Zempow

Der Ort Zempow liegt heute an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern und wurde im Mittelalter von dort regiert. 1571 zum  Amt Zechlin gekommen fiel Zempow wüst und wurde erst 1700 wieder aufgebaut; eine Kirche von 1709/10 wurde 1865/66 durch den heutigen Bau ersetzt, wie an einer Inschrift im Grundstein an der Apsis erkennbar ist. Je drei Fenster an den Längsseiten des Backsteinbaus erinnern eher an die Gotik. Der Westturm zeigt vier Zifferblätter, es gibt jedoch keine Turmuhr!

Im Innern fällt die Konstruktion des hängenden Dachstuhles ins Auge; der halbrunde Altarraum im Osten  ist wieder im gotischen Stil gestaltet. Auffällig die Lütkemüller-Orgel sowie die Zinntaufschale und -leuchter vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Nach der Sanierung kann die Gemeinde hier nun wieder Gottesdienste und Konfirmationen feiern.

Kleinzerlang

Wie viele Orte in der Region war auch Kleinzerlang im Mittelalter „wüst gefallen“. Die Wiederbesiedlung ab Mitte des 18. Jahrhunderts führte 1784 zum Bau einer Fachwerkkirche, die man gut hundert Jahre später wegen Baufälligkeit schließen musste; Gottesdienste fanden nun im alten Schulgebäude am See statt. Im Mai 1895 gab es die Grundsteinlegung des Neubaus, einer neogotischen kleinen Saalkirche aus Ziegeln auf Feldsteinsockel.  Sie sind im unteren Drittel zu sehen und umrahmen darüber helle Putzflächen. Das Krüppelwalmdach steht weit über und endet in geschnitzten Balkenköpfen. Die Dacheindeckung ist farbig abgesetzt, die Westfassade schließt ein Nordturm mit steilem Pyramidendach ab. Die Längsseiten schmücken jeweils mittig fünf aneinander liegende Spitzbogenfenster, daneben Okuli. Diese Fassadengestaltung wird im Osten und Westen fortgesetzt, auch der Eingang im Westen ist spitzbogig gerahmt. Die Neuverglasung der Fenster erfolgte 1968-70,  1984 eine Innenrenovierung, umfassende Sanierungsarbeiten 1993.

Der schlichte Innenraum ist hell gestrichen; das abschließende Dachtragwerk mit Hängesäulen liegt offen. Aus der Bauzeit erhalten ist die Westempore mit reichem Schnitzwerk, das sich in der Kanzel und der Sakristeiabtrennung fortsetzt. Der gemauerte Altartisch ist dagegen neueren Datums. Ihn schmückt ein Kruzifix, das wie das Leuchterpaar lt. Inschrift 1896 von Kaiserin Auguste Victoria gestiftet wurde.

Vom Altar blicken wir zurück und sehen die kleine Winterkirche unter der Empore, darüber die Hollenbach-Orgel von 1902 mit fünfteiligem Prospekt. Unter ihr die große der beiden Glocken von 1787 (Inschrift), im Turm die kleinere von 1896.

Großzerlang

Auch das ursprüngliche „Szarlanke“ fiel im Mittelalter wüst. Die Wiederansiedlung von Kolonisten im 18. Jahrhundert ging einher mit der Errichtung einer kleinen Dorfkirche 1708 als Fachwerkbau. Um 1880 wurden zunächst die Westseite, rund 50 Jahre später (s. u.) auch die übrigen drei Wände durch Massivmauerwerk ersetzt; das Entstehungsjahr findet sich auf einer Wetterfahne auf dem kleinen westlichen Turm, noch in verbretterter Fachwerkbauweise und durch eine Pyramide bedacht. Der Rechtecksaal ist mit einem Krüppelwalmdach versehen, dessen Stuhlkonstruktion in Hängebauweise mit Längs- und Querverstrebungen im Innenraum nicht zu sehen ist; dieses interessante Gewerk rettete die Kirche vor dem vorgeschlagenen Abriss 1932. Nun finden Besucher Zwei große Flchbogenfenster an den Seiten, im Westen zusätzlich das Eingangsportal mit Barockbeschlägen.

Im Innern fällt der Kanzelaltar auf, aus der Bauzeit stammend; sein Deckel zeigt eine Darstellung des Heiligen Geistes, die Rundbogenfenster des Kanzelkorbes Bibelzitate. Kanzelaltar: das heißt, dass die Kanzel in den Altar integriert ist, hier direkt über dem Altartisch liegt und von der Rückseite des Altars aus zu erklimmen ist; sehenswert! Der rote Farbanstrich des Innenraumes wurde 1960 gewählt. Auch heute noch ruft eine kleine Bronzeglocke, 1736 in Berlin gegossen, Besucher und Einwohner zum Gottesdienst!

Dorf Zechlin

Als mit Abstand älteste Kirche in der Region - fertiggestellt im Jahre 1549 kurz nach der Reformation - darf die Kirche von Dorf Zechlin zu Recht und mit Stolz als "Mutterkirche" im Zechliner Land bezeichnet werden.

Reich geschmückt für einen Kirchbau aus dieser Zeit ist der Backstein-Ostgiebel: zwischen vertikal unterteilenden Pfeilern befinden sich in drei Reihen zusammenschließende, gekuppelte Drei-Passblenden.

Der an der Tür auf der Südseite angebrachte Türklopfer zeigt ein "böse Geister vertreibendes Fratzengesicht". Erwähnenswert ist die Sakramentsnische, geplant noch in katholischer Zeit: hier findet sich ein sogenannter Tabernakelschrein, darüber als Inschrift das Fertigstellungsjahr der Kirche. Das Innere der Kirche ist geprägt durch die Renovierung im Jahr 1722 unter Pastor J. Döllen. Beherrschend ist der hölzerne barocke Altaraufsatz mit gekuppelten Säulen und Akanthuswangen gerahmt (angefertigt von Tischlermeister Kühne aus Wittstock). Die Gemälde stammen von Christian Ludwig Schlichting.

Bereits aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammt der Taufstein. Er trägt einen hohen Deckel, der dem brandenburgischen Kurfürstenhut nachgebildet ist (eine Erinnerung an die Zeit zwischen der Reformation und dem Dreißigjährigen Krieg, als die Kronprinzen des brandenburgischen Herrschaftshauses in Flecken Zechlin residierten und in Dorf Zechlin ihre Kinder taufen ließen). Um das 18. Jahrhundert wurden die Fenster erweitert, sie waren ursprünglich sehr schmal und höher.

Die Orgel der Kirche Dorf Zechlin

Die Orgel auf der Empore aus dem Jahre 1913 ist von Alexander Schuke aus Potsdam errichtet worden. Die Orgel im Altarraum aus dem Jahre 1981 wurde von der Firma Sauer aus Frankfurt/Oder errichtet. 1960 restaurierte der Künstler Münzlinger aus Brandenburg/Havel den Altar (Inschrift auf seiner Rückseite) und schuf auch das Sgraffito links neben dem Turmausgang, eine Gedenkstätte für alle Gefallenen des 2. Weltkrieges.

Drei Glocken im Turm rufen mit ihrem Läuten auch heute noch die Dorfgemeinde zum Gottesdienst; und die uralte Turmuhr mit ihrem Schlagwerk zeigt auch heute noch die genaue Zeit!

Das Pfarrhaus in Dorf Zechlin

Neben der Dorfkirche findet man – etwas von der Straße zurück gesetzt – das Pfarrhaus als Bestandteil des Pfarrgehöftes mit Garten. Es stammt wohl von 1709; ein Umbau ist 1867/68 erfolgt. An der zur Straße zeigenden Front ist eine Gedenktafel angebracht für den hier 1880 geborenen Pfarrerssohn Hans Much, einen bedeutenden Arzt, Dichter und Forscher (vierfach promoviert), unter anderem der Erfinder der Salizylsäure, der Grundlage der Spalttablette.

Der eingeschossige, verputzte Massivbau mit zum Teil ausgebautem Krüppelwalmdachgeschoss mit Fledermausgauben zeigt auf der Südseite sieben vierteilige Kastenfenster, das rechte als Blendfenster; ähnlich die Nordseite. Im Osten und Westen Eingänge, der westliche beim Umbau von der südlichen Traufe dahin verlegt.

Im Innern sind zahlreiche Einzelheiten aus der Erbauungszeit erhalten, etwa Kamintüren mit Beschlägen und Türen mit Barockbeschlägen und Kastenschlössern. Den Flur schmücken Gemälde und Fotografien der Ortspfarrer von 1720 beziehungsweis seit 1866.

Flecken Zechlin

Flecken Zechlin gehörte als Tochterkirche zu Dorf Zechlin und wurde erst 1870 eigenständig. Die Pfarrkirche entstand 1775 an der Stelle einer früheren hölzernen Ortskirche im Ortsmittelpunkt „Am Markt“. Den rechteckigen Saalbau schließt ein Walmdach ab; ein kleiner Turm mit Zeltdach krönt die Westseite, er wird im Innenraum von zwei starken Holzsäulen getragen. Darunter befindet sich das Eingangstor, das ebenso wie ein weiteres im Norden barocke Türblätter mit Rautenmuster zeigen.

Im Osten rahmen glatte Pilaster zwei Fenster, die Längsseiten besitzen je drei Fenster; die Fassade ist durch kleine Vorsprünge und abgerundete Ecken gegliedert. Im Innern kann die dreiseitige Empore über die Turmtreppe erreicht werden, dort findet sich auch die Orgel, ursprünglich 1847 von Lütkemüller (Wittstock) geschaffen, 1903 von Hollenbach (Neuruppin) auf elf Register erweitert.

Von der Kanzel ist nur noch der Kanzelkorb erhalten. Sie ist um 1600 entstanden wie die achteckige Taufe; über einem reich verzierten Fuß die Kuppa mit Beschlagwerkornamentik, Pilastern und Rundbogenfenstern, darin Gemälde (Christus und die Evangelisten), zwei Familienwappen (v. Schlieben und v. d. Weide) und ein Textfeld. Über dem Altar eine Kreuzigungsgruppe, wahrscheinlich frühes 16. Jahrhundert mit neuerer Farbgebung.

Sehenswert die Hinterglasbilder (um 1800) mit vier naiven Darstellungen (Festmahl, Jagdszene, Reiter und Holzfäller, Festmahl) im Schaukasten an der Westseite und ein Ölgemälde (Kreuzabnahme), frei nach dem Altarbild Rubens‘ in Antwerpen, jetzt an der Nordwand. Neben einer Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges bezeugt eine große Holztafel an der Südseite die Friedenssehnsucht nach 1945 mit Teilen des Friedensgebetes von Fr. v. Assisi.

Kagar

Bei seiner Ersterwähnung 1525 lag Kagar bereits "wüst" wie manch andere (z. B. Wallitz). Die Wiederansiedlung durch Hugenotten erfolgte nach dem Dreißigjährigen Krieg, und es bestand seit 1686 eine französisch-reformierte Gemeinde. Für ab 1699 angesiedelte Pfälzer kam ein deutsch-reformierter Prediger aus Linow, später ein lutherischer aus Dorf Zechlin. Ein erster Kirchbau von 1766 war hundert Jahre später wieder fast verfallen und musste um 1900 gesperrt werden. Der Neubau ab 1908 wurde 1909 eingeweiht, 1995-97 aufwendig saniert.

Es handelt sich um eine neogotische Saalkirche mit mittelalterlich anmutendem Mauerverband und dreiseitigem Ostschluss sowie quadratischem Turm in der Südwestecke, der in einen oktogonalen Aufsatz übergeht.  An der Südseite enthält der Emporenanbau auch den Zugang zur Patronatsloge. Die Westseite wirkt geschlossen mit nur kleinen Spitzbogenfenstern und einem Okulus sowie dem Haupteingang, darüber ein hoher Blendengiebel. Die fast ungegliederte Nordseite zeigt ein gekuppeltes und ein Drillingsspitzbogenfenster.

Ist der Bau äußerlich schon ansprechend, birgt der Innenraum eine sehenswerte Ausstattung, überwölbt mit einer Holztonne und überaus reich und farbig gestalteter Ornamentik; Altar, Kanzel, hölzerne (!) Deckenleuchter und die Orgel mit ausladendem Prospekt stammen aus der Bauzeit, so dass das Ensemble geschlossen wirkt. Hinter dem Altar überrascht ein aufgemalter Wandbehang, drei bleigefasste Apsisfenster zeigen farbige Rankenmotive, die sich in der Bestuhlungsbemalung fortsetzt.

Wallitz

Der Ort „fiel wüst“ wie manch andere (z. B. Kagar) nach dem Dreißigjährigen Krieg. Pfälzer Siedler ersetzten 1699 sechs wieder weiter gezogene Hugenottenfamilien. Die entstehende Kirchengemeinde gehörte dann zunächst zu Dorf Zechlin; im 19. Jahrhundert war sie so stark gewachsen, dass der vorhandene Betsaal nicht mehr ausreichte und die Zechliner Dorfkirche die Nachbarn auch nicht mehr mit fassen konnte. So erfolgte ab 1899 der Bau der Kirche an der Dorfstraße, abweichend von der Tradition in Nord-Süd-Richtung und in Baufluchtlinie mit der ehemaligen Schule.

Wir sehen einen neoromanischen Backsteinbau mit schlankem Dachturm als Reiter auf dem Krüppelwalm-Satteldach. Die obere Hälfte des Saalbaus ist außen hell verputzt und mit je drei paarig angeordneten Rundbogenfenstern an den Längsseiten versehen, in der Apsis ein zentraler Okulus, ebenfalls im Putzfeld; gegenüberliegend der Eingang mit abgetrepptem Blendgiebel. Im Innern findet sich ein hölzernes Tonnengewölbe als Decke mit interessanten geschnitzten Knaggen, Zugankern und Hängewerk.

In den Jahren nach 1950 wurde die Orgel von der Empore in den Innenraum versetzt und Altarkreuz, Kanzel, Lesepult und Gestühl aus der Erbauungszeit durch Taufbecken, Altartisch, Liedertafel und nicht zuletzt Turmglocken ergänzt.

Zechliner Hütte

Der dritte der drei Orte mit „Zechlin“ im Namen ist der jüngste, entstanden 1736/7 im Zusammenhang mit der Errichtung einer Glashütte; zunächst fanden Gottesdienste im Betsaal auf dem Boden über ihr statt. Spenden ermöglichten 1880/81 den Bau der Kirche abseits der Ortslage. Es entstand eine neoromanische Saalkirche aus Ziegeln auf einem Feldsteinsockel. Rote Verblendziegelflächen kontrastieren mit gelb abgesetzten Lisenen,  dazwischen je drei Rundbogenfenster; davon fünf kleinere an der halbrunden Apsis im Osten. Gegenüber ein Eingangsvorbau mit Pultdach, an der Nordwestecke ein kleiner Turm. Bevor wir uns ihrem Inneren zuwenden lohnt ein Blick auf den Friedhof, wo der berühmteste Sohn des Ortes, der Polarforscher und Entdecker der Kontinentalverschiebung Alfred Wegener im Familiengrab ruht (Gedenktafel).

Wir öffnen die Eichenholztür. Der zunächst schlicht wirkende Saal mit Ziegelboden empfängt uns, dann fällt der Blick auf die Bretterverschalung der abgestuften Decke, nachdem wir die kleine Winterkirche unter der Empore durchquert haben. Wir beschreiten später erst die gusseiserne Wendeltreppe im Turm und gehen am zweiblöckigen Gestühl vorbei in Richtung des gemauerten Altars, an der gleichartigen halbrunden Kanzel vorbei; er steht unter dem Halbrund der Apsis, deren Decke einen prächtigen Sternenhimmel zeigt! Dieser erst 2011 erneuerte Schmuck konnte nur  durch eine fantasievolle Spendenaktion finanziert werden: die Gemeinde hat die Sterne einzeln verkauft!

Friedhöfe

Die Friedhöfe in den Pfarrbereichen Zühlen und Zechliner Land

Der Friedhof ist ein Ort, der über unser irdisches Leben hinaus weist. Die kirchliche Bestattung bezeugt unseren Glauben, dass wir auch im Tod nicht verloren gehen, sondern geborgen bleiben in der Liebe Gottes. In diesem Trost sollen alle bestärkt werden, die sich auf unserem Friedhof zu einer Bestattung versammeln oder Gräber besuchen. Gerne stehen wir Ihnen zur Seite und beraten Sie bei allen Fragen zur Bestattung.  Die Friedhöfe in Flecken Zechlin und Großzerlang befinden sich im Eigentum der Kirchengemeinde Zechliner Land.

Roswitha Popp

Gemeindebüro 
Pfarrbereiche Zühlen und Zechliner Land

Wittstocker Str. 2
16837 Flecken Zechlin

Telefon 033923 - 702 86
Telefax 033923 - 702 86

Der Friedhof ist offen für jedermann, unabhängig von seiner Weltanschauung.
Frau Popp in unserem Kirchenbüro berät Sie zu Erdbegräbnissen, Wahlstellen, Einzel- bzw. Reihengräbern und Urnenstellen auf den Friedhöfen in Flecken Zechlin und Großzerlang.

Sprechzeiten

Montag - Donnerstag 9-15 Uhr

sowie jederzeit nach telefonischer Vereinbarung