Herzlich Willkommen im Evangelischen Kirchenkreis Wittstock-Ruppin.

Hier finden Sie alle Informationen über das vielfältige Gemeindeleben in unserem Kirchenkreis, über Termine, Veranstaltungen, Angebote und vieles mehr. Wenn Sie eine konkrete Frage haben und eine Kontaktperson zu Ihrer Gemeinde suchen, dann sind Sie hier richtig.


Kirchenkreis

Unser Kirchenkreis Wittstock-Ruppin im Norden Brandenburgs gehört zur Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

Er besteht aus den Gesamtkirchengemeinden WittstockRuppinTemnitz, Protzen-Wustrau-Radensleben, Im Herzsprunger Land, den Kirchengemeinden Zwischen Dosse und Heide und Rheinsberg, den Pfarrbereich Zühlen-Zechliner Land sowie dem Pfarrsprengel Dranse.

Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Hier finden Sie News und allerlei Wissenswertes aus dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. 

Ein Rückblick auf den Monat Mai der Posaunenchöre

Ein ereignisreicher Monat liegt hinter uns.

Begonnen hat der Mai mit dem 3. Deutschen Evangelischen Posaunentag vom 03. – 05. Mai in Hamburg. An 3 Tagen trafen sich ca. 17.000 Bläserinnen und Bläser aus ganz Deutschland und musizierten unter dem Motto "mittenmang" zusammen. Neben dem Eröffnungs- und Abschussgottesdienst, stellte die Serenade auf der Jan-Fedder-Promenede einen Höhepunkt des Wochenendes dar. Auf einer Länge von 1,5 km standen die Bläser am Hafen. Der Dirigent war nur über eine Videoleinwand zu sehen. Trotzdem fanden alle den richtigen Einsatz. Selbst die U-Bahn fuhr sehr langsam oder blieb kurz stehen, um den Passagieren das Fotogarfieren dieses beeindruckenden Bildes zu ermöglichen. Die Bläserinnen und Bläser mussten nicht nur selber spielen, sondern konnten auch als Zuhörer an den zahlreichen Konzerten teilnehmen. Auch unser Landesposaunenwart, Christian Syperek, durfte natürlich in Hamburg nicht fehlen.  Hier dirigiert er, bei einem Konzert auf und vor einem Museumsschiff, 400 Bläserinnen und Bläser, die in 3 Chöre aufgeteilt waren.
Es war ein sehr schönes aber anstrengendes Wochenende. Bei der Teilnahme an den Proben und den Konzerten blieb keine Zeit für ausgiebige Mahlzeiten. Erst nach dem Schlussgottesdienst, vor der Heimfahrt, fanden wir Zeit für den Besuch in einem Restaurant.

Zu Himmelfahrt, am 09.Mai, fanden viele Gottesdienste unter freiem Himmel statt. Beispielsweise am Bertikower See in Walsleben und am Pristerpfuhl in Wustrau, die von den jeweiligen Posaunenchören begleitet wurden.

Ein weiterer Höhepunkt für die Posaunenchöre Protzen-Fehrbellin und Temnitz war der Festgottesdienst zur Eröffnung der 700 Jahrfeier am 24. Mai. Bei diesem Bläsergottesdienst erhielten wir Unterstützung vom Posaunenchor "Dosseblech" aus Sieversdorf/Wusterhausen. Auch beim Festumzug am 25. Mai durfte der Posaunenchor nicht fehlen. Auf einem geschmückten Anhänger führten wir die Umzugsteilnehmer durch das Dorf.

Ralf Blank,
Kreisposaunenwart

Bericht von der Hospitztagung in Wittstock am 3./4. Mai 2024

3. Mai 2024, Freitagmittag auf dem Vorplatz der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche: Schülerinnen und Schüler des städtischen Gymnasiums singen Lieder, die fröhlich stimmen. Ihre Chorleiterin ist die Lehrerin Sigrun Stahmleder, die sie mit rhythmischen Akkorden auf der Gitarre begleitet. Passanten bleiben stehen und drehen sich nach den in helles Blau gekleideten Sängerinnen und Sängern um, die auf ihren T-Shirts mit einem Zitat Friedrich Nietzsches „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ für den Chor werben. Mehrere Informationsstände machen auf die Möglichkeiten von Hospizarbeit und Palliative Care in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin aufmerksam. Auch der „Wünschewagen“ vom ASB aus Potsdam ist vor Ort mit zwei Ehrenamtlichen, um die Möglichkeiten zur Erfüllung letzter Wünsche vorzustellen. Für Kinder gibt es ein Bastel- und Spielangebot. Später wird die Schulpfarrerin Ute Eisenack, plattütsch snackend, und mit ihrem Leierkasten für Unterhaltung sorgen. Im geöffneten Catharina-Dänicke-Haus wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen und wer eine Zuhörerin oder einen Gesprächspartner sucht, kann sie oder ihn unter mehreren ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen – es sind in der Mehrzahl Frauen – finden. Auch ein Büchertisch der Havelländischen Buchhandelsgesellschaft mbH mit Literatur zum Thema Sterben und Tod, aber auch Trauer und Trost wird ehrenamtlich betreut von Regina Tobias, Gabriele Blaschek und Andrea Wolf.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dieter Nürnberg (Vorstand Ruppiner Hospiz e. V.) und Grußworten des Wittstocker Bürgermeisters Dr. Philipp Wacker und Superintendentin Carola Ritter spricht Prof. Andreas Heller darüber, warum wir angesichts von Suizidassistenz eine sorgende Gesellschaft brauchen. Über viele Jahre war er Professor für Palliative Care und Organisationsethik an der Universität Graz. Über vierzig Doktoranden haben er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung betreut und gefördert. Sie befassten sich wesentlich mit der Erforschung der Anfänge der „modernen“ Hospizbewegung und des Palliative-Care-Gedankens seit den 1960er Jahren in England und in Amerika. Später, etwa seit den späten 1970er und 80er Jahren, fasste die Hospizidee und ihre Umsetzung auch im deutschsprachigen Raum immer mehr Fuß. Seit 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf Palliativversorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

2020 hat ein Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichtes dafür gesorgt, dass „…wir in Deutschland die weltweit liberalste Regelung zur Suizidassistenz haben“. Das wirft viele Fragen auf, die Raum haben möchten.

Circa siebzig Zuhörerinnen und Zuhörer haben in der Heilig-Geist-Kirche Platz genommen, um Andreas Hellers Ausführungen zu folgen. Er hinterfragt u. a. das Menschenbild der Richter des Bundesverfassungsgerichtes, die in ihrem Urteil zur Suizidassistenz sehr die Autonomie des Menschen betont haben, dafür zu wenig den Blick auf die Angewiesenheit des Menschen auf seinesgleichen, auf die Gemeinschaft gerichtet hätten. Bei einem Kind, sage ein afrikanisches Sprichwort, brauche es ein ganzes Dorf, um es zu groß zu ziehen. Was brauche es für Kranke und Sterbende, für ihr Leben und Sterben?

Als Menschen brauchen wir es, gebraucht zu werden. Wohin wollen wir als Gesellschaft gehen? In eine solidarische, gemeinschaftliche, einander unterstützende und füreinander sorgende Gesellschaft? Eine hospizliche Orientierung wäre eine wichtige Perspektive für die Zukunft. Andreas Heller wirbt für „Caring Communities“, für sorgende Gemeinschaften, wie sie in anderen Ländern bereits existieren. Es bedarf angesichts des demographischen Wandels und der Krisen unserer Zeit – Corona-Pandemie, Kriege, Flüchtlingsströme, Hungersnöte,  Klimakatastrophe – die Mitarbeit an der sorgenden Gesellschaft, in der das Schicksal der anderen nicht gleichgültig lässt. 

Lesen Sie HIER mehr.


Kirche der Zukunft bauen

Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren

Der Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren bietet Ihnen die Möglichkeit, die zertifizierte und anerkannte Befähigung zur selbstständigen Leitung von Gottesdiensten unter Verwendung einer Lesepredigt zu erwerben.

Interesse? Dann finden Sie weitere Informationen im Flyer.

Hier klicken.


Beschluss der Landessynode "Für Demokratie entschlossen einstehen und Dialog fördern"

Die Landessynode bezieht eine klare Position gegenüber der AfD.

Harald Geywitz, Präses der Landessynode: „Wir treten auf Grundlage unseres christlichen Glaubens ein für Demokratie und Rechtsstaat. Wir sind als Kirche weiterhin ein wichtiger Ort des Dialogs und wollen das in diesem Jahr noch ausbauen. Aber es gibt Grenzen, die von unserer Landessynode nun klar benannt wurden, und die von der AfD mit menschenfeindlichen Positionen weit überschritten wurde. Ich bitte Sie, in den Gemeinden das Gespräch zu suchen, strittige Themen anzusprechen und Dialog-Formate anzubieten. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind die besten Voraussetzungen dafür, dass die Würde eines jeden  Menschen gewahrt wird und wir friedlich zusammenleben können.“

Pressemitteilung hier.



Wochenandachten aus dem Kirchenkreis

Andacht vom 08.06.2024

Zu Jesus kommen und aufatmen

Liebe Leserin, lieber Leser,

Das Bibelwort für die nächste Woche steht bei Matthäus 11,28: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28) Eine moderne Übersetzung sagt es so: Atemlose Menschen können zu Jesus kommen, aufatmen und frei sein.
Eine Beispielgeschichte: Der Arzt untersucht einen Mann mit Atemproblemen lange und gründlich. „Tja,“ – sagt der Doktor, „organisch kann ich nichts finden. Das ist wohl ein psychosomatisches Problem – aber ich hätte da eine Therapie für Sie: Heute ist ein guter Zirkus in der Stadt: Mit tollen Tiernummern, Trapezkünstlern und einem wirklich guten Clown. Gehen Sie hin. Wichtig: Achten Sie auf den Clown – und lachen Sie! Entspannen Sie sich. Das könnte Ihre Therapie sein.“ Der Mann zögert einen Augenblick und sagt dann: „Es gibt nur ein Problem, Herr Doktor. Ich bin der Clown!“
Bin ich der Clown? Derjenige, der immer gut drauf ist? Lade ich mir selbst zu viel auf oder tun das andere, mein Chef z.B.? Viele Menschen leben unter zu großem Zeitdruck, sind atemlos und das macht krank.
Zu viele ungelöste Probleme und es kann es eng werden, nicht nur beim Atmen. „Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid …“ sagt Jesus zu fehlerhaften Menschen – und davon bin ich auch einer! Wenn Jesus sagt „Komm“ – dann meint er das auch so. Wieder Zeit haben, um mit Jesus im Gespräch, im Gebet zu sein. Auf sein Wort hören. Jesus anschauen und nicht nur meine eigenen Probleme. Das verwandelt mein Leben.
Bei Jesus haben wir Menschen ein anderes Ansehen. Hier muss ich nicht nachweisen, was ich alles habe oder was ich kann. Hier darf ich aufatmen und frei sein. Hier gibt es eine Wertschätzung, die nicht dem menschlichen Erfolgsdenken unterworfen ist.
Wenn ich so ein Aufatmen erlebe, dann kann ich vielleicht sogar diesen schönen Satz aus einer Predigt versuchen zu leben: „Erzähl Gott nicht, wie groß deine Sorgen sind; zeig deinen Sorgen, wie groß dein GOTT ist.“

Bleiben Sie behütet!
Hans-Christoph Schütt, Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Wittstock

  • Andacht vom 01.06.2024 - Propheten auf Herz und Nieren prüfen

    Andacht vom 01.06.2024 - Propheten auf Herz und Nieren prüfen

    Weltreligionen sind dafür bekannt, dass ihre Anhängerinnen und Anhänger über sehr alte Worte nachdenken und sich daran orientieren. So denken wir in der Kirche am kommenden Sonntag über „Falsche Propheten“ nach. Der über 2500 Jahre alte Text Jeremias warnt mich, den falschen Propheten zu folgen, und schon bin ich mitten im Wahlkampf. Wie jene Propheten damals versprechen mir heute bunte Plakate das Blaue vom Himmel: Alles wird gut – ich muss nur das Richtige wählen. Aber was ist das Richtige?

    Das Gute erkennen. Ich vertraue auf die Worte Gottes.

    Die Bibel rät mir, ich solle die Propheten, denen ich folge, auf Herz und Nieren prüfen: Machen sie mir falsche Hoffnungen? Sehen sie die Probleme unserer Zeit – oder instrumentalisieren sie sie für ihre Zwecke? Meckern sie nur oder können sie konstruktiv miteinander verhandeln? Haben sie für alle Probleme eine Lösung und vertrösten sie mich auf eine rosarote Zukunft – die natürlich nur mit ihnen anbricht? Haben nur sie allein den richtigen Weg und das richtige Ziel? Können sie andere Meinungen hören und Kompromisse aushandeln? Sind sie anderen Menschen gegenüber feindlich gesinnt? Treten sie ihren Mitmenschen wertschätzend gegenüber? Mir fällt es schwer, alles zu prüfen und das Gute zu erkennen und zu behalten.

    Ein Text des Johannes

    Darum denken wir in der Kirche an diesem Sonntag ergänzend über einen Text des Johannes nach, der beschreibt, an welchen Werten ich mich bei meinen Entscheidungen orientieren kann. Johannes hilft mir die „falschen Propheten“ zu erkennen. Er beschreibt die Liebe Gottes. Es ist eine Liebe, die Menschen zueinander führt, die frei ist von Angst, die Verständigung, Versöhnung und Frieden will. Es ist eine Liebe zu allem, was lebt – was diese Welt und vielleicht sogar das Universum ausmacht.
    Es ist eine Liebe, die Vielfalt will, die Irrtümer erlaubt und auf das Miteinander unterschiedlicher Menschen hofft. In ihr wird mir bewusst, dass ich auf Erden nur Stückwerk erreichen kann – dass die Liebe aber vollkommen ist.
    Diese Liebe soll ich wählen – sie ist die Vision, die alles zueinander fügt – sie macht lebendig, befreit von Angst, schenkt allen Frieden und will das Gute für diese Welt.
    Es ist mit der Liebe, die Johannes beschreibt, wie mit der Demokratie: Sie traut mir zu, mit offenen Augen und offenem Herzen zu wählen, wer die falschen und wer die richtigen Prophetinnen und Prophetenfür diese Welt sein könnten.

    Evelyn Tomaske-Fellenberg,
    Pfarrerin Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin

  • Andacht vom 25.05.2024 - Alles ist mir erlaubt

    Andacht vom 25.05.2024 - Alles ist mir erlaubt

    Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich. 1 Kor 6,12 (L)

    Ich vertraue auf die Worte Gottes.

    Tworst is mi woll alls erlauwt, oewerst dat deint nich alls tau dat Gaude. Alls is mi erlauwt, oewerst nicks sall mi unnerkriegen. IJ
    Mit de Frieheit un den Tauspruch (un mit de Gebote in dat Läbensgepäck) fingt alln’s an. Ick kann, will un sall œwer mi sülwst bestimmen un dat ok måken kœnn’n. Mit anner Wüür: Keinein un nicks hett dat Recht, mi in de Schranken tau wiesen, mi intauschränken.

    Un vör Gott bünn ick as Minsch fri. Vör Gott bünn ick ein Minschenkind, dat henn tau Gotts Äbenbild måkt un dornåh utricht wür. Un för miene Läbenstiet bünn ick von Gott bannig kostbor inkleed’t worden - mit Würd. Un de Würd is Gotts Geschenk an mi. Soans kann mi keinein un nicks unnerkriegen un mi de Würd wechnähmen, egål, wat is odder wat ok wäst is…. In dat Johr 55 n.Chr. hett Paulus de Lüüd in Korinth mit disse Wüür einen Oogenspeigel vörholln.

    Paulus hett dütlich verklort: de Minsch söcht männigmål wat in‘t Läben: oftmåls sich sülben … Dat is denn ein hier-un-dor utprobeern, ein versäuken un dat so denn nich hennkriegen. Bi all dat is ümmer middenmang dat Jankern un Schmachten nåh Schmack in’t Läben. Un de Schmacht hett väl Kraschun; se drifft den Minschen ümmer wedder nieg an, ümhertaukieken.  Un denn puckelt sich de Minsch mit disse Schmacht aff. Dat kann sowiet gåhn, dat dat Anwiestsien up dat Ümhersäuken den Minschen in de Knei dwingt, em Weihdåg in de Seel måkt, den Minschen nich recht Rauh för Liew un Seel finnen lött un hei krank ward. All sowat måkt den Minschen doch unfrie!

    Un wat is 2024 nåh Christus? Tworst is mi woll alls erlauwt, oewerst dat deint mi nich alls tau dat Gaude. Is disse Text aktuell? Hett de Minsch in de Johrhunnerte taulihrt un beacht‘t, dat de Liew un de Seel tausåmen hürn daun? Weit de Minsch nu: wenn dat den Liew gaut geiht, hett dat gauden Influss up de Seel? Un wenn dat de Seel gaut geiht, geiht dat ok den Liew gaut?! Bi mi steiht ein Satz up den Schriewdisch, de mi in manche Dilemma-Situatschion all hulpen hett: Wecker för all‘s åpen is, de kann nich ganz dicht sien. Von dorher: sich wiss sien – Gott is dor – 7/24 - uns starken Bistand, de dat mit de Schmacht in uns Läben upnimmt.

    Ute Eisenack, beupdrågt för de Arbeit mit plattdüütsch spreckende Minschen in de EKBO

  • Andacht vom 18.05.2024 - Schon Pfingsten wählen?

    Andacht vom 18.05.2024 - Schon Pfingsten wählen?

    Schon Pfingsten wählen?

    Seit ein paar Wochen erinnern uns die Plakate der verschiedenen Parteien an den Straßen und auf Plätzen daran, das bald die Wahlen zum Europaparlament, zum Kreistag und zu Stadtverordnetenversammlungen stattfinden.
    Gesichter und kurze Slogans auf den Plakaten wollen unsere Stimme für die jeweilige Partei oder Person gewinnen. Doch oft sind die Aussagen Inhaltsleer oder auch untereinander austauschbar. Wen soll man denn da wählen? Hinzu kommt aber auch, dass die Wirklichkeit nach der Wahl oft anders aussieht als die Versprechungen im Wahlkampf. Da kann man dann schon die Lust zum Wählen verlieren. Ebenso wenn Ängste geschürt werden oder radikale Lösungen gegen andere Menschen propagiert werden. Wie soll dann eigentlich Gemeinschaft gelebt werden können?
    Das Pfingstfest, dass an diesem Wochenende in den Kirchen gefeiert wird, erinnert uns Christen daran, dass Gott sein Versprechen an uns Menschen gegeben hat, immer für uns da zu sein, damit seine Vision von einer guten und friedvollen Welt Wirklichkeit wird. Damit beauftragt er aber Menschen, die durch seinen Geist den Frieden in die Welt tragen sollen.
    Doch leider sieht die Realität heute immer noch anders aus. War das also alles nur ein Wahlversprechen? Als Christ vertraue ich den Worten Gottes, dass die Welt nicht nur negativ ist, sondern dass es das Gute gibt und dieses immer stärker ist. Aber nicht nur Bibelworte geben mir Zuversicht für die Probleme und Herausforderungen in unserer Zeit, sondern besonders die vielen Menschen, die kraftvoll in Kundgebungen und Demonstrationen, in Gesprächen und Diskussionen für Gerechtigkeit, Menschenwürde und Freiheit eintreten. Sie zeigen mir, dass keiner mit seiner Vision von einer besseren Welt allein ist und auch jeder einzelne, persönliche und mit kleinen Schritten etwas dazu beitragen kann.
    Auf Angst schürende Reden und Politik kann ich deshalb gern verzichten. Aber Worte und Zeichen der Wahrheit, des Mutes und der Zuversicht sind die, welche ich brauche und mir von der Politik wünsche.
    Vielleicht bietet das lange Pfingstwochenende etwas Zeit, um zu prüfen welche Partei und welche Politikerin bzw. Politiker auf den verschiedenen Ebenen den guten Weg mit und für die Menschen gehen will. Denn letztlich ist es wie bei Gott – die Verantwortung liegt bei uns.

    Pfr. Christoph Zimmermann
    Katholische Pfarrei Hl. Gertrud von Helfta - Oberhavel-Ruppin

  • Andacht vom 11.05.2024 - Respekt und Achtung

    Andacht vom 11.05.2024 - Respekt und Achtung

    Respekt und Achtung

    Vor wenigen Tagen habe ich meine Wahlbenachrichtigung im Briefkasten gefunden. Die Kommunalwahlen und die Wahlen zum Europäischen Parlament stehen an. Die Bewerberinnen und Bewerber für die unterschiedlichen Gremien lächeln uns an allen Orten beinah ermunternd zu. Während die einen lächeln, scheinen die anderen eine Runde auf dem Marktplatz unterwegs gewesen zu sein, um zu hören worüber gerade gemeckert wird und daraus einen Spruch gemacht zu haben. Beides hilft mir für meine Entscheidung wenig weiter. Ich möchte wissen, wofür steht der Kandidat, die Kandidatin oder die jeweilige Partei oder Gruppierung, die er oder sie vertritt.  Wofür setzt er/sie sich ein und hat diese Person das in der letzten Wahlperiode für mich glaubwürdig getan oder nicht, soweit ich das wahrnehmen konnte. Wichtig für meine Entscheidung wird auch sein, ob die brennenden Fragen vor Ort, für die Region bzw. für Europa mit Lösungsansätzen zur Sprache kommen, die mich überzeugen. Was auf jeden Fall für mich klar ist: Ich werde wählen, weil es mein Recht ist und weil ich es auch als meine Verpflichtung betrachte für die demokratische Gesellschaft, in der ich leben kann, meine Stimme abzugeben. Nur zu genau habe ich die DDR-Zeit  in   Erinnerung, in der es keine freien Wahlen gab, sondern im Vorfeld klar war wer den Wahlsieg kassiert. Öffentlich Kritik an unübersehbaren Missständen zu üben, konnte sehr schnell im Gefängnis enden und die Gesellschaft war von Misstrauen und Angst und Einschränkungen in jeder Weise durchsetzt. Das möchte ich nie wieder erleben! Eine offene, vielfältige und freiheitliche Gesellschaft, in der ich mich einbringen kann, in der ich meinen Glauben frei und offen leben darf, in der ich leben kann wo und wie ich möchte, ist ein hohes Gut und alles andere als selbstverständlich. Eine solche Gesellschaft braucht aber auch ein hohes Maß an Respekt und Achtung im Umgang miteinander und die Bereitschaft vieler Menschen, sich einzubringen an ihrem Ort.  Meckern, unzufrieden sein, Verantwortung abschieben, ist recht bequem. Wir alle werden gebraucht, um das Leben in unseren Dörfern und Städten zu gestalten, auch mit unserer Stimme am Wahltag und unserem Respekt für die Menschen, die sich für Freiheit und Demokratie zur Wahl stellen.

    Ute Feuerstack,
    Pfarrerin der Gesamtkirchengemeinde Protzen-Wustrau-Radensleben

Veranstaltungs-Höhepunkte

Chorkonzert - Dorfkirche Berlinchen

Argumentations- und Moderationsworkshop in kirchlichen Einrichtungen

Tagesfahrt mit dem Bus nach Lutherstadt Wittenberg

500 Jahre  Evangelisches Gesangbuch – LiederReise zu den Wurzeln

Ohne Lieder hätten sich die reformatorischen Gedanken nicht so schnell und gründlich verbreiten lassen. Die Vielfalt unserer Gottesdienste würde es ohne Lieder und Musik nicht geben.
Martin Luther, Philipp Melanchthon und andere haben neue Texte für damals weit verbreitete Melodien geschrieben. So lernten seine Zeitgenoss*nnen, was die Reformator*innen dachten.
Und unter denen, die Lieder schrieben, waren von Anfang an Frauen, wie zum Beispiel Elisabeth Cruziger.

Wir wollen in Wittenberg den Spuren der singenden Reformator*innen folgen – und natürlich selber singen – auch die Schlager aus der Reformationszeit.

Wir sind:
Roswitha Döring, Regionalakademie
Uwe Metlitzky, Kantor und
Carola Ritter, amtierende Superintendentin

Flyer zum Download

Anmeldung unter: roswitha.doering@gemeinsam.ekbo.de oder per Post
Anmeldeschluss: 14.06.2024

Tagesworkshop

Rassismuskritische Ansätze für die religionspädagogische und gemeindliche Praxis

Eine Kooperation der AKD mit der Regionalakademie Wittstock-Ruppin

Die Trainer:innen Nina Schmidt, Kristina Herbst und Christian Staffa von DisKursLab – Labor für antisemitismus- und rassismuskritische Bildung & Praxis kommen am 20. Juli 2024 für einen Tagesworkshop nach Wittstock.

Anmeldung: Kirchenkreis Wittstock-Ruppin/Regionalakademie
Roswitha Döring
Tel.: 03391/7753070
Mail: roswitha.doering@gemeinsam.ekbo.de

Anmeldeschluss: 27.06.2024

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Termine zu Gottesdiensten und weitere Veranstaltungen finden Sie in unserem Kalender.

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Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Auf der Tagung der Kreissynode im Frühjahr 2022 hat der evangelische Kirchenkreis Wittstock-Ruppin sein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt beschlossen. Es soll dem Schutz der Mitarbeitenden vor unbegründeten Vermutungen und vor allem der Prävention aller Formen sexualisierter Gewalt dienen. Dazu gehören nicht nur strafrechtlich relevante Taten, sondern auch Grenzverletzungen und Übergriffe. Beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende  werden sensibilisiert und geschult, damit sie Risiken erkennen und in Fällen von sexualisierter Gewalt professionell handeln können.

Im KK Wittstock-Ruppin soll der Verhaltenskodex der EKBO  gelten und mit Leben gefüllt werden, damit eine Kultur der Achtsamkeit wachsen kann.

Wenn Sie von Vermutungen sexualisierter Gewalt hören oder selbst betroffen sind, können Sie sich – auch erstmal anonym - an jede*n Mitarbeiter*in oder an die Beauftragten des Kirchenkreises wenden. Sie hören Ihnen zu und sind über mögliche Vorgehensweisen informiert. Mit Ihnen zusammen können sie die notwendigen Schritte einleiten.

Was jetzt wichtig ist

Das Gespräch suchen, um sich mit den Erkenntnissen zu sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen

Die ForuM-Studie gibt wegweisende Empfehlungen zur Verbesserung unserer Aufarbeitung,
Präventions- und Interventionsarbeit.

Es gab und gibt in unserer Kirche Taten sexualisierter Gewalt. Es sind keine Einzelfälle. Die Evangelische Kirche wollte Aufklärung zum Ausmaß dieser Gewalt, wenn auch erst sehr spät. So wurde die von der EKD beauftragte „ForuM-Studie“ nach dreijähriger Arbeit im Januar 2024 veröffentlicht: Eine „Forschung zu sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“. Darin wird der Zeitraum von 1946 bis 2020 beleuchtet. Hier finden Sie die gesamte Studie zum Nachlesen: www.forum-studie.de. Das unabhängige Wissenschaftsteam, der Forschungsverbund, hat systemisches Versagen der Evangelischen Kirche analysiert: Minderjährige wurden nicht ausreichend geschützt, von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen wurden nicht gehört, begleitet und unterstützt, Täter wurden gedeckt. Mit dieser Studie gibt es eine Zäsur in unserer Kirche, denn die Ergebnisse zeigen auch: Es gibt Faktoren, die den Missbrauch begünstigt oder nicht verhindert haben. Betroffene Menschen kommen in der Studie ausführlich mit ihren Perspektiven auf die Täter und die kirchlichen Strukturen zu Wort. Was sie erlitten haben, wird zur Sprache gebracht. Ohne ihre Beharrlichkeit, oft auch gegen die administrativen Hürden und Abwehrhaltungen, wäre die Aufarbeitung nicht dort, wo sie heute steht. Die Landeskirche hat sich an der Zuarbeit zur ForuM-Studie gemäß den Vorgaben beteiligt. Sie haben sicherlich gehört und gelesen, dass in der Zuarbeit zu einem Teilprojekt der Studie Disziplinarakten der Pfarrpersonen seit 1946 ausgewertet wurden. Gemeldet wurden für den genannten Zeitraum aus der EKBO und ihren Vorgängerkirchen 41 Beschuldigte, davon 39 Pfarrer und 2 kirchliche Mitarbeiter. Wir gehen von 116 Betroffenen für diesen Zeitraum aus. Viele Personalakten sind noch nicht gesichtet. Das erfordert nächste Verabredungen und Schritte. Schon jetzt ist deutlich: Mit dieser Studie haben wir eine wichtige Arbeitsgrundlage für nötige Maßnahmen, für noch mehr Anstrengungen, aber damit ist das, was wir mit Aufarbeitung verbinden, längst nicht abgeschlossen. Wir sind mittendrin.

Die über vierzig Empfehlungen der Studie werden für eine verbesserte und weiter professionalisierte Arbeit mit allen Menschen, die sich unseren Gemeinden anvertrauen, besonders in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wesentlich sein. Was ein gemeinsam abgestimmtes, nach einheitlichen Standards verbessertes Arbeiten in der Prävention und Intervention bedeutet, wird auf allen Ebenen der Evangelischen Kirche beraten und dann gemeinsam beschlossen.

Jetzt braucht es Zeit, nicht nur zur Lektüre der Ergebnisse, sondern auch zum klärenden Austausch, für Fragen und erste Antworten, und zwar in geschützten Gesprächsräumen. Beschweigen wäre dagegen toxisch. Es geht um Vertrauen und Glaubwürdigkeit und um die Veränderbarkeit von Strukturen in unserer Kirche. Es kann nicht nur um einige Nachjustierungen, um einzelne Aspekte oder Richtlinien gehen. Vielmehr befragen wir miteinander unsere Haltung, unsere Kultur und Sprache mit Blick auf Gewalt und diese besonders schwerwiegende Gewaltform.

Wenn Sie Fragen, Rückmeldungen oder Anregungen zum Umgang mit der ForuM-Studie an die Landeskirche haben, können Sie unter anderem die Landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit sexualisierter Gewalt, Frau Marion Eckerland (m.eckerland@ekbo.de; Tel: 03024344-423) kontaktieren. Material zur Präventionsarbeit und den Verhaltenskodex, der an jeden kirchlichen Ort gehört, stellt die kreiskirchliche Ansprechperson für Prävention und Krisenintervention, Frau Tanja Rathmann (tanja.rathmann@teltow-zehlendorf) zur Verfügung. Sollten Sie von sexualisierter Gewalt betroffen sein oder einen Verdacht haben und suchen Sie nach einer Möglichkeit der anonymen und vertraulichen Beratung, dann steht für Sie eine externe Ansprechstelle zur Verfügung (Dr. Chris Lange als unabhängige externe Beraterin - Telefon: 0160 2043749,). Frau Dr. Lange gibt gegenüber der Landeskirche keine Auskunft über die Inhalte ihrer Telefonate.

Roswitha Döring

Gemeindepädagogin (FS)
Präventionsbeauftragte und
Ansprechperson in Fällen sexualisierter Gewalt

R.-Breitscheid-Str. 38

16816 Neuruppin

Telefon: 03391–775 3070
Mobil: 0152-090 155 89

E-Mail: roswitha.doering @ gemeinsam.ekbo.de