Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Hier finden Sie News und allerlei Wissenswertes aus dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. 

Tagesfahrt nach Wittenberg „500 Jahre Evangelisches Gesangbuch – LiederReise zu den Wurzeln“

"Wer singt, betet doppelt."

Am 26. Juni war es so weit. Der Bus fuhr vor und insgesamt 38 Gemeindeglieder unseres Kirchenkreises starteten zur diesjährigen Tagesfahrt. Ziel war die Lutherstadt Wittenberg. Sogar ein Thema hatte unser Tag: 500 Jahre Evangelisches Kirchengesangbuch.
Schon während der Fahrt bekamen wir eine kurze Einführung zum Thema vom Wittstocker Kantor Uwe Metlitzki. Ausgehend von 1524 durchstreifte er die Jahrhunderte und erzählte vom Auf und Ab der Entwicklung des evangelischen Liedgutes. In einem weiteren Vortrag erzählte Gemeindepädagogin Roswitha Döring etwas über weibliche Liedermacherinnen der letzten Jahrhunderte.

Wer schon einmal in der Lutherstadt Wittenberg gewesen ist, dem wird klar sein: Alle historischen Orte kann man sich nicht an einem Tag anschauen. So gab gleich zu Beginn auf dem Marktplatz eine kurze Einführung in die Geschichte Wittenbergs von unserer amtierenden Superintendentin Carola Ritter. Natürlich stellte sie uns auch die beiden Herren Luther und Melanchton vor. Auf den Cranachhöfen hörten wir Geschichten aus dem Leben der Familie Cranach. Lucas Cranach und sein Sohn betrieben nicht nur mit Malerei und Buchdruck – sondern befassten sich auch mit der Wittenberger Wasserversorgung.
Anschließend besuchten wir bei sommerlichen 35 Grad den Hof des Schwarzen Klosters und das Melanchthon-Haus. Über Mittag erkundete dann jeder allein ein Stückchen der Stadt oder flüchtete in eine schattige Eisdiele.
Mit dem Cranach-Altar in der Stadtkirche lernten wir nach der Mittagspause ein Werk der Cranachs näher kennen.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war dann am Nachmittag eine fröhliche Gesangsstunde mit Uwe Metlitzki. Er war mutig und forderte uns heraus und wir als Chor dankten es ihm, indem wir fleißig lernten und sogar Kanons und einen kleinen dreistimmigen Satz zum ersten evangelischen Frauenlied (EG 67) sangen.
Danach schauten wir uns noch die berühmte Tür an, an der Martin Luther seine Thesen anschlug. Diese Tür wird nur in sehr seltenen Fällen geöffnet, für uns natürlich nicht. Wir fanden uns genau vor dieser Kirchentür zum Gruppenfoto zusammen und dann ging es in den gut gekühlten Bus hinein und wir fuhren wieder gen Heimat. Im Bus erinnerten wir uns an die Worte des großen Augustinus: "Wer singt, betet doppelt." und sangen fröhlich Volkslieder.

Vielen Dank für den schönen Tag!
Christian Döring

Abendmusiken zum Zuhören und Mitsingen

Es ist endlich wieder so weit: Der gemeinsame Posaunenchor der Kirchengemeinden Rheinsberg und Menz eröffnet seine beliebte Reihe „... und ein Lied zum Abend“.
Sechs Wochen lang wird es auf dem Kirchplatz in Rheinsberg immer montags für 20 Minuten Abendlieder zum Zuhören und Mitsingen geben.

Das Abendlied ist ein Thema, das zu Rheinsberg passt. Johann Abraham Peter Schulz, der 1790 die Melodie zu dem Claudius-Gedicht „Der Mond ist aufgegangen“ schrieb, lebte einige Zeit als Kapellmeister des Prinzen Heinrich in Rheinsberg.

Leitung: Juliane Felsch-Grunow
Rheinsberg: Kirchplatz

Termine: 17. Juni, 24. Juni, 1. Juli, 8. Juli, 15. Juli und 22. Juli jeweils 20.35 bis 20.55 Uhr auf dem Kirchplatz vor der Rheinsberger St.-Laurentius-Kirche.

Ein klangvoller Sommer beginnt

Am morgigen Dienstag (18. Juni) beginnt die Reihe der Sommerkonzerte in der Neuruppiner Klosterkirche St.Trinitatis. In jedem Jahr lockt sie mehrere Tausend Besucher in das Wahrzeichen Neuruppins, das auch in diesem Jahr zu vielfältigen und hochkarätigen Konzerterlebnissen einlädt. Die Konzerte beginnen jeweils 19.30 Uhr und beinhalten eine kleine Pause, bei der auch gern ein Gläschen Wein Orgelwein genossen werden kann. Der Eintritt ist frei und am Ausgang wird um eine Spende gebeten.

Eine Ausnahme von dieser Regel bildet das letzte Konzert am 24. September: „Harry Potter & die bezaubernde Orgel“ der ukrainischen Organistin Ewa Belmas. Dies ist ein Familienkonzert, welches bereits 18.30 Uhr beginnt und wofür es Karten bei Reservix gibt.

Den Auftakt geben Juliane Felsch-Grunow und ich. Wir teilen uns die Orgelbank für Musik zu vier Händen und Füßen. Aber mehr noch: Wir spielen auch gleichzeitig an beiden Spieltischen der Zwillingsorgel, die ziemlich genau vor einem Jahr eingeweiht wurde. Zu hören sind Stücke mit barockem Glanz, romantischer Klangfülle und klassischer Filigranität, aber auch Moderne und Jazzverwandtes.

Zwischen diesem ersten und dem letzten Konzert liegt ein reichhaltiger Sommer, bei dem sich viele zum Teil weit gereiste Musiker in Klinke in die Hand geben: Die Posaunisten des Leipziger Gewandhauses kommen auf ihrer Jubiläumstour vorbei, der italienische Organist Paolo Oreni improvisiert live zum Stummfilm-Klassiker „Das Kabinett des Dr. Caligari“, es erklingen Tangos auf Violine und Knopfakkordeon, sogar eine Sinfonie Bruckners wird auf der Orgel gespielt! Es gibt Heiteres und Orientalisches, Improvisiertes und Komponiertes, Kammermusik und Musikalisches Theater. Oft erklingt die Orgel in Kombination mit anderen Instrumenten, mit Trompete, Saxofon, Klarinette, Blockflöte, Violine und Cello.

Das komplette und detaillierte Programm finden Sie zum Beispiel in unseren Veranstaltungskalender unserer Homepage und in den roten „Kirchenmusikkalender“-Heften, die vielerorts ausliegen.

Herzliche Grüße!

KMD Matthias Noack
Kirchenmusiker in Neuruppin

Ein Rückblick auf den Monat Mai der Posaunenchöre

Ein ereignisreicher Monat liegt hinter uns.

Begonnen hat der Mai mit dem 3. Deutschen Evangelischen Posaunentag vom 03. – 05. Mai in Hamburg. An 3 Tagen trafen sich ca. 17.000 Bläserinnen und Bläser aus ganz Deutschland und musizierten unter dem Motto "mittenmang" zusammen. Neben dem Eröffnungs- und Abschussgottesdienst, stellte die Serenade auf der Jan-Fedder-Promenede einen Höhepunkt des Wochenendes dar. Auf einer Länge von 1,5 km standen die Bläser am Hafen. Der Dirigent war nur über eine Videoleinwand zu sehen. Trotzdem fanden alle den richtigen Einsatz. Selbst die U-Bahn fuhr sehr langsam oder blieb kurz stehen, um den Passagieren das Fotogarfieren dieses beeindruckenden Bildes zu ermöglichen. Die Bläserinnen und Bläser mussten nicht nur selber spielen, sondern konnten auch als Zuhörer an den zahlreichen Konzerten teilnehmen. Auch unser Landesposaunenwart, Christian Syperek, durfte natürlich in Hamburg nicht fehlen.  Hier dirigiert er, bei einem Konzert auf und vor einem Museumsschiff, 400 Bläserinnen und Bläser, die in 3 Chöre aufgeteilt waren.
Es war ein sehr schönes aber anstrengendes Wochenende. Bei der Teilnahme an den Proben und den Konzerten blieb keine Zeit für ausgiebige Mahlzeiten. Erst nach dem Schlussgottesdienst, vor der Heimfahrt, fanden wir Zeit für den Besuch in einem Restaurant.

Zu Himmelfahrt, am 09.Mai, fanden viele Gottesdienste unter freiem Himmel statt. Beispielsweise am Bertikower See in Walsleben und am Pristerpfuhl in Wustrau, die von den jeweiligen Posaunenchören begleitet wurden.

Ein weiterer Höhepunkt für die Posaunenchöre Protzen-Fehrbellin und Temnitz war der Festgottesdienst zur Eröffnung der 700 Jahrfeier am 24. Mai. Bei diesem Bläsergottesdienst erhielten wir Unterstützung vom Posaunenchor "Dosseblech" aus Sieversdorf/Wusterhausen. Auch beim Festumzug am 25. Mai durfte der Posaunenchor nicht fehlen. Auf einem geschmückten Anhänger führten wir die Umzugsteilnehmer durch das Dorf.

Ralf Blank,
Kreisposaunenwart

Bericht von der Hospitztagung in Wittstock am 3./4. Mai 2024

3. Mai 2024, Freitagmittag auf dem Vorplatz der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche: Schülerinnen und Schüler des städtischen Gymnasiums singen Lieder, die fröhlich stimmen. Ihre Chorleiterin ist die Lehrerin Sigrun Stahmleder, die sie mit rhythmischen Akkorden auf der Gitarre begleitet. Passanten bleiben stehen und drehen sich nach den in helles Blau gekleideten Sängerinnen und Sängern um, die auf ihren T-Shirts mit einem Zitat Friedrich Nietzsches „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ für den Chor werben. Mehrere Informationsstände machen auf die Möglichkeiten von Hospizarbeit und Palliative Care in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin aufmerksam. Auch der „Wünschewagen“ vom ASB aus Potsdam ist vor Ort mit zwei Ehrenamtlichen, um die Möglichkeiten zur Erfüllung letzter Wünsche vorzustellen. Für Kinder gibt es ein Bastel- und Spielangebot. Später wird die Schulpfarrerin Ute Eisenack, plattütsch snackend, und mit ihrem Leierkasten für Unterhaltung sorgen. Im geöffneten Catharina-Dänicke-Haus wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen und wer eine Zuhörerin oder einen Gesprächspartner sucht, kann sie oder ihn unter mehreren ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen – es sind in der Mehrzahl Frauen – finden. Auch ein Büchertisch der Havelländischen Buchhandelsgesellschaft mbH mit Literatur zum Thema Sterben und Tod, aber auch Trauer und Trost wird ehrenamtlich betreut von Regina Tobias, Gabriele Blaschek und Andrea Wolf.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dieter Nürnberg (Vorstand Ruppiner Hospiz e. V.) und Grußworten des Wittstocker Bürgermeisters Dr. Philipp Wacker und Superintendentin Carola Ritter spricht Prof. Andreas Heller darüber, warum wir angesichts von Suizidassistenz eine sorgende Gesellschaft brauchen. Über viele Jahre war er Professor für Palliative Care und Organisationsethik an der Universität Graz. Über vierzig Doktoranden haben er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung betreut und gefördert. Sie befassten sich wesentlich mit der Erforschung der Anfänge der „modernen“ Hospizbewegung und des Palliative-Care-Gedankens seit den 1960er Jahren in England und in Amerika. Später, etwa seit den späten 1970er und 80er Jahren, fasste die Hospizidee und ihre Umsetzung auch im deutschsprachigen Raum immer mehr Fuß. Seit 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf Palliativversorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

2020 hat ein Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichtes dafür gesorgt, dass „…wir in Deutschland die weltweit liberalste Regelung zur Suizidassistenz haben“. Das wirft viele Fragen auf, die Raum haben möchten.

Circa siebzig Zuhörerinnen und Zuhörer haben in der Heilig-Geist-Kirche Platz genommen, um Andreas Hellers Ausführungen zu folgen. Er hinterfragt u. a. das Menschenbild der Richter des Bundesverfassungsgerichtes, die in ihrem Urteil zur Suizidassistenz sehr die Autonomie des Menschen betont haben, dafür zu wenig den Blick auf die Angewiesenheit des Menschen auf seinesgleichen, auf die Gemeinschaft gerichtet hätten. Bei einem Kind, sage ein afrikanisches Sprichwort, brauche es ein ganzes Dorf, um es zu groß zu ziehen. Was brauche es für Kranke und Sterbende, für ihr Leben und Sterben?

Als Menschen brauchen wir es, gebraucht zu werden. Wohin wollen wir als Gesellschaft gehen? In eine solidarische, gemeinschaftliche, einander unterstützende und füreinander sorgende Gesellschaft? Eine hospizliche Orientierung wäre eine wichtige Perspektive für die Zukunft. Andreas Heller wirbt für „Caring Communities“, für sorgende Gemeinschaften, wie sie in anderen Ländern bereits existieren. Es bedarf angesichts des demographischen Wandels und der Krisen unserer Zeit – Corona-Pandemie, Kriege, Flüchtlingsströme, Hungersnöte,  Klimakatastrophe – die Mitarbeit an der sorgenden Gesellschaft, in der das Schicksal der anderen nicht gleichgültig lässt. 

Lesen Sie HIER mehr.


Kirche der Zukunft bauen

Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren

Der Ausbildungskurs für Lektorinnen und Lektoren bietet Ihnen die Möglichkeit, die zertifizierte und anerkannte Befähigung zur selbstständigen Leitung von Gottesdiensten unter Verwendung einer Lesepredigt zu erwerben.

Interesse? Dann finden Sie weitere Informationen im Flyer.

Hier klicken.


Beschluss der Landessynode "Für Demokratie entschlossen einstehen und Dialog fördern"

Die Landessynode bezieht eine klare Position gegenüber der AfD.

Harald Geywitz, Präses der Landessynode: „Wir treten auf Grundlage unseres christlichen Glaubens ein für Demokratie und Rechtsstaat. Wir sind als Kirche weiterhin ein wichtiger Ort des Dialogs und wollen das in diesem Jahr noch ausbauen. Aber es gibt Grenzen, die von unserer Landessynode nun klar benannt wurden, und die von der AfD mit menschenfeindlichen Positionen weit überschritten wurde. Ich bitte Sie, in den Gemeinden das Gespräch zu suchen, strittige Themen anzusprechen und Dialog-Formate anzubieten. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind die besten Voraussetzungen dafür, dass die Würde eines jeden  Menschen gewahrt wird und wir friedlich zusammenleben können.“

Pressemitteilung hier.