Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin

Die ehemalige Dominikanerkirche erhebt sich auf einer leichten Anhöhe nahe dem Ufer des Ruppiner Sees. Sie ist von einer mit Bäumen umpflanzten Grünfläche umgeben, die daran erinnert, dass 1841 nach erhaltenen Plänen des Potsdamer Gartenbaudirektors Peter Joseph Lenné (1789-1866) eine parkähnliche Anlage geschaffen werden sollte, die zwar begonnen, jedoch nicht vollendet wurde.

Die Klosterkirche gehörte ursprünglich zu einem Dominikanerkloster, dem ältesten uns bekannten in der Mark Brandenburg, das etwa 1230 durch Gebhard von Arnstein, Graf von Lindow und Herr von Ruppin, gegründet wurde. Sie ist eine der ältesten Backsteinhallen in der Mark.

Es wurde der Ruppiner Mönchskonvent bereits 1246 unter seinem 1. Prior, Wichmann von Arnstein, dem jüngeren Bruder des regierenden Grafen, offiziell bestätigt.

    Die Mönche dienten der gräflichen Herrschaft als Lehrer und Erzieher, als Prediger und Beichtvater, und der auch bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaute Chor dieser Kirche als Begräbnis-stätte des Grafengeschlechts.

    An den Chor wurde um 1280 bis 1290 die gotische Hallenkirche angebaut. Sie ist der älteste Saalbau im mitteldeutschen Raum mit einer Deckenhöhe von fast durchgehend etwa 13 m im Hauptschiff und in den schmalen Seitenschiffen. Die gesamte innere Länge der Kirche beträgt 62,5 m, wovon der ungewöhnlich lange Chorraum mit 30,5 m fast die Hälfte der Gesamtlänge einnimmt. Gesichert ist, dass die Kirche 1300 fertig stand, etwa so, wie wir sie kennen, natürlich ohne die gewaltigen Türme.

        In Neuruppin rufen jetzt drei Gussstahlglocken zum Gottesdienst. Es ist bekannt, dass eine große Glocke 1488 zersprang und eine zweite, angefertigt von dem berühmten niederländischen Glockengießer Gerhard de Wou (um 1440-1527), auch bald Schäden aufwies und sie unbenutzbar machten.

            Im Jahre 1465 zerstörte ein Brand das Kloster mit allen seinen Gebäuden. Der Wiederaufbau war 1488 beendet. Durch die eingeführte Reformation in der Mark Brandenburg wurde auch in Neuruppin das Klosterleben beendet. Die Klostergebäude wurden noch 1611 als Krankenhaus für Pestkranke genutzt und verfielen späterhin.

                Auf Anordnung des Königs Friedrich Wilhelm III. wurde die Neuruppiner Klosterkirche in den Jahren 1836 - 1841 gründlich wiederhergestellt. Die Bauarbeiten leitete Karl Friedrich Schinkel, der in Neuruppin als Sohn des Pfarrers und späteren Superintendenten Schinkel geboren war.

                Die Orgel der Klosterkirche

                Die Orgel in der Klosterkirche Neuruppin wurde in den Jahren 1983/84 von der Orgelbauwerkstatt Sauer (Frankfurt/Oder) gebaut und am 12. April 1984 geweiht. Einen Eindruck vom Klang der Orgel erhalten Sie hier.

                Jede Orgel ist ein Einzelstück. Jede Orgel wird für ihren Verwendungszweck, ihren Einbauort und gemäß den Erfordernissen und dem Geschmack der Zeit entworfen. Unsere Orgel folgt in ihrer klanglichen Gestalt dem Klangvorbild des Barock. Mit ihren 24 klingenden Stimmen (Registern), die von 2 Manualen und Pedal aus spielbar sind, lässt sich also barocke Orgelmusik, wie z.B. die von Bach besonders gut darstellen. Im Zuge der geplanten Sanierung soll das Instrument um ein drittes Manualwerk mit 10 Registern und vielfältigen Spielmöglichkeiten erweitert werden, mit denen auch Musik der Romantik, der Moderne und Zeitgenössisches adäquat und authentisch dargestellt werden kann.

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                Die größte der über 1600 Pfeifen ist fast 5 Meter lang und die kleinste misst nicht viel mehr als einen Zentimeter (was den klangerzeugenden Teil betrifft)!

                Die Übertragung der Tastenbewegung zu den Ventilen, die die Luft zu den Pfeifen freigeben, erfolgt auf mechanischem Wege mit Hilfe von schmalen Holzleisten, Wellen und Winkeln. Das ermöglicht dem Organisten einen besonders engen Kontakt zu den Ventilen, erfordert aber auch Einiges an Fingerkraft.

                Die Stimmen des Haupt- und Brustwerkes lassen sich mittels Tremulanten in Schwebung versetzen. Die Pfeifen des Brustwerkes stehen in einem Schwellkasten, dessen Öffnung mit einer per Fuß-Tritt bedienbaren Plexiglas-Jalousie verschließbar ist. Die Register der Manualwerke lassen sich zusammenkoppeln. Ebenso sind die Manuale einzeln an das Pedal koppelbar.

                Offene Kirche - Besichtigung

                Öffnungszeiten

                In der Zeit vom 30.11. - 02.12.2018 ist die Klosterkirche noch von 12.00 - 16.00 Uhr für Besucher geöffnet.

                Ab dem 03.12.2018 bleibt die Klosterkirche außer zu den Gottesdiensten und Veranstaltungen über die Wintermonate geschlossen.

                Führungen sind auf Anfrage möglich. Anmeldungen hierfür bitte im Gemeindebüro unter der Nummer 03391 2597.

                Storbecker Kirche

                Storbeck wurde ab 1691 durch Schweizer Familien neu besiedelt. Die Schweizer wie die Brandenburger waren reformierten Glaubens. Die Ansiedlung wurde vom Staat stark gefördert. Für den Bau von Gotteshäusern in den Kolonisten Dörfern reichte das Geld meist nicht mehr.

                Der Schweizer Prediger Herkules Delliker aus Lindow nutzte seine guten Kontakte zur alten Heimat, um sich für eine gesamteidgenössische Kollekte einzusetzen. Aus deren Erlös sollte die Finanzierung der Schweizer Kirchen in Brandenburg bestritten werden. In Storbeck war 1700 Baubeginn der Kirche. Sie wurde als barocker Fachwerkbau mit zwölfeckigem Grundriss ausgeführt. Fehlende Gelder führten dazu, dass sie erst 1707 geweiht werden konnte, und dass Abstriche an der Bauqualität gemacht wurden.

                Schon 1736 wurde der 19 Meter hohe Turm erstmals mit Brettern verkleidet, 1752 erhielt die Turmkuppel ein neue Deckung, 1794 erfolgte eine Hauptreparatur des Ganzen Gebäudes. Im 19. Jahrhundert. Drohte der kleinen Kirche das Schicksal, nach der Bestandsaufnahmen von weiteren Schäden ihren Turm zu verlieren. Ein Neubau wurde verworfen. „Ein Dorf ohne Turm ist kein Dorf“ stand für die Bauern fest. Nach Einlenken des Kreisbaumeisters wurde der Turm repariert, dabei um gut 2 m gekürzt und mit einem viereckigen Pyramidendach gedeckt.

                1892 erhielt das Gotteshaus eine HOLLENBACH-Orgel, 1921 wurde das Innere durch den Berliner Kirchenmaler SANDFORT farbig gestaltet und 1926 die Sakristei an der Ostseite neu gebaut. Altar, Kanzel und Gestühl sind aus der Entstehungszeit erhalten. Die Storbecker Kirche ist neben dem Gotteshaus in Linow noch das einzige bauliche Zeugnis der Schweizerkirchen im Ruppiner Land, und als solches im hohen Maße schützenwert.

                Auch nach der Wende hatte die Storbecker Kirchengemeinde mit großen baulichen Problemen in ihrer Dorfkirche zu kämpfen. Der Tiefpunkt wurde 1996 mit der baupolizeilichen Schließung wegen gravierenden Schäden erreicht. Der Ortsgemeindekirchenrat beschritt mit ihrem damaligen, sehr engagierten Pfarrer Helmut Gröpler, ungewöhnliche Wege auf der Suche nach finanziellen Mitteln für die Restaurierung. Neben der Bereitstellung von Fördermitteln flossen auch Spendengelder in beträchtlicher Höhe.

                Die Storbecker selbst haben 7000 Mark für ihre Kirche gesammelt. Der Schweizer Gesandte in Berlin, Dr. Paul Widmer, erklärte sich 1997 bereit, Schweizer Firmen um finanzielle Unterstützung zu bitten – und das mit Erfolg. 50 000 Mark kamen bei dieser Aktion zusammen. So konnten die dringend notwendige Turmreparatur, die Erneuerung von Dach und den Wänden mit ihren Ständern und Schwellen, einschließlich Einbau neuer Fenster, durchgeführt werden. Am Reformationstag 1999 wurde die komplett restaurierte Kirche erneut geweiht. Seit Sommer 2000 erfreut auch die restaurierte Hollenbach – Orgel seine Hörer mit neuem Klang.

                Das 2010 durch Blitzschlag zerstörte Uhrwerk im Kirchturm wurde im Jahr 2013 mit Hilfe der Spenden vieler Storbecker repariert.

                Textliche Zusammenstellung und Foto: Martin Birke
                Quelle: OPR-Jahrbuch 2009, Schweizerkirchen im Rupiner Land, Peter Schmidt

                Bechliner Kirche

                Der frühgotische Feldsteinbau wurde Mitte des 13. Jh. als Wehrkirche errichtet. Das erklärt auch die schmalen, hoch eingemauerten Fenster und die bis zu zwei Meter dicken Mauern. Der ursprünglich über die Schiffshöhe hinausgehende massive Westturm wurde wohl 1638 beschädigt und im 18. Jh. durch den bretterverschalten Aufsatz mit Zeltdach ersetzt.

                Der hohe Innenraum wird durch eine barocke Flachdecke mit Stuckprofilen bedeckt. Der Wandputz ist in größeren Bereichen möglicherweise noch mittelalterlich. Im Osten bildet der prächtige hölzerne Kanzelaltar von 1713 den Abschluss. Er ist ein Zeugnis barocker Schnitzplastik im Ruppiner Land. Die geschwungene Kanzel wird von Säulenpaaren flankiert und von einem Giebel mit den Figuren der vier Evangelisten und der Strahlenglorie bekrönt. Ein besonderes Detail am Altar ist die Sanduhr von 1725.

                Taufe, Pfarr- und Patronatsgestühl, Gemeindegestühl und Westempore stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jh.. Die neogotische Orgel wurde 1857 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock gebaut und 1957 renoviert. Zum weiteren Inventar gehören drei prächtige neobarocke Messing-Kronleuchter mit Kerzenbeleuchtung, Ölgemälde mit den Bildnissen der Pastoren Johann Christoph Seger (1724 – 73) und Johannes Sarnemann (1582 – 1621) und die „Freiheitskrone“ aus Zinn, nach 1815 gestiftet zur Erinnerung an die Befreiungskriege.

                Auf Grund ihrer stattlichen Größe und sorgfältigen Feldsteinmauerung zählt die Bechliner Kirche zu den bemerkenswertesten mittelalterlichen Dorfkirchen des Ruppiner Landes. Sie ist ein im Äußeren weitgehend unverändert bewahrtes Zeugnis früh-gotischer Baukunst. Mit ihrer Ausstattung dokumentiert sie mehrere Jahrhunderte religiösen Lebens und künstlerischen Schaffens.

                Textliche Zusammenstellung und Fotos (Kirche): Martin Birke (Quelle: Denkmale in Brandenburg, Märkische Allgemeine/Ruppiner Tageblatt - 12.02. u. 29.09.08)

                Krangener Kirche

                Die einschiffige Saalkirche wurde 1837 im Stil des Klassizismus unter der Leitung von Christian Ludwig Jacoby nach Zeichnungen von Bauinspektor Hermann erbaut. Sie steht, umgeben vom Friedhof, auf dem weiten Anger und ist prägend für das Ortsbild.

                Das Gebäude ist ein bemerkenswertes Beispiel der Schinkel-Schule. Nach Schinkel sollten Kirchen keine dunklen Andachtsräume, sondern helle Festsäle sein. So ist auch diese Kirche als ein breiter Saal mit hohen Rundbogenfenstern in Anlehnung an den Vorschlägen des Baumeisters für dörfliche "Normalkirchen" erbaut worden. Auf den Bau eines Kirchturms wurde damals wegen Geldmangel verzichtet. Eine Schwesterkirche des Krangener Gotteshauses steht in Wuthenow.

                Der Kirchsaal wird nach oben von einer flachen Holzbalkendecke, nach Westen von einem Vorraum und nach Osten hinter der Altarwand von einem kleinen Gemeinderaum begrenzt. Die Inneneinrichtung ist nahezu unverändert erhalten. Der hölzerne, farbig gehaltene Kanzelaltar und die Emporen an den Langseiten stammen aus der Zeit der Erbauung. Auch der Altarkruzifix und das Leuchterpaar sind Werke einer Berliner Eisengießerei aus dieser Zeit.

                Gegenüber vom Altar befindet sich ein Neurenaissance-Orgelprospekt von 1836/37. Die Orgel von ALBERT HOLLENBACH ist nicht mehr bespielbar.

                Text (Quelle: Denkmale in Brandenburg): Martin Birke, Fotos: Volkward Busat, Martin Birke

                Wulkower Kirche

                Die Kirche, erste schriftliche Erwähnung 1541, steht im Zentrum des Dorfes. Der spätgotische Bau ist eine Saalkirche mit hohem westlichem Dachturm. Der oft wiederhergestellte quadratische geschieferte Turm mit hohem achteckigem Spitzhelm wächst am Westende der Kirche aus dem Kirchendach. Die Wände der Kirche sind Mischmauerwerk, bestehend aus gespaltenen Feldsteinen und Ziegelbruchstücken. Die vier Gebäudeecken sowie Laibungen und der Ziergiebel der Ostseite sind in Backstein.

                Der Ostgiebel ist im oberen Teil als Ziergiebel mit gestaffelten Rundbogenblenden zwischen schmalen, kantigen Pfeilern, die über die Dachlinie hinausschießen, ausgeführt. Im unteren Teil des Giebels sind zwei kleine Rundbogenfenster (18. Jh., einfache Bleiverglasung) und eine kleine verputzte Nische eingearbeitet. Der Altar von 1709 besteht aus einer einfachen Mensa aus Backstein.

                Die barocke hölzerne Altarwand, 1961 restauriert, ist dreiteilig angelegt. Im Mittelteil befindet sich der polygonale, geschwungene Kanzelkorb. Dieser ist mit reichhaltigem Akanthusschmuck versehen. Über der Kanzel befindet sich ein verzierter Baldachin, darunter hängend, ein sich drehender vergoldeter Engel.

                Auf der Westempore ist eine modern-gotisch, aus dem 19. Jh. stammende Orgel aufgestellt. Die Orgel hat ein Manual und verfügt noch über einen Blasebalg mit Fußantrieb. Dieser ist durch ein elektrisch betriebenes Gebläse ersetzt.

                Am Ostende der Nordwand befindet sich eine kleine Priesterpforte, Eingang zur Sakristei. Eine gleichartige Tür am Ostende der Südwand wurde im Zusammenhang mit dem neogotischen Gruftanbau für die Familie v. Schenkendorf im Kircheninneren vermauert. 1850 erhält dieser Anbau eine Schaufassade in Backsteinbau. Im Bogenfeld des Portals oberhalb des Türsturzes ist ein Relief des segnenden Christus eingearbeitet. Unterhalb des Reliefs, in Stein gemeißelt, ist zu lesen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt der wird leben ob er gleich stürbe. Joh. 11,95“. 1952 wird der Gruftanbau zur Leichenhalle umgestaltet.

                Das neugotische Westportal (Mitte des 19. Jh.) ist vorgesetzt und in Backsteinbau ausgeführt. Die Emporen (um 1709) umziehen drei Seiten und laufen ostwärts gegen die großartige Kanzelwand. An den Brüstungen der Empore der Nord- und Südseite sind je sechs und an der Westseite zwei Tafelbilder mit Darstellungen aus Genesis (Südseite) und aus dem Leben Christi (Nordseite) zu sehen. Die Taufe (um 1709), 1961 restauriert, besteht aus Holz, sechseckig über Mittelstütze mit einer Taufschale (1678), spätgotisch, aus Messing. Das Patronats- und Gemeindegestühl (18. Jh.), in lichtgrauer Farbgestaltung, ist vollständig erhalten. Mit dem gut erhaltenen spätgotischen Baubestand und der vielfältigen, in großer Geschlossenheit bewahrten Ausstattung, ist die Wulkower Kirche eine der bemerkenswerten Ruppiner Landkirchen.

                Zusammengestellt und Fotos: Volkward Busat, Quellen: Kunstdenkmäler Brandenburg, Denkmale in Brandenburg, Landkreis OPR, Bd. 13.1

                Molchower Glockenturm

                Im Zentrum des Runddorfes befindet sich ein mit Rasen bedeckter und alten Bäumen bestandener Dorfplatz. In dessen Mitte erhebt sich ein freistehender Glockenturm, der dem Dorfzentrum als Blickfang dient. Molchow war seit dem Mittelalter wechselnd Alt Ruppin bzw. Krangen eingekircht und besaß kein eigenes Kirchengebäude. Der Glockenturm wurde 1692 als bretterverschalter Fachwerkturm mit quadratischem Feldsteinsockel und zeltartigem Strohdach errichtet. Die Glocke von 1522 stammt aus dem im 16. Jh. wüst gewordenen Eggersdorf.

                Text (Quelle: Denkmale in Brandenburg): Martin Birke

                Wuthenower Kirche

                Die Wuthenower Pfarre gehört zu den ältesten Ruppins. Der Visitationsbericht von 1541 nennt die Kirche als Mutterkirche von Neuruppin. Später wurde sie ihrerseits Tochterkirche Neuruppins und von den dortigen Kaplanen kuriert. Patronatsrecht hatte die Landesherrschaft bzw. das Amt Alt Ruppin. Das Gotteshaus prägt durch seine erhöhte Lage das Ortsbild. Es folgte 1836/37 drei Vorgängerbauten aus dem 13., 16. und 18. Jhd.. Der letzte wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

                Die neue Kirche wurde unter der Leitung von Baukondukteur CHRISTIAN LUDWIG JAKOBI in Anlehnung an die von Schinkel entworfene „Normalkirche“ gebaut. Da es an Geld mangelte, sollte die neue Kirche ohne Turm errichtet werden wie auch die im gleichen Stil erbaute Kirche von Krangen. Durch den Einsatz des Landrats von Ziethen bei Bischof Neander wurde schließlich von der Regierung das Geld für den Turm bewilligt.

                Der verputzte Ziegelbau mit Satteldach wurde im klassizistischen Rundbogenstil mit kräftig abgestuftem Gesimse ausgeführt. Westlich steht ihm ein Querbau mit Satteldach vor, darauf in der Mitte der kurze Turm mit Pyramidendach.

                Der Raumeindruck des Kircheninneren, geteilt in Vorhalle und rechteckigem Saal, wird bestimmt von der dreiseitig umlaufenden Empore, dem schlichten Gestühl und dem Kanzelaltar vor der Ostwand. Alles im ursprünglichen Zustand erhalten. Der helle Kirchenraum mit seiner Anordnung von Altar, Taufe und Kanzel entspricht dem Verständnis Schinkels, wonach Predigt, Liturgie und Sakrament gleichgewichtig sind.

                Zur Ausstattung gehören auch drei Ölgemälde. Besonders erwähnenswert ist das von Heinrich Krüger 1694 auf Leinwand gemalte „Prospectus Ruppinensis ac Wuthenowiensis“. Es zeigt die Fahrt des Neuruppiner Pfarrers und Küsters in Begleitung Christi über den See nach Wuthenow. Bemerkenswert als eine der ältesten erhaltenen Neuruppiner Stadtansichten, restauriert 1934 von Walter Kuphal.

                Links im Altarraum befindet sich das Gemälde „Christus mit der Weltkugel“ aus der zweiten Hälfte des 17. Jh., 1857 restauriert. Auf der gegenüberliegenden Seite hängt das Bildnis Martin Luthers von C. Wernicke, gemalt 1837. Auf der Empore befindet sich die 1857 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock gebaute Orgel. Die Prospektpfeifen wurden im ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Ein neuer Prospekt wurde 1921 von Orgelbaumeister Hoffmann, Neuruppin, eingebaut. 1956 erfolgten umfangreiche Baumaßnahmen zur Anpassung an die Bedürfnisse der Gemeinde. Unter der Orgelempore wurde ein Teil des Kirchenschiffs als beheizbarer Gemeinderaum abgeteilt. Im nördlichen Emporenaufgang entstand ein Zimmer für Unterrichtszwecke.

                Die Wuthenower Kirche gehört zu den qualitätsvollsten, noch zu Lebzeiten Schinkels entstandenen klassizistischen Dorfkirchen der Mark Brandenburg. Sie ist durch ihre erhöhte Lage von großer Fernwirkung. Sie war Anlass, bei der Neugestaltung des Neuruppiner Klosterkirchplatzes Anfang des 20. Jh., die Stadtmauer für Blickachsen zu öffnen.

                Erfahren Sie hier mehr über die Gemeinde Wuthenow und die Schinkelkirche

                www.kirche-wuthenow.de

                Textliche Zusammenstellung: Martin Birke (Quellen: Denkmale in Brandenburg/Stadt Neuruppin, Homepage: www.kirche-wuthenow.de)

                Treskower Kirche

                Seit jeher wird sie von den Treskowern und auch in den Unterlagen das „Kirchlein“ genannt. Und das ist sie auch. Versteckt steht sie am Ende des alten Friedhofs südlich der Erich-Dieckhoff-Straße. Das Dorf ist schon seit 1395 in die Stadt Neuruppin eingekircht. Gottesdienste fanden u. a. im Gutshaus statt. Nach der Zwangsversteigerung des Gutes wurde das 3800 Morgen große Gelände 1932/33 zu einer Siedlergemeinde mit 70 Neubauerngehöften aufgebaut. Die Siedlerfamilien stammten aus der Mark Brandenburg, aber auch aus Mecklenburg, Thüringen, Westfalen und Württemberg und gehörten mehrheitlich der evangelischen Konfession an. Die Nachfrage nach einem eigenen Gotteshaus war groß.

                Nachdem die finanziellen Mittel vom Neuruppiner Kirchengemeinderat freigegeben waren, konnte im Herbst 1934 mit dem Bau begonnen werden. 

                Auch ein neuer Friedhof mit kleiner Leichenhalle wurde westlich der Chaussee in der Keglitz angelegt. Nach Entwürfen von Architekt LÖSER wurde die Kirche unter Leitung von Baumeister MUSCHE als einschiffiger Putzbau mit Spitzbogenfenstern errichtet. Ein breites Spitzbogenportal mit Klinkereinfassung und einzelne, in die Wand eingelassene Feldsteinfelder bestimmen die äußere Fassade. Die Gemeinde stiftete die bronzene Kirchenglocke. Sie konnte aber nicht im hölzernen Dachreiter über dem First der Kirche aufgehängt werden, weil durch ein Versehen des Architekten der Glockenstuhl im Turm zu leicht gebaut war. So wurde neben der Kirche ein hölzerner, freistehender Glockenträger errichtet. Am 29.September 1935 wurde das neue Gotteshaus von Pfarrer BITTKAU geweiht.

                Das tonnengewölbte Innere ist für 200 Besucher ausgelegt und besticht durch seine schlichte Ausstattung. Bemerkenswert ist das fast in Lebensgröße gehaltene Ölgemälde „Christus erscheint einer Landfrau“, gemalt und gestiftet von Kunstmaler WILLY ZIRGES aus Berlin. Nach dem Krieg fungierte die Kirche 3 Jahre als Schule für 150 Kinder. 1950 wurde die Empore durch Einsetzen großer Glasfenster so umgebaut, dass sie als zusätzlicher Gemeinderaum genutzt werden konnte. In den sechziger Jahren fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Dabei wurden auch der Altar mit Kreuz und Leuchtern und das Taufbecken erneuert.

                Frau GISELA HEYNER-ZEHNER übernahm die Neugestaltung des Chorfensters mit farbiger Bleiverglasung. Als Motiv wählte sie AGNUS DEI, das Lamm Gottes. Mit den Reparaturarbeiten am Dach konnte nun auch die Kirchenglocke im Dachreiter aufgehängt werden. Zum 50. Jubiläum 1985 wurden unter großem Einsatz vieler Gemeindemitglieder weitere Reparatur- und Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Die Kirche ist ein seltenes und weitgehend unverändert erhaltenes Beispiel des Kirchenbaus der dreißiger Jahre in der Region.

                Textliche Zusammenstellung und Foto: Martin Birke (Quelle: Denkmale in Brandenburg, Stadt Neuruppin, Dokumentensammlung der Treskower Gemeinde)

                Alt Ruppiner Nikolaikirche

                Die Kirche ist ein Backsteinbau und besteht aus einem im Osten gerade geschlossenen Schiff und einem gleich breiten Turm im Westen. Auf der Südseite befindet sich eine einstöckige Vorhalle (heute mit einem Sanitärtrakt ausgestattet) und an der Nordseite die Sakristei.

                Der Kirchenbau ist kein einheitliches Werk. Der Ostteil stammt aus dem 13. Jh.. Der Westteil der Kirche bestand aus Fachwerk und war Ende des 16. Jahrhunderts baufällig.

                Der Neubau der Kirche, Anfang des 17. Jh., geschah in Backsteintechnik unter Verwendung von einzelnen Feldsteinen, die beim Betrachter den Eindruck einer aufgelockerten Fassade hinterlassen. Das Rundbogengewölbe wurde beseitigt und eine gerade Balkendecke eingezogen. 1846 erhielt der Turm mit drei Giebeln und drei Turmspitzen seine jetzige Gestalt. Die Emporenanlage stammt aus der Barockzeit. Der Kanzelaltar von 1712 ist ein Werk der Barockkunst in ansprechender Architektur.

                Gegenüber vom Altar erhebt sich auf der Empore die Rokoko-Orgel von 1767. Sie stammt aus der Werkstatt des Gottlieb Johann Scholtze aus Neuruppin. Nach langer Restaurierung erstrahlt die Vorderansicht seit Mai 2007 wieder original in ihrem ursprünglichen Glanz.

                Zwei Grabmale stehen rechts und links vom Altar. Das linke Grabmal (aus Sandstein) an der Nordseite des Altarraumes erinnert an den 22-jährigen Joachim Bernd von Zerwest († 1592), des früh verstorbenen Sohnes des Erneuerers der Kirche. Das zweite Grabmal rechts neben dem Kanzelaltar stammt aus der Zeit um 1750. Pfarrer Traugott Kuhnt, der 1978 die Amtsgeschäfte in Alt Ruppin übernahm, setzte sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und mit Unterstützung der Ortskirchengemeinde für die komplette Sanierung und Restaurierung der Kirche ein. In seiner  Amtszeit wurde aus der dem Verfall preisgegebenen Kirche ein ansehnliches Gotteshaus. Viele Brautpaare haben den Wunsch, in dieser Kirche getraut zu werden.

                Textliche Zusammenstellung: Volkward Busat, Mitglied des GKR Alt Ruppin (Quelle: Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg)

                OFFENE KIRCHE - BESICHTIGUNG UND ANDACHT

                In den Wintermonaten ist die Kirche, außer zu den Gottesdiensten, geschlossen.

                Friedhof

                Der Friedhof der Gesamtkirchengemeinde Ruppin

                Auf dem Friedhof erhalten unsere Verstorbenen ihre letzte Ruhestätte und wir gedenken ihrer in Ehren und Würde. Er bietet Raum zum Trauern, zur Begegnung und für Trost.

                Friedhof Neuruppin 

                Gerhart-Hauptmann-Str. 61
                16816 Neruppin

                S. Fedchenheuer

                Friedhofsverwalterin
                Gesamtkirchengemeinde Ruppin

                Telefon 03391 - 229 0

                E-Mail ev.friedhof-neuruppin @ t-online.de

                 

                 

                Der Friedhof ist offen für jedermann, unabhängig von seiner Weltanschauung. Führungen sind nach Absprache auch am Wochenende möglich. 
                Friedhofsverwalterin Frau S. Fedchenheuer berät Sie zu Erdbegräbnissen, Wahlstellen, Einzel- bzw. Reihengräbern und Urnenstellen auf dem Friedhof Neuruppin.

                Sprechzeiten

                Montag, Donnerstag, Freitag 8-12 Uhr
                Dienstag 13-16 Uhr, Donnerstag 13-15 Uhr 

                sowie jederzeit nach telefonischer Vereinbarung