Kagar

Bei seiner Ersterwähnung 1525 lag Kagar bereits "wüst" wie manch andere (z. B. Wallitz). Die Wiederansiedlung durch Hugenotten erfolgte nach dem Dreißigjährigen Krieg, und es bestand seit 1686 eine französisch-reformierte Gemeinde. Für ab 1699 angesiedelte Pfälzer kam ein deutsch-reformierter Prediger aus Linow, später ein lutherischer aus Dorf Zechlin. Ein erster Kirchbau von 1766 war hundert Jahre später wieder fast verfallen und musste um 1900 gesperrt werden. Der Neubau ab 1908 wurde 1909 eingeweiht, 1995-97 aufwendig saniert.

Es handelt sich um eine neogotische Saalkirche mit mittelalterlich anmutendem Mauerverband und dreiseitigem Ostschluss sowie quadratischem Turm in der Südwestecke, der in einen oktogonalen Aufsatz übergeht.  An der Südseite enthält der Emporenanbau auch den Zugang zur Patronatsloge. Die Westseite wirkt geschlossen mit nur kleinen Spitzbogenfenstern und einem Okulus sowie dem Haupteingang, darüber ein hoher Blendengiebel. Die fast ungegliederte Nordseite zeigt ein gekuppeltes und ein Drillingsspitzbogenfenster.

Ist der Bau äußerlich schon ansprechend, birgt der Innenraum eine sehenswerte Ausstattung, überwölbt mit einer Holztonne und überaus reich und farbig gestalteter Ornamentik; Altar, Kanzel, hölzerne (!) Deckenleuchter und die Orgel mit ausladendem Prospekt stammen aus der Bauzeit, so dass das Ensemble geschlossen wirkt. Hinter dem Altar überrascht ein aufgemalter Wandbehang, drei bleigefasste Apsisfenster zeigen farbige Rankenmotive, die sich in der Bestuhlungsbemalung fortsetzt.