Orgeln
Scholtze-Orgel und die neue Nußbücker-Orgel
Die Rheinsberger Kirche verfügt seit spätestens 1541 über eine Orgel. Sie war auf einer im 19. Jh. abgebrochenen Seitenempore im Altarraum aufgestellt. Als 1765 der Neubau einer Orgel unabdingbar wurde, entschied man sich für den Standplatz an der Westseite der Kirche und veränderte die Empore entsprechend. Im November 1766 begann der Neuruppiner Orgelbauer Gottlieb Scholtze, ein Schüler des berühmten Joachim Wagner, mit dem Neubau. 1767 fertig geworden, leistete die Scholtze-Orgel bis gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts ihren Dienst. Dann aber begannen immerwiederkehrende Reperaturen, die 1870 zum Entschluß führten, eine neue Orgel anzuschaffen. Finanznot und der Deutsch-Französische Krieg traten dazwischen. Ein neuer Anlauf von 1912 wurde durch den Ersten Weltkrieg und die ihm folgende Inflation vereitelt. 1950 baute Kantor Stein das Instrument völlig um, ohne damit die Wurzel des Übels beseitigen zu können. So kam es seit 1984 wiederum zu vielfältigen Überlegungen, eine Orgel zu Bauen. Letzlich setzten sich die Vorstellungen des seit 1989 in Rheinsberg tätigen Kantors H. Grosch durch, die auf ihr historisches Maß reduzierte Scholtze-Orgel durch ein zweites Instrument zu ergänzen und beide Orgeln auf der Westempore anzuordnen. Inzwischen wurde die neue Orgel 1994 vollendet, erbaut von der Orgelbaufirma Nußbücker aus Plau. Mit ihr geht nicht nur ein langgehegter Wunsch der Rheinsberger in Erfüllung, sie macht auch eine wirkungsvollere Einbindung von St. Laurentius in das Rheinsberger Musikleben möglich.