Herzlich Willkommen im Evangelischen Kirchenkreis Wittstock-Ruppin.

Hier finden Sie alle Informationen über das vielfältige Gemeindeleben in unserem Kirchenkreis, über Termine, Veranstaltungen, Angebote und vieles mehr. Wenn Sie eine konkrete Frage haben und eine Kontaktperson zu Ihrer Gemeinde suchen, dann sind Sie hier richtig.


Kirchenkreis

Unser Kirchenkreis Wittstock-Ruppin im Norden Brandenburgs gehört zur Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

Er besteht aus den Gesamtkirchengemeinden WittstockRuppinTemnitz, Protzen-Wustrau-Radensleben, Im Herzsprunger Land, den Kirchengemeinden Zwischen Dosse und Heide und Rheinsberg, den Pfarrbereich Zühlen-Zechliner Land sowie dem Pfarrsprengel Dranse.

Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Hier finden Sie News und allerlei Wissenswertes aus dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. 

Bericht von der Hospitztagung in Wittstock am 3./4. Mai 2024

3. Mai 2024, Freitagmittag auf dem Vorplatz der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche: Schülerinnen und Schüler des städtischen Gymnasiums singen Lieder, die fröhlich stimmen. Ihre Chorleiterin ist die Lehrerin Sigrun Stahmleder, die sie mit rhythmischen Akkorden auf der Gitarre begleitet. Passanten bleiben stehen und drehen sich nach den in helles Blau gekleideten Sängerinnen und Sängern um, die auf ihren T-Shirts mit einem Zitat Friedrich Nietzsches „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ für den Chor werben. Mehrere Informationsstände machen auf die Möglichkeiten von Hospizarbeit und Palliative Care in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin aufmerksam. Auch der „Wünschewagen“ vom ASB aus Potsdam ist vor Ort mit zwei Ehrenamtlichen, um die Möglichkeiten zur Erfüllung letzter Wünsche vorzustellen. Für Kinder gibt es ein Bastel- und Spielangebot. Später wird die Schulpfarrerin Ute Eisenack, plattütsch snackend, und mit ihrem Leierkasten für Unterhaltung sorgen. Im geöffneten Catharina-Dänicke-Haus wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen und wer eine Zuhörerin oder einen Gesprächspartner sucht, kann sie oder ihn unter mehreren ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen – es sind in der Mehrzahl Frauen – finden. Auch ein Büchertisch der Havelländischen Buchhandelsgesellschaft mbH mit Literatur zum Thema Sterben und Tod, aber auch Trauer und Trost wird ehrenamtlich betreut von Regina Tobias, Gabriele Blaschek und Andrea Wolf.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dieter Nürnberg (Vorstand Ruppiner Hospiz e. V.) und Grußworten des Wittstocker Bürgermeisters Dr. Philipp Wacker und Superintendentin Carola Ritter spricht Prof. Andreas Heller darüber, warum wir angesichts von Suizidassistenz eine sorgende Gesellschaft brauchen. Über viele Jahre war er Professor für Palliative Care und Organisationsethik an der Universität Graz. Über vierzig Doktoranden haben er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung betreut und gefördert. Sie befassten sich wesentlich mit der Erforschung der Anfänge der „modernen“ Hospizbewegung und des Palliative-Care-Gedankens seit den 1960er Jahren in England und in Amerika. Später, etwa seit den späten 1970er und 80er Jahren, fasste die Hospizidee und ihre Umsetzung auch im deutschsprachigen Raum immer mehr Fuß. Seit 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf Palliativversorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

2020 hat ein Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichtes dafür gesorgt, dass „…wir in Deutschland die weltweit liberalste Regelung zur Suizidassistenz haben“. Das wirft viele Fragen auf, die Raum haben möchten.

Circa siebzig Zuhörerinnen und Zuhörer haben in der Heilig-Geist-Kirche Platz genommen, um Andreas Hellers Ausführungen zu folgen. Er hinterfragt u. a. das Menschenbild der Richter des Bundesverfassungsgerichtes, die in ihrem Urteil zur Suizidassistenz sehr die Autonomie des Menschen betont haben, dafür zu wenig den Blick auf die Angewiesenheit des Menschen auf seinesgleichen, auf die Gemeinschaft gerichtet hätten. Bei einem Kind, sage ein afrikanisches Sprichwort, brauche es ein ganzes Dorf, um es zu groß zu ziehen. Was brauche es für Kranke und Sterbende, für ihr Leben und Sterben?

Als Menschen brauchen wir es, gebraucht zu werden. Wohin wollen wir als Gesellschaft gehen? In eine solidarische, gemeinschaftliche, einander unterstützende und füreinander sorgende Gesellschaft? Eine hospizliche Orientierung wäre eine wichtige Perspektive für die Zukunft. Andreas Heller wirbt für „Caring Communities“, für sorgende Gemeinschaften, wie sie in anderen Ländern bereits existieren. Es bedarf angesichts des demographischen Wandels und der Krisen unserer Zeit – Corona-Pandemie, Kriege, Flüchtlingsströme, Hungersnöte,  Klimakatastrophe – die Mitarbeit an der sorgenden Gesellschaft, in der das Schicksal der anderen nicht gleichgültig lässt. 

Lesen Sie HIER mehr.


Kirche der Zukunft bauen

Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren

Der Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren bietet Ihnen die Möglichkeit, die zertifizierte und anerkannte Befähigung zur selbstständigen Leitung von Gottesdiensten unter Verwendung einer Lesepredigt zu erwerben.

Interesse? Dann finden Sie weitere Informationen im Flyer.

Hier klicken.


Beschluss der Landessynode "Für Demokratie entschlossen einstehen und Dialog fördern"

Die Landessynode bezieht eine klare Position gegenüber der AfD.

Harald Geywitz, Präses der Landessynode: „Wir treten auf Grundlage unseres christlichen Glaubens ein für Demokratie und Rechtsstaat. Wir sind als Kirche weiterhin ein wichtiger Ort des Dialogs und wollen das in diesem Jahr noch ausbauen. Aber es gibt Grenzen, die von unserer Landessynode nun klar benannt wurden, und die von der AfD mit menschenfeindlichen Positionen weit überschritten wurde. Ich bitte Sie, in den Gemeinden das Gespräch zu suchen, strittige Themen anzusprechen und Dialog-Formate anzubieten. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind die besten Voraussetzungen dafür, dass die Würde eines jeden  Menschen gewahrt wird und wir friedlich zusammenleben können.“

Pressemitteilung hier.


Zusammen streiten – Gräben überwinden

Die Kampagne "Zusammen streiten!"´ist ab sofort online!

www.zusammenstreiten.de

SUV oder Lastenrad? Schwul oder „normal“? Windrad oder Tagebau? Heimat oder Habibi? Diese und andere Fragen werden gerade zu Glaubenssätzen - zu dramatischen Triggerpunkten, die Familien spalten, Menschen ausgrenzen, Gräben in ganze Dörfer reißen. Diakonie und Kirche sagen: Das kann nicht sein. Wir müssen wieder miteinander reden! Gerade im Brandenburger und Sächsischen Superwahljahr heißt es einbeziehen statt ausgrenzen.

Jede Meinung muss auf den Tisch - ob links, mitte oder rechts - und natürlich hoffen wir, dass letztlich die Menschenwürde überzeugt! Nutzen Sie unsere Plakate, Banner, Sharepics, Give Aways, Veranstaltungsideen und unser starkes Netzwerk. Und kommen Sie ins Gespräch – für eine lebenswerte Gesellschaft. Denn: wie es mit unserer Demokratie weitergeht, hängt jetzt von uns allen ab. Dazu brauchen wir fruchtbaren Streit ohne Hass.


Verabschiedung Katechetin Carmen Paul

Am 11. März 2024, dem Sonntag Lätare, wurde Carmen Paul in einem festlichen Gottesdienst in der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche durch Superintendentin Carola Ritter aus ihrem Dienst als Katechetin verabschiedet.

Über vierzig Jahre gestaltete Frau Paul in der Region Wittstock die Arbeit mit Kindern und gab ab 1994 den Religionsunterricht in einigen Wittstocker Grundschulen.
Im Anschluß an den Gottesdienst verabschiedeten sich zahlreiche Weggefährt:innen, ehemalige und gegenwärtige Mitarbeitende mit keativen Grußworten oder Musikbeiträgen. So bedankten sich der  Kinderchor oder das Kinderflötenensemble unter der Leitung von Kantor Metlitzky bei Frau Paul. Gerahmt wurden Gottesdienst und Feierstunde vom Wittstocker Posaunenchor.

Ihren Dienst als Prädikantin wird Frau Paul in der Region Wittstock weiterführen.

Wochenandachten aus dem Kirchenkreis

Andacht vom 11.05.2024

Respekt und Achtung

Vor wenigen Tagen habe ich meine Wahlbenachrichtigung im Briefkasten gefunden. Die Kommunalwahlen und die Wahlen zum Europäischen Parlament stehen an. Die Bewerberinnen und Bewerber für die unterschiedlichen Gremien lächeln uns an allen Orten beinah ermunternd zu. Während die einen lächeln, scheinen die anderen eine Runde auf dem Marktplatz unterwegs gewesen zu sein, um zu hören worüber gerade gemeckert wird und daraus einen Spruch gemacht zu haben. Beides hilft mir für meine Entscheidung wenig weiter. Ich möchte wissen, wofür steht der Kandidat, die Kandidatin oder die jeweilige Partei oder Gruppierung, die er oder sie vertritt.  Wofür setzt er/sie sich ein und hat diese Person das in der letzten Wahlperiode für mich glaubwürdig getan oder nicht, soweit ich das wahrnehmen konnte. Wichtig für meine Entscheidung wird auch sein, ob die brennenden Fragen vor Ort, für die Region bzw. für Europa mit Lösungsansätzen zur Sprache kommen, die mich überzeugen. Was auf jeden Fall für mich klar ist: Ich werde wählen, weil es mein Recht ist und weil ich es auch als meine Verpflichtung betrachte für die demokratische Gesellschaft, in der ich leben kann, meine Stimme abzugeben. Nur zu genau habe ich die DDR-Zeit  in   Erinnerung, in der es keine freien Wahlen gab, sondern im Vorfeld klar war wer den Wahlsieg kassiert. Öffentlich Kritik an unübersehbaren Missständen zu üben, konnte sehr schnell im Gefängnis enden und die Gesellschaft war von Misstrauen und Angst und Einschränkungen in jeder Weise durchsetzt. Das möchte ich nie wieder erleben! Eine offene, vielfältige und freiheitliche Gesellschaft, in der ich mich einbringen kann, in der ich meinen Glauben frei und offen leben darf, in der ich leben kann wo und wie ich möchte, ist ein hohes Gut und alles andere als selbstverständlich. Eine solche Gesellschaft braucht aber auch ein hohes Maß an Respekt und Achtung im Umgang miteinander und die Bereitschaft vieler Menschen, sich einzubringen an ihrem Ort.  Meckern, unzufrieden sein, Verantwortung abschieben, ist recht bequem. Wir alle werden gebraucht, um das Leben in unseren Dörfern und Städten zu gestalten, auch mit unserer Stimme am Wahltag und unserem Respekt für die Menschen, die sich für Freiheit und Demokratie zur Wahl stellen.

Ute Feuerstack,
Pfarrerin der Gesamtkirchengemeinde Protzen-Wustrau-Radensleben

  • Andacht vom 04.05.2024 - Eine weitere Fritzianische Weisheit in der Hitze der Zeit

    Andacht vom 04.05.2024 - Eine weitere Fritzianische Weisheit in der Hitze der Zeit

    Eine weitere Fritzianische Weisheit in der Hitze der Zeit

    Eben brauchten wir morgens auf der ersten Runde noch die gefütterte Winterjacke und gefühlt hatten die Eisheiligen einen Zug eher genommen, da beginnen nun die heißen Wochen und Monate, sowohl was das natürliche Klima als auch das politische Klima angeht. Nun wird manchem Menschen nicht nur der Kopf zu heiß, sondern der Boden unter den Füßen, da wird sich heißgeredet, da kocht manche Stimmungslage wie der Asphalt in der Augustsonne. Und Abkühlung gibt es nicht ausreichend, jedenfalls wenn ich mir den Pegelstand der Temnitz bei uns am Hause ansehe oder gesellschaftliche Orte die wohltemperiert sind. Da reicht es gerade mal, um die heißen Füße ins kühle Nass zu halten. Und wahrscheinlich wird sich kurz- und mittelfristig sowohl klimatechnisch und politisch nichts dabei ändern.

    Und was machst´e da?, denk ich mir und sehe hinter meinen Schreibtischstuhl auf den weisen Hund und der sieht mich an und versteht nicht worum ich mir den Kopf zerbreche.

    „So kompliziert ist das gar nicht“, meint er. „Wenn etwas zu heiß es, nimm es nicht in den Mund und lass die Pfoten davon. Warte, bis es so weit abgekühlt ist, dass du es genießen kannst und wenn die Sonne zu sehr scheint, setze dich ihr nur kurz für das Nötigste aus, dann suche Dir ein ruhiges kühles Fleckchen und lausche in Ruhe und Gelassenheit deinen Gedanken. Oder warum meinst Du liege ich den Großteil des Tages rum.“

    Recht hat der weise Hund, denk ich mir, wieder mal. – In der Hitze der Diskussionen und überhitzten Sitzungen habe ich noch keine guten Ergebnisse unterm Strich gesehen, aber wenn die Abendkühle kommt und die Ruhe oder die Frische des neuen Tages die Gedanken belebt, dann sprudelt so einiges an guten Gedanken. So wird sich das wohl auch Paulus gedacht haben, dem wir die Losung für den Monat Mai verdanken, einfach mal in Ruhe mit kühlem Kopf nachdenken über das, was getan werden muss, als er im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth im sechsten Kapitel schrieb: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.“

    Bleibt behütet
    Euer Alexander Stojanowic mit Fritz,
    Pfarrer der Ev. Gesamtkirchengemeinde Temnitz

  • Andacht vom 27.04.2024 - Kantate! Singet!

    Andacht vom 27.04.2024 - Kantate! Singet!

    Kantate! Singet!

    Morgen ist der Musiksonntag in der Evangelischen Kirche. Es ist immer noch Osterzeit und die Sonntage haben klangvolle Namen. Morgen wird in den Gottesdiensten der Sonntag Kantate gefeiert – Singet!
    Chöre und Orgelmusik bereichern die Gottesdienste und mancherorts sind auch Posaunenchöre im Einsatz – landauf, landab lebendige Musik, handgemacht und live zum Lobe Gottes.
    Ja, wir haben trotz der Krisen viel Grund zum Loben: wir dürfen Singen – die Pandemie ist überwunden. Wir haben ausreichend zu essen (eigentlich viel zu viel, so dass es für die, die zu wenig haben auch noch reichen würde, wenn wir lernten zu teilen). Wir dürfen unsere Meinung sagen. Alle – Frauen, Männer, Kinder dürfen in unserem Land lernen. Es gäbe sicher noch mehr zu erzählen, wenn es um Gründe für ein fröhliches gesungenes und musiziertes Gotteslob geht.
    Übrigens, an vielen Orten ist das jede Woche im Gottesdienst zu haben: Musik erleben, von Berufsmusiker*innen live aufgeführt und kostenfrei.
    Musik und Gesang spielen seit Urzeiten und weltweit bei allen Völkern eine große Rolle. Archäologen haben Musikinstrumente gefunden, die um die 40 000 Jahre alt sind! Lieder und Musik bewegen die Menschen. Sie bringen Leib und Seele zum Schwingen, sagen Chorsänger und -sängerinnen.
    Und von Beginn an nutzten die Menschen Musik und Gesang zum Gespräch mit der Gottheit.
    Bis heute werden überall auf der Welt Lob- und Danklieder gesungen – nicht nur im Gottesdienst!
    Und dann sind Singen und Musizieren auch noch gesund. Vielleicht haben unsere Altvorderen schon gespürt, was heute Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Studien herausfinden. Singen stärkt das Immunsystem. Die Sauerstoffversorgung des Körpers wird durch das Singen nachweislich verbessert. Stresshormone und Aggressionshormone werden signifikant abgebaut, während die Glückshormone verstärkt ausgeschüttet werden. Das hebt die Stimmung der Sängerinnen und Sänger merklich an. Singende Menschen schlafen auch besser, sagen Wissenschaftler. Der Volksmund weiß das und fasst kurz zusammen: Drückt's dich wo, sing dich froh! Es gibt angeblich sogar Studien, die darauf hinweisen, dass singende Gruppen der Bevölkerung eine höhere Lebenserwartung haben.
    Kantate! Singet!
    Bei manchen Völkern wird der Reichtum eines Menschen daran bemessen, wie viele Lieder er im Herzen trägt.
    Testen Sie morgen doch mal, wie viele Lieder Sie singen können – schöne Lieder, die gut sind für die Seele. Andere brauchen wir nicht. Die sind ungesund!

    Roswitha Döring, Gemeindepädagogin, Leiterin der Regionalakademie
    im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin

  • Andacht vom 20.04.2024 - Jubeln

    Andacht vom 20.04.2024 - Jubeln

    Jubeln

    Gibt’s was zu bejubeln, zu frohlocken oder gar zu beklatschen? Müssen wir die alte Stimmungsplatte aus dem Jahre 1986 hervorholen „Jubel, Trubel, Heiterkeit“, um über die unerträglichen Katastrophen hinweg zu kommen? Von wegen Jubel, wenn ich daran denke, was los ist in unserer Welt. Gruselig!
    Wer jubeln und jauchzen kann, lässt Freudenrufe ungebremst raus. Gelegentlich mischen sich Stoßseufzer mit ein: klagendes juchzen und ächzen. Hat nicht beides seine Berechtigung? Die Frage ist nur, was überwiegt.
    JUBILATE ist der lateinische Name für jubelndes Jauchzen. Der kommende dritte Sonntag nach Ostern trägt diesen Namen. Obwohl die meisten von uns ihre Osterdekoration wieder verstaut haben, leben wir weiterhin in der österlichen Zeit. Sonntag Jubilate thematisiert die triumphierende Freude über die Auferstehung Jesu als neue Schöpfung. Was für eine Kreation: Aufstand und Sieg gegen den Tod. Angesichts des unaufhörlichen Abschlachtens von Menschen, um des machtgierigen Siegens will, kann ich nur verhalten - stockend singen: „Wir wollen alle fröhlich sein in dieser Österlichen Zeit…“ (EG 100) Mit dem Beter des Sonntags-Psalm ermuntere ich mich und alle, die ihre Hass- und Gräueltaten nicht eingestehen wollen: “Jubelt Gott zu, alle Länder…Stimmt an den Lobgesang auf seine Herrlichkeit“ (Ps 66,1f)
    JUBILATE: „Es ist erstanden Jesus Christ“ (EG 100,2). Hallelu, Hallelu, Halleluja: Ehre sei Gott. Eindringlich fordert der Psalmbeter: „Ihr Völker, preist unseren Gott. Laßt sein Lob laut erschallen!“ Wie kann das gelingen? Hat, neben dem Jubel nicht auch das Klagen und Jammern seine Berechtigung? Wie steht es um die unaufgebbare Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde? Die Sehn-Suche nach einer gerechteren, friedvollen Welt dürfen wir uns von keinem nehmen lassen!
    Lasst uns Suchende bleiben - Sehn-Suchende auf dem aufopferungsvollen Weg zum Friedensreich Gottes. Was für eine Zumutung im Drohnenflug und den Vernichtungsstrategien politisch-religiöser Despoten. Wer diese Hoffnung trotzdem nicht resigniert aufgibt, muss ein bisschen verrückt sein. In der Tat: Zwischen Jauchzen und Seufzen bleibt unser Beten und unser Tun des Gerechten (Bonhoeffer). Also alle unsere Aktivitäten, die uns aus lauter Lieben möglich sind. Nur getan werden müssen sie von uns. Aufrichtig zum Wohle für alles, was lebt. So könnten wir mit sagenhaften Fantasien und kreativen Spielarten die neue Schöpfung mitentwickeln. Krasse Challenge und kühne Herausforderungen!
    JUBILATE: „Gepriesen sei Gott! Er hat mein Gebet nicht abgewiesen und seine Güte nicht von mir genommen.“ Das wäre doch ein Grund, was zu bejubeln, oder?

    Wolfgang Rein, Pfarrer im Ruhestand Neuruppin

  • Andacht vom 13.04.2024 - Der Mandelzweig

    Andacht vom 13.04.2024 - Der Mandelzweig

    Der Mandelzweig

    Sie blühen wieder. Nicht die spektakulären Magnolienblüten oder die sonnengelben aber für Bienen unbrauchbaren Forsythien haben es mir angetan.
    Seit je her liebe ich die kleinen rosa Blüten des Mandelbäumchens, die auch im Schatten gedeihen. Jede Blüte ist ein Hingucker, jeder Zweig eine Blütengirlande.

    Das Mandelbäumchen ist mir ein Fingerzeig der Lebenskraft und der Liebe. Ein Lied, das ich jedes Jahr im Frühling singe, kündet davon: „Freunde, dass der Mandelzweig, wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt.“ Der Verfasser, Schalom Ben-Chorin, schrieb diese Zeilen 1942 und hält seine Kriegserfahrungen in der dritten Strophe des Liedes so fest: „Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht. Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.“ Krasser könnte der Kontrast nicht sein: Das Massensterben und die Mandelblüte im Frühlingswind. Doch von der Ohnmacht der Kriegserfahrung will er sich nicht lähmen lassen und fügt noch eine vierte Strophe hinzu: „Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt.“ Das Lied ist ein Ermutigungszuspruch an seine Freunde mit der Absicht, jeden noch so kleinen Fingerzeig der Friedenshoffnung zu sehen.  Ich fühle mich angesprochen und ergreife mit dem kleinen Finger die ganze Hand, will festhalten, was dem Frieden zum Blühen verhilft: An einem fairen, solidarischen Miteinander, an Wahrhaftigkeit auch und vor allem in den digitalen Welten, an den Friedensgebeten, die in in unserem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin seit über 111 Wochen mit Beginn des Ukrainekrieges mittwochs die Hoffnung teilen, an der Hochachtung für die Menschen, die die Wittstock-Ruppiner Heide täglich von Munition befreien und an den Grund meiner Hoffnung, den Osterglauben, der uns lehrt, dass das Leben siegt.

    Carola Ritter, amt. Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Wittstock-Ruppin

Veranstaltungs-Höhepunkte

Eröffnungsmusik der Bläser

Sommerfest im Café Hinterhof

Herzliche Einladung zum Sommerfest im Café Hinterhof

Am 1. Juni 2024 öffnet das Café Hinterhof seine Türen für einen Nachmittag zum Kennenlernen, Schauen und Ausprobieren. Ihr habt Lust mal wieder Billard oder Tischtennis zu spielen?  Oder wollt mit eurer Band ein paar Songs spielen?Dann kommt vorbei, lernt das Café und seine Möglichkeiten kennen und beteiligt euch mit euren Ideen an der Neugestaltung. Neben Workshopangeboten und Infoständen gibt es zwischen 14:00 und 22:00 Uhr auch noch weitere Programmpunkte wie eine Talkrunde zur Zukunft des Cafés und Karaoke zum Mitmachen.

Wenn ihr euch schon an der Vorbereitung beteiligen möchtet, meldet euch gerne.

Nachbarschafts-und Stadtgespräche – Interreligiös- Interkulturell

Gerne kommen wir dem Wunsch vieler nach und laden Sie herzlich ein zu einer interreligiösen und  interkulturellen  Gesprächsreihe  ein. Ausgehend von religiösen Texten und ihrer historisch - kulturellen Verankerung tauschen wir uns aus über unseren Glauben, unsere Werte und Hoffnungen. Gemeinsamkeiten werden wir entdecken und Unterschieden mit Respekt begegnen. Jeder Abend steht unter einem Thema.

18.00-20.00 Uhr in der Krümelkiste, Otto-Grotewohl-Str. 1a, Neuruppin

Argumentations- und Moderationsworkshop in kirchlichen Einrichtungen

Argumentations- und Moderationsworkshop in kirchlichen Einrichtungen

Tagesfahrt mit dem Bus nach Lutherstadt Wittenberg

500 Jahre  Evangelisches Gesangbuch – LiederReise zu den Wurzeln

Ohne Lieder hätten sich die reformatorischen Gedanken nicht so schnell und gründlich verbreiten lassen. Die Vielfalt unserer Gottesdienste würde es ohne Lieder und Musik nicht geben.
Martin Luther, Philipp Melanchthon und andere haben neue Texte für damals weit verbreitete Melodien geschrieben. So lernten seine Zeitgenoss*nnen, was die Reformator*innen dachten.
Und unter denen, die Lieder schrieben, waren von Anfang an Frauen, wie zum Beispiel Elisabeth Cruziger.

Wir wollen in Wittenberg den Spuren der singenden Reformator*innen folgen – und natürlich selber singen – auch die Schlager aus der Reformationszeit.

Wir sind:
Roswitha Döring, Regionalakademie
Uwe Metlitzky, Kantor und
Carola Ritter, amtierende Superintendentin

Flyer zum Download

Anmeldung unter: roswitha.doering@gemeinsam.ekbo.de oder per Post
Anmeldeschluss: 14.06.2024

LandesjugendCamp der EJBO in Hirschluch

Vom 5. bis 7. Juli 2024 findet das LandesjugendCamp der EJBO in Hirschluch statt und die Evangelische Jugend Wittstock-Ruppin ist mit dabei. Eingeladen sind Jugendliche von 12 bis 26 Jahren zu einem großartigen Wochenende mit einer Reihe von Veranstaltungen rund um das Thema #liebevoll. Wir fahren am Freitagnachmittag mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wittstock mit Johanna Güntter und von Neuruppin mit Marko Geitz dort hin und sind am Sonntagabend wieder zurück.

Habt ihr Lust dabei zu sein? Dann meldet euch mit dem Formular im Flyer bis zum 10. Juni 2024 an.

Formular/Flyer

Nachbarschafts-und Stadtgespräche – Interreligiös- Interkulturell

Gerne kommen wir dem Wunsch vieler nach und laden Sie herzlich ein zu einer interreligiösen und  interkulturellen  Gesprächsreihe  ein. Ausgehend von religiösen Texten und ihrer historisch - kulturellen Verankerung tauschen wir uns aus über unseren Glauben, unsere Werte und Hoffnungen. Gemeinsamkeiten werden wir entdecken und Unterschieden mit Respekt begegnen. Jeder Abend steht unter einem Thema.

18.00-20.00 Uhr in der Krümelkiste, Otto-Grotewohl-Str. 1a, Neuruppin

Tagesworkshop

Rassismuskritische Ansätze für die religionspädagogische und gemeindliche Praxis

Eine Kooperation der AKD mit der Regionalakademie Wittstock-Ruppin

Die Trainer:innen Nina Schmidt, Kristina Herbst und Christian Staffa von DisKursLab – Labor für antisemitismus- und rassismuskritische Bildung & Praxis kommen am 20. Juli 2024 für einen Tagesworkshop nach Wittstock.

Anmeldung: Kirchenkreis Wittstock-Ruppin/Regionalakademie
Roswitha Döring
Tel.: 03391/7753070
Mail: roswitha.doering@gemeinsam.ekbo.de

Anmeldeschluss: 27.06.2024

Zum Kalender

Termine zu Gottesdiensten und weitere Veranstaltungen finden Sie in unserem Kalender.

Kontakt Kirchenkreis

Sie haben ein Anliegen oder Fragen? Bitte sprechen Sie uns gerne an!
Wir freuen uns über Ihre Nachricht und helfen gern weiter.

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Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Auf der Tagung der Kreissynode im Frühjahr 2022 hat der evangelische Kirchenkreis Wittstock-Ruppin sein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt beschlossen. Es soll dem Schutz der Mitarbeitenden vor unbegründeten Vermutungen und vor allem der Prävention aller Formen sexualisierter Gewalt dienen. Dazu gehören nicht nur strafrechtlich relevante Taten, sondern auch Grenzverletzungen und Übergriffe. Beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende  werden sensibilisiert und geschult, damit sie Risiken erkennen und in Fällen von sexualisierter Gewalt professionell handeln können.

Im KK Wittstock-Ruppin soll der Verhaltenskodex der EKBO  gelten und mit Leben gefüllt werden, damit eine Kultur der Achtsamkeit wachsen kann.

Wenn Sie von Vermutungen sexualisierter Gewalt hören oder selbst betroffen sind, können Sie sich – auch erstmal anonym - an jede*n Mitarbeiter*in oder an die Beauftragten des Kirchenkreises wenden. Sie hören Ihnen zu und sind über mögliche Vorgehensweisen informiert. Mit Ihnen zusammen können sie die notwendigen Schritte einleiten.

Was jetzt wichtig ist

Das Gespräch suchen, um sich mit den Erkenntnissen zu sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen

Die ForuM-Studie gibt wegweisende Empfehlungen zur Verbesserung unserer Aufarbeitung,
Präventions- und Interventionsarbeit.

Es gab und gibt in unserer Kirche Taten sexualisierter Gewalt. Es sind keine Einzelfälle. Die Evangelische Kirche wollte Aufklärung zum Ausmaß dieser Gewalt, wenn auch erst sehr spät. So wurde die von der EKD beauftragte „ForuM-Studie“ nach dreijähriger Arbeit im Januar 2024 veröffentlicht: Eine „Forschung zu sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“. Darin wird der Zeitraum von 1946 bis 2020 beleuchtet. Hier finden Sie die gesamte Studie zum Nachlesen: www.forum-studie.de. Das unabhängige Wissenschaftsteam, der Forschungsverbund, hat systemisches Versagen der Evangelischen Kirche analysiert: Minderjährige wurden nicht ausreichend geschützt, von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen wurden nicht gehört, begleitet und unterstützt, Täter wurden gedeckt. Mit dieser Studie gibt es eine Zäsur in unserer Kirche, denn die Ergebnisse zeigen auch: Es gibt Faktoren, die den Missbrauch begünstigt oder nicht verhindert haben. Betroffene Menschen kommen in der Studie ausführlich mit ihren Perspektiven auf die Täter und die kirchlichen Strukturen zu Wort. Was sie erlitten haben, wird zur Sprache gebracht. Ohne ihre Beharrlichkeit, oft auch gegen die administrativen Hürden und Abwehrhaltungen, wäre die Aufarbeitung nicht dort, wo sie heute steht. Die Landeskirche hat sich an der Zuarbeit zur ForuM-Studie gemäß den Vorgaben beteiligt. Sie haben sicherlich gehört und gelesen, dass in der Zuarbeit zu einem Teilprojekt der Studie Disziplinarakten der Pfarrpersonen seit 1946 ausgewertet wurden. Gemeldet wurden für den genannten Zeitraum aus der EKBO und ihren Vorgängerkirchen 41 Beschuldigte, davon 39 Pfarrer und 2 kirchliche Mitarbeiter. Wir gehen von 116 Betroffenen für diesen Zeitraum aus. Viele Personalakten sind noch nicht gesichtet. Das erfordert nächste Verabredungen und Schritte. Schon jetzt ist deutlich: Mit dieser Studie haben wir eine wichtige Arbeitsgrundlage für nötige Maßnahmen, für noch mehr Anstrengungen, aber damit ist das, was wir mit Aufarbeitung verbinden, längst nicht abgeschlossen. Wir sind mittendrin.

Die über vierzig Empfehlungen der Studie werden für eine verbesserte und weiter professionalisierte Arbeit mit allen Menschen, die sich unseren Gemeinden anvertrauen, besonders in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wesentlich sein. Was ein gemeinsam abgestimmtes, nach einheitlichen Standards verbessertes Arbeiten in der Prävention und Intervention bedeutet, wird auf allen Ebenen der Evangelischen Kirche beraten und dann gemeinsam beschlossen.

Jetzt braucht es Zeit, nicht nur zur Lektüre der Ergebnisse, sondern auch zum klärenden Austausch, für Fragen und erste Antworten, und zwar in geschützten Gesprächsräumen. Beschweigen wäre dagegen toxisch. Es geht um Vertrauen und Glaubwürdigkeit und um die Veränderbarkeit von Strukturen in unserer Kirche. Es kann nicht nur um einige Nachjustierungen, um einzelne Aspekte oder Richtlinien gehen. Vielmehr befragen wir miteinander unsere Haltung, unsere Kultur und Sprache mit Blick auf Gewalt und diese besonders schwerwiegende Gewaltform.

Wenn Sie Fragen, Rückmeldungen oder Anregungen zum Umgang mit der ForuM-Studie an die Landeskirche haben, können Sie unter anderem die Landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit sexualisierter Gewalt, Frau Marion Eckerland (m.eckerland@ekbo.de; Tel: 03024344-423) kontaktieren. Material zur Präventionsarbeit und den Verhaltenskodex, der an jeden kirchlichen Ort gehört, stellt die kreiskirchliche Ansprechperson für Prävention und Krisenintervention, Frau Tanja Rathmann (tanja.rathmann@teltow-zehlendorf) zur Verfügung. Sollten Sie von sexualisierter Gewalt betroffen sein oder einen Verdacht haben und suchen Sie nach einer Möglichkeit der anonymen und vertraulichen Beratung, dann steht für Sie eine externe Ansprechstelle zur Verfügung (Dr. Chris Lange als unabhängige externe Beraterin - Telefon: 0160 2043749,). Frau Dr. Lange gibt gegenüber der Landeskirche keine Auskunft über die Inhalte ihrer Telefonate.

Roswitha Döring

Gemeindepädagogin (FS)
Präventionsbeauftragte und
Ansprechperson in Fällen sexualisierter Gewalt

R.-Breitscheid-Str. 38

16816 Neuruppin

Telefon: 03391–775 3070
Mobil: 0152-090 155 89

E-Mail: roswitha.doering @ gemeinsam.ekbo.de