Herzlich Willkommen im Evangelischen Kirchenkreis Wittstock-Ruppin.

Hier finden Sie alle Informationen über das vielfältige Gemeindeleben in unserem Kirchenkreis, über Termine, Veranstaltungen, Angebote und vieles mehr. Wenn Sie eine konkrete Frage haben und eine Kontaktperson zu Ihrer Gemeinde suchen, dann sind Sie hier richtig.


Kirchenkreis

Unser Kirchenkreis Wittstock-Ruppin im Norden Brandenburgs gehört zur Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

Er besteht aus den Gesamtkirchengemeinden WittstockRuppinTemnitz, Protzen-Wustrau-Radensleben, Im Herzsprunger Land, den Kirchengemeinden Zwischen Dosse und Heide und Rheinsberg, den Pfarrbereich Zühlen-Zechliner Land sowie dem Pfarrsprengel Dranse.

Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Hier finden Sie News und allerlei Wissenswertes aus dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. 

Tagesfahrt nach Wittenberg „500 Jahre Evangelisches Gesangbuch – LiederReise zu den Wurzeln“

"Wer singt, betet doppelt."

Am 26. Juni war es so weit. Der Bus fuhr vor und insgesamt 38 Gemeindeglieder unseres Kirchenkreises starteten zur diesjährigen Tagesfahrt. Ziel war die Lutherstadt Wittenberg. Sogar ein Thema hatte unser Tag: 500 Jahre Evangelisches Kirchengesangbuch.
Schon während der Fahrt bekamen wir eine kurze Einführung zum Thema vom Wittstocker Kantor Uwe Metlitzki. Ausgehend von 1524 durchstreifte er die Jahrhunderte und erzählte vom Auf und Ab der Entwicklung des evangelischen Liedgutes. In einem weiteren Vortrag erzählte Gemeindepädagogin Roswitha Döring etwas über weibliche Liedermacherinnen der letzten Jahrhunderte.

Wer schon einmal in der Lutherstadt Wittenberg gewesen ist, dem wird klar sein: Alle historischen Orte kann man sich nicht an einem Tag anschauen. So gab gleich zu Beginn auf dem Marktplatz eine kurze Einführung in die Geschichte Wittenbergs von unserer amtierenden Superintendentin Carola Ritter. Natürlich stellte sie uns auch die beiden Herren Luther und Melanchton vor. Auf den Cranachhöfen hörten wir Geschichten aus dem Leben der Familie Cranach. Lucas Cranach und sein Sohn betrieben nicht nur mit Malerei und Buchdruck – sondern befassten sich auch mit der Wittenberger Wasserversorgung.
Anschließend besuchten wir bei sommerlichen 35 Grad den Hof des Schwarzen Klosters und das Melanchthon-Haus. Über Mittag erkundete dann jeder allein ein Stückchen der Stadt oder flüchtete in eine schattige Eisdiele.
Mit dem Cranach-Altar in der Stadtkirche lernten wir nach der Mittagspause ein Werk der Cranachs näher kennen.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war dann am Nachmittag eine fröhliche Gesangsstunde mit Uwe Metlitzki. Er war mutig und forderte uns heraus und wir als Chor dankten es ihm, indem wir fleißig lernten und sogar Kanons und einen kleinen dreistimmigen Satz zum ersten evangelischen Frauenlied (EG 67) sangen.
Danach schauten wir uns noch die berühmte Tür an, an der Martin Luther seine Thesen anschlug. Diese Tür wird nur in sehr seltenen Fällen geöffnet, für uns natürlich nicht. Wir fanden uns genau vor dieser Kirchentür zum Gruppenfoto zusammen und dann ging es in den gut gekühlten Bus hinein und wir fuhren wieder gen Heimat. Im Bus erinnerten wir uns an die Worte des großen Augustinus: "Wer singt, betet doppelt." und sangen fröhlich Volkslieder.

Vielen Dank für den schönen Tag!
Christian Döring

Abendmusiken zum Zuhören und Mitsingen

Es ist endlich wieder so weit: Der gemeinsame Posaunenchor der Kirchengemeinden Rheinsberg und Menz eröffnet seine beliebte Reihe „... und ein Lied zum Abend“.
Sechs Wochen lang wird es auf dem Kirchplatz in Rheinsberg immer montags für 20 Minuten Abendlieder zum Zuhören und Mitsingen geben.

Das Abendlied ist ein Thema, das zu Rheinsberg passt. Johann Abraham Peter Schulz, der 1790 die Melodie zu dem Claudius-Gedicht „Der Mond ist aufgegangen“ schrieb, lebte einige Zeit als Kapellmeister des Prinzen Heinrich in Rheinsberg.

Leitung: Juliane Felsch-Grunow
Rheinsberg: Kirchplatz

Termine: 17. Juni, 24. Juni, 1. Juli, 8. Juli, 15. Juli und 22. Juli jeweils 20.35 bis 20.55 Uhr auf dem Kirchplatz vor der Rheinsberger St.-Laurentius-Kirche.

Ein klangvoller Sommer beginnt

Am morgigen Dienstag (18. Juni) beginnt die Reihe der Sommerkonzerte in der Neuruppiner Klosterkirche St.Trinitatis. In jedem Jahr lockt sie mehrere Tausend Besucher in das Wahrzeichen Neuruppins, das auch in diesem Jahr zu vielfältigen und hochkarätigen Konzerterlebnissen einlädt. Die Konzerte beginnen jeweils 19.30 Uhr und beinhalten eine kleine Pause, bei der auch gern ein Gläschen Wein Orgelwein genossen werden kann. Der Eintritt ist frei und am Ausgang wird um eine Spende gebeten.

Eine Ausnahme von dieser Regel bildet das letzte Konzert am 24. September: „Harry Potter & die bezaubernde Orgel“ der ukrainischen Organistin Ewa Belmas. Dies ist ein Familienkonzert, welches bereits 18.30 Uhr beginnt und wofür es Karten bei Reservix gibt.

Den Auftakt geben Juliane Felsch-Grunow und ich. Wir teilen uns die Orgelbank für Musik zu vier Händen und Füßen. Aber mehr noch: Wir spielen auch gleichzeitig an beiden Spieltischen der Zwillingsorgel, die ziemlich genau vor einem Jahr eingeweiht wurde. Zu hören sind Stücke mit barockem Glanz, romantischer Klangfülle und klassischer Filigranität, aber auch Moderne und Jazzverwandtes.

Zwischen diesem ersten und dem letzten Konzert liegt ein reichhaltiger Sommer, bei dem sich viele zum Teil weit gereiste Musiker in Klinke in die Hand geben: Die Posaunisten des Leipziger Gewandhauses kommen auf ihrer Jubiläumstour vorbei, der italienische Organist Paolo Oreni improvisiert live zum Stummfilm-Klassiker „Das Kabinett des Dr. Caligari“, es erklingen Tangos auf Violine und Knopfakkordeon, sogar eine Sinfonie Bruckners wird auf der Orgel gespielt! Es gibt Heiteres und Orientalisches, Improvisiertes und Komponiertes, Kammermusik und Musikalisches Theater. Oft erklingt die Orgel in Kombination mit anderen Instrumenten, mit Trompete, Saxofon, Klarinette, Blockflöte, Violine und Cello.

Das komplette und detaillierte Programm finden Sie zum Beispiel in unseren Veranstaltungskalender unserer Homepage und in den roten „Kirchenmusikkalender“-Heften, die vielerorts ausliegen.

Herzliche Grüße!

KMD Matthias Noack
Kirchenmusiker in Neuruppin

Ein Rückblick auf den Monat Mai der Posaunenchöre

Ein ereignisreicher Monat liegt hinter uns.

Begonnen hat der Mai mit dem 3. Deutschen Evangelischen Posaunentag vom 03. – 05. Mai in Hamburg. An 3 Tagen trafen sich ca. 17.000 Bläserinnen und Bläser aus ganz Deutschland und musizierten unter dem Motto "mittenmang" zusammen. Neben dem Eröffnungs- und Abschussgottesdienst, stellte die Serenade auf der Jan-Fedder-Promenede einen Höhepunkt des Wochenendes dar. Auf einer Länge von 1,5 km standen die Bläser am Hafen. Der Dirigent war nur über eine Videoleinwand zu sehen. Trotzdem fanden alle den richtigen Einsatz. Selbst die U-Bahn fuhr sehr langsam oder blieb kurz stehen, um den Passagieren das Fotogarfieren dieses beeindruckenden Bildes zu ermöglichen. Die Bläserinnen und Bläser mussten nicht nur selber spielen, sondern konnten auch als Zuhörer an den zahlreichen Konzerten teilnehmen. Auch unser Landesposaunenwart, Christian Syperek, durfte natürlich in Hamburg nicht fehlen.  Hier dirigiert er, bei einem Konzert auf und vor einem Museumsschiff, 400 Bläserinnen und Bläser, die in 3 Chöre aufgeteilt waren.
Es war ein sehr schönes aber anstrengendes Wochenende. Bei der Teilnahme an den Proben und den Konzerten blieb keine Zeit für ausgiebige Mahlzeiten. Erst nach dem Schlussgottesdienst, vor der Heimfahrt, fanden wir Zeit für den Besuch in einem Restaurant.

Zu Himmelfahrt, am 09.Mai, fanden viele Gottesdienste unter freiem Himmel statt. Beispielsweise am Bertikower See in Walsleben und am Pristerpfuhl in Wustrau, die von den jeweiligen Posaunenchören begleitet wurden.

Ein weiterer Höhepunkt für die Posaunenchöre Protzen-Fehrbellin und Temnitz war der Festgottesdienst zur Eröffnung der 700 Jahrfeier am 24. Mai. Bei diesem Bläsergottesdienst erhielten wir Unterstützung vom Posaunenchor "Dosseblech" aus Sieversdorf/Wusterhausen. Auch beim Festumzug am 25. Mai durfte der Posaunenchor nicht fehlen. Auf einem geschmückten Anhänger führten wir die Umzugsteilnehmer durch das Dorf.

Ralf Blank,
Kreisposaunenwart

Bericht von der Hospitztagung in Wittstock am 3./4. Mai 2024

3. Mai 2024, Freitagmittag auf dem Vorplatz der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche: Schülerinnen und Schüler des städtischen Gymnasiums singen Lieder, die fröhlich stimmen. Ihre Chorleiterin ist die Lehrerin Sigrun Stahmleder, die sie mit rhythmischen Akkorden auf der Gitarre begleitet. Passanten bleiben stehen und drehen sich nach den in helles Blau gekleideten Sängerinnen und Sängern um, die auf ihren T-Shirts mit einem Zitat Friedrich Nietzsches „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ für den Chor werben. Mehrere Informationsstände machen auf die Möglichkeiten von Hospizarbeit und Palliative Care in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin aufmerksam. Auch der „Wünschewagen“ vom ASB aus Potsdam ist vor Ort mit zwei Ehrenamtlichen, um die Möglichkeiten zur Erfüllung letzter Wünsche vorzustellen. Für Kinder gibt es ein Bastel- und Spielangebot. Später wird die Schulpfarrerin Ute Eisenack, plattütsch snackend, und mit ihrem Leierkasten für Unterhaltung sorgen. Im geöffneten Catharina-Dänicke-Haus wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen und wer eine Zuhörerin oder einen Gesprächspartner sucht, kann sie oder ihn unter mehreren ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen – es sind in der Mehrzahl Frauen – finden. Auch ein Büchertisch der Havelländischen Buchhandelsgesellschaft mbH mit Literatur zum Thema Sterben und Tod, aber auch Trauer und Trost wird ehrenamtlich betreut von Regina Tobias, Gabriele Blaschek und Andrea Wolf.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dieter Nürnberg (Vorstand Ruppiner Hospiz e. V.) und Grußworten des Wittstocker Bürgermeisters Dr. Philipp Wacker und Superintendentin Carola Ritter spricht Prof. Andreas Heller darüber, warum wir angesichts von Suizidassistenz eine sorgende Gesellschaft brauchen. Über viele Jahre war er Professor für Palliative Care und Organisationsethik an der Universität Graz. Über vierzig Doktoranden haben er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung betreut und gefördert. Sie befassten sich wesentlich mit der Erforschung der Anfänge der „modernen“ Hospizbewegung und des Palliative-Care-Gedankens seit den 1960er Jahren in England und in Amerika. Später, etwa seit den späten 1970er und 80er Jahren, fasste die Hospizidee und ihre Umsetzung auch im deutschsprachigen Raum immer mehr Fuß. Seit 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf Palliativversorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

2020 hat ein Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichtes dafür gesorgt, dass „…wir in Deutschland die weltweit liberalste Regelung zur Suizidassistenz haben“. Das wirft viele Fragen auf, die Raum haben möchten.

Circa siebzig Zuhörerinnen und Zuhörer haben in der Heilig-Geist-Kirche Platz genommen, um Andreas Hellers Ausführungen zu folgen. Er hinterfragt u. a. das Menschenbild der Richter des Bundesverfassungsgerichtes, die in ihrem Urteil zur Suizidassistenz sehr die Autonomie des Menschen betont haben, dafür zu wenig den Blick auf die Angewiesenheit des Menschen auf seinesgleichen, auf die Gemeinschaft gerichtet hätten. Bei einem Kind, sage ein afrikanisches Sprichwort, brauche es ein ganzes Dorf, um es zu groß zu ziehen. Was brauche es für Kranke und Sterbende, für ihr Leben und Sterben?

Als Menschen brauchen wir es, gebraucht zu werden. Wohin wollen wir als Gesellschaft gehen? In eine solidarische, gemeinschaftliche, einander unterstützende und füreinander sorgende Gesellschaft? Eine hospizliche Orientierung wäre eine wichtige Perspektive für die Zukunft. Andreas Heller wirbt für „Caring Communities“, für sorgende Gemeinschaften, wie sie in anderen Ländern bereits existieren. Es bedarf angesichts des demographischen Wandels und der Krisen unserer Zeit – Corona-Pandemie, Kriege, Flüchtlingsströme, Hungersnöte,  Klimakatastrophe – die Mitarbeit an der sorgenden Gesellschaft, in der das Schicksal der anderen nicht gleichgültig lässt. 

Lesen Sie HIER mehr.


Kirche der Zukunft bauen

Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren

Der Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren bietet Ihnen die Möglichkeit, die zertifizierte und anerkannte Befähigung zur selbstständigen Leitung von Gottesdiensten unter Verwendung einer Lesepredigt zu erwerben.

Interesse? Dann finden Sie weitere Informationen im Flyer.

Hier klicken.


Beschluss der Landessynode "Für Demokratie entschlossen einstehen und Dialog fördern"

Die Landessynode bezieht eine klare Position gegenüber der AfD.

Harald Geywitz, Präses der Landessynode: „Wir treten auf Grundlage unseres christlichen Glaubens ein für Demokratie und Rechtsstaat. Wir sind als Kirche weiterhin ein wichtiger Ort des Dialogs und wollen das in diesem Jahr noch ausbauen. Aber es gibt Grenzen, die von unserer Landessynode nun klar benannt wurden, und die von der AfD mit menschenfeindlichen Positionen weit überschritten wurde. Ich bitte Sie, in den Gemeinden das Gespräch zu suchen, strittige Themen anzusprechen und Dialog-Formate anzubieten. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind die besten Voraussetzungen dafür, dass die Würde eines jeden  Menschen gewahrt wird und wir friedlich zusammenleben können.“

Pressemitteilung hier.

Wochenandachten aus dem Kirchenkreis

Andacht vom 13.07.2024

Wann wird's mal wieder richtig Sommer? Ein Sommer, wie er früher einmal war?

So sang Rudi Carrell in den siebziger Jahren, so haben es auch manche von uns auch in den letzten Wochen gedacht und gefühlt. Und nun, da es endlich etwas sommerlicher geworden ist, mit viel Sonne und um die 30 Grad, klagen die Leute schon wieder über die Hitze. Nichts ist richtig, nicht mal das Wetter. Dabei wissen wir alle nur zu gut, dass unsere Sommer ohnehin deutlich wärmer und trockener geworden sind in den letzten Jahrzehnten. Wir haben zu wenig Niederschläge, nicht nur im Sommer. Auf der anderen Seite hören wir von schlimmen Unwettern, heftigen Regenfällen und Überschwemmungen. Folgen des Klimawandels, daran gibt es leider keinen Zweifel mehr. 

Neulich las ich irgendwo, dass jemand auf die Idee kam, aus diesem Grund den Schlager aus den 70ern von Rudi Carrell zu verbieten, er verharmlose den Klimawandel. Ich finde, das ist unsinnig. Natürlich freuen wir uns, wenn es warm ist, die Sonne scheint, wir baden gehen können, abends im Garten sitzen und grillen, Bier trinken und Eis essen können. All das gehört zum Sommer. Das hat, trotz Klimawandel, seine Berechtigung.  Alles hat seine Zeit, so heißt es im Buch des Predigers im Alten Testament. Dazu gehört auch Wechsel der Jahreszeiten, die sich in der Natur widerspiegeln. Der Herbst mit seinen wunderbaren Farben, aber auch den kühlen und regnerischen Tagen. Dann der Winter mit seiner kargen Schönheit, der Kälte, dem Schnee und Frost.  Und der Frühling mit dem ersten zarten Grün und den vielen Frühlingsblühern. Bis dann der Sommer kommt und alles in voller Pracht steht: die Bäume, die Blumen, die Wiesen, die Felder mit dem Getreide. Auch die flirrende Hitze und die späten Sonnen-untergänge. Das ist doch alles ganz wunderbar. Alles hat seine Zeit und alles hat auch seinen besonderen Reiz. Ja, wir leben im und mit dem Rhythmus der Natur, auch wenn manches gerade durcheinander zu geraten scheint.

Gott spricht: Von nun an soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht! So lesen wir es im 1. Buch Mose. Und so ist es, bis heute. Also, wenn sich in das Gespräch über das Wetter mal wieder die Ansicht mischt, dass früher alles besser war, kann man gleich mal Einhalten gebieten. Tatsache ist, dass Gott bereits zu Urzeiten nach den heftigsten Wetterkapriolen, die die Bibel überhaupt beschreibt, also nach der Sintflut, daran festhält, dass es von nun an solche Wechsel geben wird. Warm und kalt, harter Frost und dann auch wieder glühende Hitze. Und alles dazwischen.

In diesem Sinne: Kommen Sie gut durch den Sommer und wenn es Ihnen wieder zu kühl und regnerisch sein sollte, singen Sie gerne und lautstark jenen Schlager - Sie wissen schon!

Pfarrerin Gabriele Zieme-Diedrich, Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin

  • Andacht vom 06.07.2024 - Ist Frieden möglich?

    Andacht vom 06.07.2024 - Ist Frieden möglich?

    Jeden Tag hören wir schockierende Nachrichten aus den für uns wohl aktuellsten Kriegsplätzen in der Welt, d.h. aus der Ukraine und aus dem Nahen Osten.
    Auf der anderen Seite nehmen wir aber auch eine Verrohung bezüglich des Umgangs miteinander wahr. Zu viele Menschen haben neue Mauern errichtet, indem sie mit gewissen Personen überhaupt nicht mehr sprechen oder ins Gespräch kommen wollen.

    Aber ist denn das Frieden?

    Wie kann Frieden Wirklichkeit werden, d.h. in Deinem und meinem Leben und dann schließlich in den konkreten Kriegsgebieten in der Welt?
    Die Bibel, also das Wort Gottes, und die Kirche sagen uns eindeutig, dass wir alle durch die Sünde auf Kriegsfuß mit Gott stehen und dass es erst durch unsere Umkehr zu einer wirklichen Änderung kommt.
    In Seinem ersten Brief schreibt der Apostel Johannes: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er (Gott)  treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht“ (1 Joh 8-9).
    Also erst sobald wir mit Gott versöhnt sind, können wir wahre Friedensträger für unseren Nächsten und für die Welt werden. Zu oft werden wir Priester im Sakrament der Beichte Zeugen dieser Wirklichkeit, denn nur hier ist von Gott die sichere Zusage zu hören: „Deine Sünden sind Dir vergeben. Gehe hin in Frieden!“

    Ein bisschen mehr Frieden in dieser Welt kann schneller Wirklichkeit werden, als wir uns dies oft vorstellen. Er beginnt mit Deiner und meiner immer wieder erneuerten Umkehr zu Gott.
    Aber wissen wir denn überhaupt noch, von was wir umkehren sollten oder was Sünde ist?
    Dazu gibt es für gewöhnlich in jeder Katholischen Kirche kostenlos einen Beichtspiegel, also eine Hilfe zur eigenen Gewissenserforschung. Hier sind die Worte Gottes aus der Bibel zusammengefasst, wie Er Dein und mein Leben schöner und besser gestaltet wissen möchte.
    Wie wäre es, die jetzt begonnene Ferien- und Sommerzeit für einen Eintritt in eine katholische Kirche zu nutzen und mit Hilfe des Beichtspiegels unser Gewissen zu prüfen?

    So könnte im Herbst dieses Jahres eventuell ein bisschen mehr Frieden in dieser Welt herrschen und Du und ich wären ein Teil dieses Beitrages.

    Ihr Harold Bumann, IVE
    (Pfarradministrator, Katholische Pfarrei „Heilig Kreuz“, Pritzwalk, Meyenburg, Wittstock)

  • Andacht vom 29.06.2024 - Paulus aus Tarsus

    Andacht vom 29.06.2024 - Paulus aus Tarsus

    In den evangelischen Gottesdiensten morgen geht es überall um einen ziemlich merkwürdigen Typen: Paulus aus Tarsus (heute Türkei). Er wurde irgendwann um das Jahr 10 geboren und als jüdischer Gesetzeslehrer ausgebildet. Die Jesusnachfolger sind ihm ein Dorn im Auge. Er verfolgt sie leidenschaftlich und hartnäckig bis ihn ein Ereignis in seinem Leben völlig umkrempelt. Paulus gibt seine Verfolgungspläne auf, lässt sich taufen und wird mit mindestens genauso viel Entschlossenheit zum Verkündiger des auferstandenen Jesus. Seine aufbrausende Persönlichkeit und seine Streitlust bringen ihn oft in Lebensgefahr. Mal muss er fliehen, mal sitzt er im Gefängnis, mal entgeht er nur knapp der Steinigung. Manchmal geht sein Temperament mit ihm durch. Paulus wird als rastlos beschrieben und manchmal auch als schroff und unfair. Von ihm stammen die ältesten Zeugnisse des Glaubens an den Auferstandenen. Einige Briefe in der Bibel stammen aus seiner Feder. In einem dieser Briefe schreibt er etwas auf den ersten Blick Verwirrendes: er rühmt sich wegen seiner Schwachheit. Schwach war er wirklich. Sein Körper, so schreibt er, trug einen „Pfahl im Fleisch“. Wir wissen nicht, woran er litt. Vielleicht war es Epilepsie oder ein anderes Leiden. Jedenfalls war er eingeschränkt…

    Bis heute fürchten sich die Leute davor, als schwach zu gelten. Schwäche gilt als Makel. Niemand will Schwäche zugeben. Dabei ist das Bekenntnis zur eigenen Schwäche eine große Stärke, wie überhaupt jede aufrichtige Selbsterkenntnis. Paulus zeigt, wie es gehen kann. Er war sehr ehrlich zu sich selber, gerade auch, was seine körperliche Schwäche betraf. Und er machte das, was man in seiner Situation am besten damit macht. Er bekannte sich dazu und vertraute darauf, dass Gott ihn stärken würde.

    Es ist erstaunlich, was Paulus alles auf sich genommen hat, um den Völkern von dem zu erzählen, was der Glaube an den auferstandenen Jesus bedeutet.  Er unternahm lange, beschwerliche Reisen und riskierte stürmische Überfahrten auf See, inklusive Schiffbruch.

    Er gründete Gemeinden und hielt regen Briefkontakt. In einem der Briefe schreibt er, dass Gott ihm alle Kraft schenkt. Durch Gott wird seine Schwäche zu Stärke, zu Durchhaltevermögen – da ist er sich sicher. Gott ist an seiner Seite, obwohl er schwach ist – das nennt Paulus Gnade.

    Das Ganze hat noch eine andere Seite: Paulus erfährt trotz unterschiedlicher Ansichten und heftigen Streits viel Unterstützung durch die jungen Gemeinden. Vielleicht ist das ja die größte Gnade in der Schwäche: dass andere sich uns zuwenden und uns so die Nähe Gottes erfahren lassen.

    Roswitha Döring, Gemeindepädagogin,
    Leiterin der Regionalakademie im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin

  • Andacht vom 22.06.2024 - Sommerzeit ist Reisezeit

    Andacht vom 22.06.2024 - Sommerzeit ist Reisezeit

    Liebe Freundinnen und Freunde,
    Sommerzeit ist Reisezeit. Der Urlaub ist da! Also: Öffnet die Augen! Öffnet die Ohren! Öffnet euer Herz und eure Sinne, macht alles weit, was fühlen kann, und macht die Poren eurer Seele ganz weit auf, damit der Urlaub hineinkann.
    Urlaub – das ist für mich so etwas wie ein Vorbote des Paradieses! Ein Vorgeschmack, wie es im Himmel sein könnte!
    Urlaub ist wie ein Stück Ewigkeit. Sie ist hier. Genau jetzt, genau heute, genau in diesem Augenblick – genau in diesem Raum. Mitten unter uns.
    Wenn ihr atmet, atmet ihr ein Stück Ewigkeit. Wenn ihr trinkt, trinkt ihr davon. Wenn ihr esst, schmeckt ihr ein Stück Ewigkeit. Wenn ihr hört, hört ihr sie klingen. Wenn ihr an einer Rose riecht, dann wisst ihr, wie die Ewigkeit duftet. Wenn ihr einen schönen Tag habt oder eine wunderbare Nacht, dann habt ihr Ewigkeit erlebt. Wenn ihr ein Kind auf den Arm nehmt, tragt ihr die Ewigkeit persönlich. Wenn ihr einen Freund umarmt, habt ihr die Ewigkeit in die Arme geschlossen.
    So ist die Ewigkeit. Jeder Mensch. Jedes Kind. Jede Blume. Jeder Sonnenstrahl. Jede Zärtlichkeit. Jeder Schluck frisches Wasser oder köstlicher Wein. Jeder freundliche Blick. Jedes schöne Gespräch – das ist ein Tropfen aus Gottes Ewigkeit.
    Und da kommt ein Mensch in unser Leben und hier ein Wort, dort eine neue Idee. Ein schönes Bild oder ein Stück gute Musik, ein spannendes Buch oder ein schönes Fest: Das sind die Windzüge aus Gottes Ewigkeit, die Frischebringer und Streicheleinheiten, mit denen Gott uns die Ewigkeit stückweise zeigt.
    Und wenn wir es so wunderschön haben, wenn wir einmal mal ganz glücklich sind: Das ist nur ein ganz kleines Stück Ewigkeit! Wie wunderbar mag dann das Ganze sein. Wie unermesslich frei und weit wird der Ewigkeitsozean sein, wenn wir einmal darin eintauchen!
    Dahin, genau dahin sind wir unterwegs. Wir alle miteinander. Durch unsre kleine Zeit zur großen Ewigkeit.
    Wir gehen. Wir laufen. Wir lassen uns treiben. Wir werden mitgerissen. Wir halten uns an der Hand, wir führen einander. Immer weiter. Bis ans Ziel.
    Und Gott geht mit. Mit jedem Atemzug. Mit jedem Augenblick. Mit jedem Uhrenschlag. Mit jedem Abend und jedem Morgen. Mit jedem Lachen und jedem Weinen. Mit jedem Finden und jedem Verlieren. Mit jeder Geburt und jedem Sterben.
    »Du bist mein Gott, meine Zeit steht in deinen Händen«…
    So ist es. Und so bleibt es. Bis in Ewigkeit.

    Pfarrer Christoph Römhild, Evangelische Kirchengemeinde Rheinsberg

  • Andacht vom 15.06.2024 - Der weite Himmel über mir

    Andacht vom 15.06.2024 - Der weite Himmel über mir

    Im Johannesevangelium der Bibel findet man eine schöne Szene: Die einfachen Leute, Fischer und Bauern, fragen Jesus: „Meister, wo wohnst du?“ Und er antwortet kurz und knapp: „Kommt und seht.“
    Wer etwas oder jemanden kennenlernen will, wer etwas Neues sehen oder etwas neu sehen will, der muss losgehen, die Augen öffnen und wahrnehmen.
    Eine wichtige Frage ist: Lade ich mir zu viel auf oder tun das andere?
    Ich vertraue auf die Worte Gottes.

    Seit einem halben Jahr bin ich Brandenburger, genauer Neuruppiner. Nach über 40 Jahren Berlin ein Ortswechsel, der viel Neues im Außen mit sich gebracht, aber auch in und mit mir einiges verändert hat.
    Anfangs ist es mir schwergefallen, geduldig an der einzig besetzten Supermarktkasse anzustehen, ohne dem Großstadtimpuls nachzugeben und mich laut bemerkbar zu machen: „Können se mal eene zweete Kasse uffmachen!“ Hier geht ein eigener Pulsschlag durch den Tag, an den mein eigener sich nach und nach angleicht. Und ich bemerke dabei, wie ich durch das längere Anstehen nicht Zeit verliere, sondern gewinnen kann. Zeit zum Nachdenken, um meine Umgebung wahrzunehmen, um Ruhe zu erfahren.
    Tief beeindruckend ist für mich als ehemaliger Großstädter aber der Himmel über mir. So viel Himmel! Der weite Horizont, den die Brandenburger Landschaft uns bereitwillig schenkt, macht auch mir das Denken weit und vieles scheinbar so Großes und Wichtiges, um Reinhard Mey zu zitieren, auf einmal relativ klein. Und dieser immer wieder sich wandelnde Himmelsteppich inspiriert mich, weiterzugeben, wie schön und wohltuend dieser Flecken Erde zwischen Müritz und Fehrbellin ist.
    Unter dem Blau und Weiß des Himmels lasse ich Geist und Seele schweifen und entwerfe eine Werbebroschüre für unsere Heimat, suche Stichworte, um Menschen hierherzulocken. Entspannung, Natur, Entschleunigung, Kultur, Ruhe...

    Stopp! Ja, das mag alles zu finden sein. Aber so viele Worte braucht es nicht. Braucht diese Landschaft nicht und auch nicht die Menschen, die in ihr ein Zuhause haben. Das Geplapper gehört den Städten. Nein, meine Werbebroschüre braucht nur eine Seite, nur einen Satz: Kommt und seht. Und so werde ich in meinem ersten Sommer als Brandenburger den gehetzten Großstädtern einen Segenswunsch hinterhersenden, wenn sie an mir vorbeirauschen. „Eure Augen mögen sich weiten und eure Seelen!“ Aber auch den Alteingesessenen wünsche ich einen Sommer mit vielen neuen Blicken auf das vielleicht schon zu sehr Gewohnte, dass dieses Land, unsere Heimat, uns Tag für Tag schenkt.

    Berthold Schalk
    Ständiger Diakon, Pfarrei St. Gertrud von Helfta Neuruppin Oberhavel

Veranstaltungs-Höhepunkte

Abendmusiken zum Zuhören und Mitsingen

Nachbarschafts-und Stadtgespräche – Interreligiös- Interkulturell

Gerne kommen wir dem Wunsch vieler nach und laden Sie herzlich ein zu einer interreligiösen und  interkulturellen  Gesprächsreihe  ein. Ausgehend von religiösen Texten und ihrer historisch - kulturellen Verankerung tauschen wir uns aus über unseren Glauben, unsere Werte und Hoffnungen. Gemeinsamkeiten werden wir entdecken und Unterschieden mit Respekt begegnen. Jeder Abend steht unter einem Thema.

18.00-20.00 Uhr in der Krümelkiste, Otto-Grotewohl-Str. 1a, Neuruppin

„CLARA & FRIEDRICH – Die Revolution muss tanzbar sein“

Klosterkirche St. Trinitatis, Neuruppin - 19:30 Uhr

Das Theaterstück „CLARA & FRIEDRICH – Die Revolution muss tanzbar sein“ beschäftigt sich mit dem Leben und der Zeit Clara Zetkins (1857-1933). So erzählt es aus der Perspektive ihrer beiden Söhne, Maxim und Kostja, ihre Lebensstationen mit dem Vater Ossip Zetkin in Paris, alleinerziehend in Stuttgart als Chefredakteurin der Zeitschrift die Gleichheit, ihre Ehe mit dem Kunstmaler Friedrich Zundel, das Warnen vor dem Weltkrieg brachte ihr nicht nur Freunde. Ihr Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen führte 1918 zur Einführung des Frauenwahlrechtes. Bis ins hohe Alter setzt sie sich gegen den Faschismus ein.

Gleichberechtigung, Frieden & politische Mitbestimmung – damals so aktuell wie heute.

(Spieldauer 60 Minuten. Bildrechte EURE FORMATION - Joris Haas)

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Termine zu Gottesdiensten und weitere Veranstaltungen finden Sie in unserem Kalender.

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Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Auf der Tagung der Kreissynode im Frühjahr 2022 hat der evangelische Kirchenkreis Wittstock-Ruppin sein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt beschlossen. Es soll dem Schutz der Mitarbeitenden vor unbegründeten Vermutungen und vor allem der Prävention aller Formen sexualisierter Gewalt dienen. Dazu gehören nicht nur strafrechtlich relevante Taten, sondern auch Grenzverletzungen und Übergriffe. Beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende  werden sensibilisiert und geschult, damit sie Risiken erkennen und in Fällen von sexualisierter Gewalt professionell handeln können.

Im KK Wittstock-Ruppin soll der Verhaltenskodex der EKBO  gelten und mit Leben gefüllt werden, damit eine Kultur der Achtsamkeit wachsen kann.

Wenn Sie von Vermutungen sexualisierter Gewalt hören oder selbst betroffen sind, können Sie sich – auch erstmal anonym - an jede*n Mitarbeiter*in oder an die Beauftragten des Kirchenkreises wenden. Sie hören Ihnen zu und sind über mögliche Vorgehensweisen informiert. Mit Ihnen zusammen können sie die notwendigen Schritte einleiten.

Was jetzt wichtig ist

Das Gespräch suchen, um sich mit den Erkenntnissen zu sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen

Die ForuM-Studie gibt wegweisende Empfehlungen zur Verbesserung unserer Aufarbeitung,
Präventions- und Interventionsarbeit.

Es gab und gibt in unserer Kirche Taten sexualisierter Gewalt. Es sind keine Einzelfälle. Die Evangelische Kirche wollte Aufklärung zum Ausmaß dieser Gewalt, wenn auch erst sehr spät. So wurde die von der EKD beauftragte „ForuM-Studie“ nach dreijähriger Arbeit im Januar 2024 veröffentlicht: Eine „Forschung zu sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“. Darin wird der Zeitraum von 1946 bis 2020 beleuchtet. Hier finden Sie die gesamte Studie zum Nachlesen: www.forum-studie.de. Das unabhängige Wissenschaftsteam, der Forschungsverbund, hat systemisches Versagen der Evangelischen Kirche analysiert: Minderjährige wurden nicht ausreichend geschützt, von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen wurden nicht gehört, begleitet und unterstützt, Täter wurden gedeckt. Mit dieser Studie gibt es eine Zäsur in unserer Kirche, denn die Ergebnisse zeigen auch: Es gibt Faktoren, die den Missbrauch begünstigt oder nicht verhindert haben. Betroffene Menschen kommen in der Studie ausführlich mit ihren Perspektiven auf die Täter und die kirchlichen Strukturen zu Wort. Was sie erlitten haben, wird zur Sprache gebracht. Ohne ihre Beharrlichkeit, oft auch gegen die administrativen Hürden und Abwehrhaltungen, wäre die Aufarbeitung nicht dort, wo sie heute steht. Die Landeskirche hat sich an der Zuarbeit zur ForuM-Studie gemäß den Vorgaben beteiligt. Sie haben sicherlich gehört und gelesen, dass in der Zuarbeit zu einem Teilprojekt der Studie Disziplinarakten der Pfarrpersonen seit 1946 ausgewertet wurden. Gemeldet wurden für den genannten Zeitraum aus der EKBO und ihren Vorgängerkirchen 41 Beschuldigte, davon 39 Pfarrer und 2 kirchliche Mitarbeiter. Wir gehen von 116 Betroffenen für diesen Zeitraum aus. Viele Personalakten sind noch nicht gesichtet. Das erfordert nächste Verabredungen und Schritte. Schon jetzt ist deutlich: Mit dieser Studie haben wir eine wichtige Arbeitsgrundlage für nötige Maßnahmen, für noch mehr Anstrengungen, aber damit ist das, was wir mit Aufarbeitung verbinden, längst nicht abgeschlossen. Wir sind mittendrin.

Die über vierzig Empfehlungen der Studie werden für eine verbesserte und weiter professionalisierte Arbeit mit allen Menschen, die sich unseren Gemeinden anvertrauen, besonders in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wesentlich sein. Was ein gemeinsam abgestimmtes, nach einheitlichen Standards verbessertes Arbeiten in der Prävention und Intervention bedeutet, wird auf allen Ebenen der Evangelischen Kirche beraten und dann gemeinsam beschlossen.

Jetzt braucht es Zeit, nicht nur zur Lektüre der Ergebnisse, sondern auch zum klärenden Austausch, für Fragen und erste Antworten, und zwar in geschützten Gesprächsräumen. Beschweigen wäre dagegen toxisch. Es geht um Vertrauen und Glaubwürdigkeit und um die Veränderbarkeit von Strukturen in unserer Kirche. Es kann nicht nur um einige Nachjustierungen, um einzelne Aspekte oder Richtlinien gehen. Vielmehr befragen wir miteinander unsere Haltung, unsere Kultur und Sprache mit Blick auf Gewalt und diese besonders schwerwiegende Gewaltform.

Wenn Sie Fragen, Rückmeldungen oder Anregungen zum Umgang mit der ForuM-Studie an die Landeskirche haben, können Sie unter anderem die Landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit sexualisierter Gewalt, Frau Marion Eckerland (m.eckerland@ekbo.de; Tel: 03024344-423) kontaktieren. Material zur Präventionsarbeit und den Verhaltenskodex, der an jeden kirchlichen Ort gehört, stellt die kreiskirchliche Ansprechperson für Prävention und Krisenintervention, Frau Tanja Rathmann (tanja.rathmann@teltow-zehlendorf) zur Verfügung. Sollten Sie von sexualisierter Gewalt betroffen sein oder einen Verdacht haben und suchen Sie nach einer Möglichkeit der anonymen und vertraulichen Beratung, dann steht für Sie eine externe Ansprechstelle zur Verfügung (Dr. Chris Lange als unabhängige externe Beraterin - Telefon: 0160 2043749,). Frau Dr. Lange gibt gegenüber der Landeskirche keine Auskunft über die Inhalte ihrer Telefonate.

Roswitha Döring

Gemeindepädagogin (FS)
Präventionsbeauftragte und
Ansprechperson in Fällen sexualisierter Gewalt

R.-Breitscheid-Str. 38

16816 Neuruppin

Telefon: 03391–775 3070
Mobil: 0152-090 155 89

E-Mail: roswitha.doering @ gemeinsam.ekbo.de