Kleinzerlang
Wie viele Orte in der Region war auch Kleinzerlang im Mittelalter „wüst gefallen“. Die Wiederbesiedlung ab Mitte des 18. Jahrhunderts führte 1784 zum Bau einer Fachwerkkirche, die man gut hundert Jahre später wegen Baufälligkeit schließen musste; Gottesdienste fanden nun im alten Schulgebäude am See statt. Im Mai 1895 gab es die Grundsteinlegung des Neubaus, einer neogotischen kleinen Saalkirche aus Ziegeln auf Feldsteinsockel. Sie sind im unteren Drittel zu sehen und umrahmen darüber helle Putzflächen. Das Krüppelwalmdach steht weit über und endet in geschnitzten Balkenköpfen. Die Dacheindeckung ist farbig abgesetzt, die Westfassade schließt ein Nordturm mit steilem Pyramidendach ab. Die Längsseiten schmücken jeweils mittig fünf aneinander liegende Spitzbogenfenster, daneben Okuli. Diese Fassadengestaltung wird im Osten und Westen fortgesetzt, auch der Eingang im Westen ist spitzbogig gerahmt. Die Neuverglasung der Fenster erfolgte 1968-70, 1984 eine Innenrenovierung, umfassende Sanierungsarbeiten 1993.
Der schlichte Innenraum ist hell gestrichen; das abschließende Dachtragwerk mit Hängesäulen liegt offen. Aus der Bauzeit erhalten ist die Westempore mit reichem Schnitzwerk, das sich in der Kanzel und der Sakristeiabtrennung fortsetzt. Der gemauerte Altartisch ist dagegen neueren Datums. Ihn schmückt ein Kruzifix, das wie das Leuchterpaar lt. Inschrift 1896 von Kaiserin Auguste Victoria gestiftet wurde.
Vom Altar blicken wir zurück und sehen die kleine Winterkirche unter der Empore, darüber die Hollenbach-Orgel von 1902 mit fünfteiligem Prospekt. Unter ihr die große der beiden Glocken von 1787 (Inschrift), im Turm die kleinere von 1896.