geburtstagsfest der Kirche viele Menschen schwer.

Hätte es das erste Pfingsten nicht gegeben, wäre Jesus längst vergessen. Damals wurde aus einer kleinen Schar von einfachen und zurückhaltenden Männern eine sendungsbewusste Gruppe von Aposteln, inspiriert vom Heiligen Geist und dadurch befähigt, den Menschen unterschiedlicher Sprachen von den großen Taten Gottes zu berichten. Damit war der Anfang der Kirche gesetzt. Der alttestamentliche Bund Gottes mit seinem Volk wurde nun zu einem neuen Bund erweitert, in den alle Völker der Menschheit eingeschlossen wurden.

Müsste man es nicht einfach erklären können, wofür Pfingsten steht - mit den Möglichkeiten, die unser Verstand bietet, mit klugen Worten menschlicher Weisheit? Wenn das so leicht wäre, müsste doch jeder Mensch mit dem Sinn des Pfingstfestes etwas anfangen können.

Zur Zeit des Paulus war es nicht anders als heute:  Es machte Mühe zu vermitteln, dass der am Kreuz Hingerichtete der von Gott Verheißene sein soll, durch den die Welt das Heil erhält.  Eine Antwort der Vernunft gibt es auf diese Frage nicht. Mit allen Kenntnissen und Weisheiten erschließt sich das Geheimnis des Glaubens an Jesus Christus nicht. Es ist nur der Heilige Geist selbst, der einen  hier auf den Weg bringen kann. Und dazu wendet er sich nicht an den Verstand, sondern an den Sinn und das Herz.

Immer wieder geschieht es, dass  Mitmenschen uns nach unserem Glauben fragen. Schnell kann es dann dazu kommen, dass wir sie mit gelerntem Wissen abspeisen und ihnen dadurch die Tiefe unseres Glaubens vorenthalten. Dabei sind wir doch durch die Taufe mit dem Heiligen Geist beschenkt, haben ihn als Lehrmeister und Tröster in unserer Mitte. Nicht aus eigenem Wollen, sondern dank des Heiligen Geistes können wir den Glauben an Christus weitergeben. Am Anfang sind einfache Worte nötig um sich verständlich zu machen. Was geschrieben steht, erschließt sich je länger desto mehr dank des Heiligen Geistes. Die Frage nach Gott im Zusammenhang eines komplizierten, oft auch schmerzhaft anmutenden Lebens gehört zu den Fragen, die auf diesem Weg Antworten bekommen. Wie sollte dies ohne den Heiligen Geist möglich sein?

Menschliche Weisheit kommt an ihre Grenzen, die nur der Heilige Geist überwindet. Gottes Geist macht unseren Glauben sprachfähig, so dass ihn auch Fremde verstehen. Die Liebe Gottes empfindet und versteht letztlich nur derjenige, der das Geschenk der Taufe und des Heiligen Geistes empfangen hat, weil ihm dadurch die Sprache des Glaubens zugänglich wird.

Die Sprache der Vernunft beschränkt sich auf unseren Verstand und letztlich auf Worte. Erst die vom Heiligen Geist gelehrte  Sprache des Glaubens erschließt unseren staunenden Augen neue Dimensionen über das wirkmächtige Wunder der Liebe Gottes in unserem Leben und in dieser Welt.