Monatsspruch August

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Ps 139,14 (L)

anGedacht August/September 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Monaten haben uns an dieser Stelle im Gemeindebrief die Gebote beschäftigt. Unter anderem auch mit dem 3. Gebot: „Du sollst den Feiertag heiligen.“ Zeit haben, um Luft zu holen im Alltagsgetriebe, Zeit für die Familie. Ja, sagen wir alle und sind uns da einig. Aber das Gebot verweist uns zuerst auf unsere Zeit für Gott. Atemholen, Kraft schöpfen, von falschen Prioritätensetzungen umkehren, Erholung finden im Angesicht Gottes. Zu IHM kommen, IHN bewusst aufsuchen, durch die Nähe zu IHM wieder in die gute Spur finden und darin zu sich finden und daraus liebevolle Kraft für alles andere finden. Darum geht es. Welche Bedeutung hat dafür unser Gottesdienst?

Deshalb widmen wir unsere Aufmerksamkeit für eine Weile dem Gottesdienst und fragen uns dabei, welche Bedeutung er für uns heute hat und wie seine einzelnen Bausteine zu verstehen sind.

Passt er überhaupt noch in unsere Zeit? Braucht er neue Formen und wenn ja, welche? Immer wieder und schon lange werden diese Fragen diskutiert. Die eher sinkenden Zahlen der Gottesdienstteilnehmer*innen legen solche Fragen nahe. Unabhängig von Besucherzahlen ist es für jede Gemeindegeneration wichtig, die eigene Standortbestimmung zum Thema Gottesdienst vorzunehmen und sich diesen Fragen zu stellen. Vielleicht liegt darin die Chance, ihn neu für sich zu entdecken als Ort und Zeit der persönlichen Begegnung mit Gott, als Krafttankstelle für den eigenen Alltag. Darüber hinaus ist der Gottesdienst aber auch das Angebot zu dem die ganze Gemeinde, Alt und Jung, zusammenkommen kann und die Gemeinschaft mit Gott und miteinander feiern kann. Theoretisch jedenfalls. Im Gottesdienst dient und begegnet Gott der Gemeinde und wir, die Gemeinde, die Menschen dienen Gott. Wobei das für unsere Ohren altertümliche Wort „dienen“ keine Unterwürfigkeit meint, sondern eher als ein Füreinander-Dasein, ein liebevolles Sich- Zuwenden zu verstehen ist. So habe ich es gelernt und so lautet auch die Kurzdefinition der EKD-Orientierungshilfe zu Verständnis und Praxis des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche:

„Das deutsche Wort Gottesdienst enthält ein doppeltes theologisches Programm: Gott dient uns und wir dienen ihm. Wir dürfen uns an ihn wenden, wie wir sind, mit allem, was uns bewegt und umtreibt. Und Gott verspricht uns seine Liebe, wendet uns sein gnädiges Angesicht zu.“

Das klingt gut. In der Praxis scheinen das immer weniger Menschen zu brauchen. Ist das so? Auch wir, in Protzen-Wustrau-Radensleben und Temnitz, sind da seit geraumer Zeit auf der Suche. Wir experimentieren hier und da, auch mit den Zeiten des Gottesdienstes, mit besonderen Formen und Themen. Wir erleben und feiern sie als gottesdienstliche Highlights, spüren aber auch, dass sie den ganz normalen agendarischen Gottesdienst nicht ersetzen können.

In der Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen ist mir oft bei Gottesdienstvorbereitungen bei der Überlegung, was gehört in einen Gottesdienst, aufgefallen, dass ganz klassische Elemente wie Psalmen, Glaubensbekenntnis, Fürbitte und Vaterunser, Predigt nach Ansicht der Jugendlichen unbedingt hineingehören. Gleichzeitig ist in Gemeindegottesdiensten zu erleben, dass die liturgischen Gesänge und Formen immer weniger vertraut und aktiv mitvollzogen werden können, selbst im engen Umfeld der Gemeinde. Was folgt daraus? Auch angesichts der gerade gemachten Erfahrung, dass er vielen Menschen fehlt, der Gottesdienst, wenn er, wie kürzlich erlebt, nicht mehr gemeinsam gefeiert werden kann. Fernsehgottesdienste, Internetangebote waren hilfreiche Begleiter und können auch Impulse für die zukünftige Feier des Gottesdienstes setzen. Aber sie können die unmittelbare Erfahrung des Gottesdienstes, der körperlich und geistlich miteinander erlebt werden kann, nicht ersetzen, wohl aber ergänzen.

Wie also finden wir den Weg zum Gottesdienst, in dem wir erfahren dürfen, dass Gott uns nahe ist und dass wir daraus Kraft gewinnen, ihm mit unserer Lebensgestaltung zu antworten?

Ich denke, wichtig ist, dass wir neu verstehen, was wir da eigentlich machen, wenn wir Gottesdienst feiern.

·       Wie und warum ist ein Gottesdienst so aufgebaut, wie wir ihn erleben?

·       Was ist der Sinn des Wechselbetens der alten Psalmworte und des Kyrie-Singens?

·       Was bedeutet es, wenn wir Gott loben mit den alten oder auch neuen Melodien?

·       Was bedeutet es, wenn wir uns als Christen weltweit verbinden unter dem einen Bekenntnis und mit all denen, die das Gebet Jesu sprechen?

·       Was wird mir da eigentlich im Segen zugesagt?  

 

Wir Menschen leben täglich mit vielen Gewohnheiten. Gewohnheiten prägen sich durch stetiges Wiederholen aus. Manche möchten wir wieder loswerden, weil wir sie als hinderlich erleben, aber andere möchten wir nicht missen, weil sie unserem Leben Struktur und Halt geben. Die meisten regelmäßigen Gottesdienstbesucher sind von Kindertagen an daran gewöhnt, dass auch der Gottesdienst zum Leben ihrer Familie, also auch zu ihrem Leben gehört. Sie haben gelernt, dass er dem Sonntag ein bestimmtes Gepräge gibt. Sie sind wie selbstverständlich hineingewachsen in den Ablauf, der so zu einem vertrauten inneren Zuhause geworden ist, dass man nicht mehr missen möchte. Was bedeutet es, wenn eine solches Gewohnheitsband reißt oder gar nicht erst aufgebaut werden kann, weil die heutige Generation ganz anders groß geworden ist oder anders lebt? Was bedeutet das für den Gottesdienst? Für die Regelmäßigkeit des Angebotes? Für die Inhalte? Für die Gestaltung des Gottesdienstes? Wo ist Veränderung angezeigt, aber wo auch eine gute Kontinuität? Was denken Sie?

Und wie ist es für Sie: Brauchen Sie den Gottesdienst für sich selbst und gehen Sie hin, um Ihn zu feiern? Oder reicht es Ihnen, wenn Sie wissen, es gibt das Angebot und ich könnte gehen, wenn ich wollte? Welche Folgen hat das?

In den nächsten Monatsworten möchten wir Sie auf die Entdeckungsreise „Gottesdienst“ mitnehmen. Sie sind eingeladen, die Oase mitten im Alltag, das Fest des Lebens an jedem Sonntag auch für sich neu zu entdecken.

Seien Sie herzlich gegrüßt!!!

Ihre

Ute Feuerstack

 

 

 

Gemeindeblatt

Lesen Sie hier die aktuellen Gemeindeblätter unserer Gesamtkirchengemeinde Temnitz mit dem Monatsspruch, Terminen, Veranstaltungen und Gottesdiensten.

Treffpunkte

Kirchenchor Temnitz

Die Chorproben finden jeweils am 2. und 4. Montag im Monat um 20.00 Uhr im Pfarrhaus Walsleben statt. (Ausser in den Ferien)

Kontakt: Harald Bölk 033920 / 695 02

Bläserchor Temnitz

Die Bläserchor-Proben finden jeden Dienstag um 18.30 Uhr im Pfarrhaus Walsleben statt. Der Bläserchor wünscht sich Verstärkung, ein Instrument kann gegebenenfalls gestellt werden.
Kontakt: Michael Lentz 033920/69216

Frauen- und Gesprächskreise

immer um 14 Uhr

Dabergotz: jeden 2. Mittwoch im Monat in der Winterkirche
Kontakt: Frau Krebs

Frankendorf: nach Vereinbarung (meist am 3. Donnerstag im Monat) Alte Schule
Kontakt: Frau Biohn 033924/70240

Katerbow: nach Vereinbarung (meist am 2. oder 3. Dienstag im Monat) in der Winterkirche
Kontakt: Frau Gentikow 033924/70260

Rägelin: bei Frau Nieradt
Kontakt: Frau Nieradt 033924/70135 & Frau Rensch 033924/70118

Walsleben: jeden letzten Donnerstag im Monat im Pfarrhaus
Ansprechpartnerin: Frau Leck 033920/ 69519

Wildberg (Kerzlin): jeden 2. Mittwoch im Monat in der Winterkirche
Kontakt: Frau Jaap 033928/70525 & Frau Speck

Gemeindekirchenrat

Der Gemeindekirchenrat der Gesamtkirchengemeinde Temnitz

Der Gemeindekirchenrat Temnitz setzt sich aus jeweils zwei Vertretern (gewähltes Mitglied und Stellvertreter) der einzelnen Ortskirchen zusammen. Stimmberechtigt in den Sitzungen sind jeweils nur die Mitglieder. Bei deren Abwesenheit ist automatisch der betreffende Stellvertreter stimmberechtigt. Des Weiteren haben selbstverständlich die hauptamtlich in der GKG tätigen PfarrerInnen eine Stimmberechtigung. Die Beratungen werden grundsätzlich von den gewählten Mitgliedern und den Stellvertretern in gemeinsamer Runde durchgeführt.

Der GKR Temnitz setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

Mitglieder Gemeindekirchenrat

Walsleben-Kränzlin: Uwe Drößler
Stellvertreter: Joachim Pritzkow
Temnitzpark: Monika Pein
Stellvertreter: Annette Wisch
Kerzlin-Wildberg: Ulrich Jaap
Stellvertreter: Heidi Ackermann
Temnitzquell: Frank-Arnim Pein
Stellvertreter: Ines Sattelmair
Manker-Temnitztal: nicht besetzt


Vorsitzender
Stellvertreter:

Weitere Mitglieder des GKR (ohne derzeitiges Stimmrecht) sind:

  • Dorothea Plath (Katechetin)
  • Matthias Puppe (Superintendent)
  • Pfarrerin Christiane Schulz (Geschäftsführerin ESTAruppin e.V.)
  • Roswitha Döring (Regionalakademie)

Aufgaben des Gemeindekirchenrates

„Die Leitung der Kirchengemeinde obliegt dem Gemeindekirchenrat. (…) Unbeschadet des besonderen Auftrages, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung haben, nimmt der Gemeindekirchenrat die Verantwortung der Kirchengemeinde für die schriftgemäße Verkündigung des Evangeliums wahr. Er berät regelmäßig die Situation der Kirchengemeinde, plant ihre Arbeit, sorgt für deren Durchführung und achtet auf gegenseitige Information in der Kirchengemeinde.“ beschreibt die Grundordnung der Landeskirche die Aufgaben der Gemeindekirchenräte. 

Wann sich die einzelnen Gremien treffen, erfahren Sie im Gemeindeblatt.