Seid barmherzig!

Andacht zur Jahreslosung von Superintendent Matthias Puppe

Karl Siegbrecht will Berlin „erobern“. Der Sechszehnjährige verlässt die tiefe Provinz. Sein Vater war Maurer. Also verdingt er sich als Hilfsarbeiter auf einer Baustelle. Wohnraum wird in der prosperierenden Kaiserstadt dringend gebraucht, Mietskasernen für Arbeiter schießen wie Pilze aus dem Boden. Um die Feuchtigkeit aus den Wänden der Neubauten zu bekommen ist „Trockenwohnen“ üblich. Wer keine Miete zahlen kann, bekommt eine Wohnung mit feuchten Wänden, heizt, haust darin, bis diese dann, trockengewohnt, zahlenden Bewohnern vermietet werden kann. Karl Siegbrecht begegnet einer Trockenwohnerin. Sie hustet stark, hat Schwindsucht. Er gibt ihr empört über die Umstände Kohlen und Holz von der Baustelle. Umgehend verliert er darauf seine Arbeit.

Was bringt diesen aufstrebenden Jungen in Falladas Roman „Ein Mann will nach oben“ dazu, seinen beginnenden Aufstieg durch Barmherzigkeit zu gefährden? Warum liegt ihm die Not anderer mehr am Herzen als die eigene? Vielleicht liegt es an einem Grundzug der Güte, die der Heranwachsende von seinen Eltern mitbekam. Vielleicht waren es die 200 Mark, die Minna von ihrem kargen Dienstmädchendasein sich abgespart und unbemerkt Karl in die Tasche gesteckt hatte, als er den Zug in Richtung Berlin bestieg.

„Ahmt Gott nach. Seid barmherzig!“ sagt Jesus im Lukasevangelium. Wir lernen durch Nachahmung. Sprechen, Schreiben, Malen und ... eben auch Barmherzigkeit. Barmherzigkeit braucht Übung und bewegende, berührende Vorbilder. Und nicht zuletzt den inneren Impuls, der von Selbstbeschäftigung und Selbstgefälligkeit wegführt, ganz gleich, wie es einem selber geht. Nicht mehr fragen: Was habe ich davon? Was kommt für mich dabei heraus? Sondern: einfach die unmittelbare Not sehen, an sich heranlassen und dann das Notwendende tun. Das ist eine ganz andere Art der Welteroberung, zu der Jesus auffordert. „Seid barmherzig!“ - für Christen das herausfordernde Motto für 2021. Wo will ich hin in diesem neuen Jahr? Nach oben? Oder doch an die Seite der Unbesuchten, der Familien- und Heimatlosen, der Benachteiligten, an die Seite derer, die verleumdet und zu Sündenböcken gemacht werden?

Eine Richtung gibt mir Jesu unaufhörliche Gottverbundenheit, sein Leben und Wirken, das sich in diesen zwei Worten zusammenfassen lässt: Seid barmherzig!

 

Matthias Puppe
Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Wittstock-Ruppin

Infektionsschutz in Kirche und Gemeinde

 

Zum Schutz vor einer Infektion mit dem SARS-Cov-II-Virus, sind Gottesdienste und das gesamte kirchliche Leben neu zu regeln. Hier gibt es dazu Informationen und Plakate, eines davon in leicht verständlicher Sprache. Die EKBO erstellt, ausgehend von den jeweils aktuellen Verordnungen der Bundesländer Berlin, Brandenburg und Sachsen, Informationen zu den aktuellen Bestimmungen für Gottesdienste, Gemeindeveranstaltungen und Seelsorge.

Nähere Informationen zu den Hygienevorschriften finden Sie unter: www.ekbo.de/no_cache/service/corona/hinweise-und-empfehlungen.html

Selbstverständlich stehen die Geistlichen der Gemeinden weiterhin telefonisch für Seelsorgegespräche zur Verfügung. Zur Teilnahme an den Rundfunk-, Internet- und Fernsehgottesdiensten laden wir Sie weiterhin herzlich ein.

Kirchenkreis

Unser Kirchenkreis Wittstock-Ruppin im Norden Brandenburgs gehört zur Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

Er besteht aus den Gesamtkirchengemeinden WittstockRuppinTemnitz, Protzen-Wustrau-Radensleben, den Kirchengemeinden Dosse-Brausebach und Rheinsberg, den Pfarrbereichen Papenbruch und Zühlen-Zechliner Land sowie dem Pfarrsprengel Dranse.

Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Hier finden Sie News und allerlei Wissenswertes aus dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. 

  • Erst bei uns zur LAGA, jetzt überall...?

    Im Jahr 2019 fand die Landesgartenschau in Wittstock statt. Über 60.000 Menschen haben die St.-Marien-Kirche besucht und die wechselnden Ausstellungen bewundert. Zwei dieser Ausstellungshighlights können Sie in Ihrer Gemeinde, in Ihrer Kirche zeigen:

    "10 Jahre freie Heide - Zeugnisse einer friedenspolitischen Bewegung"

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    Ausstellung:

    "Da blüht uns was - Cartoonausstellung zu Kimawandel und Umweltpolitik"

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  • E-Mobilität auf dem Land

    Der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin hat den 1. Platz des Umweltpreises des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg mit dem Projekt "E-Mobilität auf dem Land" belegt.

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