Kirchenkreis

Herzlich Willkommen im Evangelischen Kirchenkreis Wittstock-Ruppin.

Hier finden Sie alle Informationen über das vielfältige Gemeindeleben in unserem Kirchenkreis, über Termine, Veranstaltungen, Angebote und vieles mehr. Wenn Sie eine konkrete Frage haben und eine Kontaktperson zu Ihrer Gemeinde suchen, dann sind Sie hier richtig.

Unser Kirchenkreis Wittstock-Ruppin im Norden Brandenburgs gehört zur Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

Er besteht aus den Gesamtkirchengemeinden WittstockRuppinTemnitz, Protzen-Wustrau-Radensleben, Im Herzsprunger Land, den Kirchengemeinden Zwischen Dosse und Heide und Rheinsberg und den Pfarrbereich Zühlen-Zechliner Land.

Superintendentur

Sie haben ein Anliegen oder Fragen? Bitte sprechen Sie uns gerne an!
Wir freuen uns über Ihre Nachricht und helfen gern weiter.

Evangelischer Kirchenkreis Wittstock-Ruppin
Kirchplatz 2 • 16909 Wittstock
Telefon 03394 / 43 33 00
Telefax 03394 / 44 39 86

suptur@kirche-wittstock-ruppin.de

Bürozeiten: Montag-Donnerstag: 8 bis 14 Uhr

Carola Ritter

amt. Superintendentin

Ev. Kirchenkreis Wittstock-Ruppin

Kirchplatz 2
16909 Wittstock

E-Mail: carola.ritter @ gemeinsam.ekbo.de
Telefon: 03394 400 213
Mobil: 0160/63 14 973
Fax: 03394-433 986

Dana Krsynowski

Ephoralsekretärin
Verwaltung / Öffentlichkeitsarbeit

Superintendentur
Ev. Kirchenkreis Wittstock-Ruppin

Kirchplatz 2
16909 Wittstock

E-Mail: dana.krsynowski @ gemeinsam.ekbo.de
Telefon: 03394–40 29 475
Fax: 03394–443 986

Nicole Wanke

Ephoralassistentin

Superintendentur
Ev. Kirchenkreis Wittstock-Ruppin

Kirchplatz 2
16909 Wittstock

E-Mail: nicole.wanke @ gemeinsam.ekbo.de

Telefon: 03394–40 29 476
Fax: 03394–443 986

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Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Hier finden Sie News und allerlei Wissenswertes aus dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. 

 

Festgottesdienst 17 Jahre "Die Heide ist frei!"

Am 9. Juli haben wir in Gadow mit einem Festgottesdienst 17 Jahre "Die Heide ist frei!" gefeiert. In seiner Predigt würdigte Bischof Friedrich Kramer,…

 

Abschied von Superintendenten i. R. Joachim Harder

Traurig nehmen wir Abschied von Superintendenten i. R. Joachim Harder,

der am 4. Juli 2026 in Neuruppin verstorben ist.
Joachim Harder wurde am 18.…

 

Paddeltour im Juni

Paddeltour

Im Juni waren 19 Menschen aus der Familiengruppe der Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin gemeinsam auf Paddeltour.
Vom Rheinsberg aus ging es den Wilden…

 

Wild, frei und wunderbar in Alt Ruppin – ein Rückblick

Für das heißeste Wochenende im Juni war ein Kinder-Zelt-Wochenende geplant in Alt Ruppin. – Immerhin 15 Kinder und 3 Teamer*innen hatten sich dafür…

 

Familienfahrt 2026 – Gott mitten im Alltag entdecken

Kinder mit Rettungswesten bei einer Bootsfahrt

Vier Tage lang haben sich Familien aus unserem Kirchenkreis im Juli auf den Weg zum ZERUM nach Ueckermünde gemacht, um gemeinsam der Frage…

 

Kreisposaunentag 2025

Nach 2 Jahren fand am 28./29. Juni 2025 wieder ein Kreisposaunentag statt. Am Samstag, den 28. Juni, trafen sich die Posaunenchöre aus Wittstock,…

Veranstaltungs-Höhepunkte

 

Sommerkonzerte 2026 - Klosterkirche Neuruppin

19:30 Uhr

 

Sommerkonzerte 2026 - Klosterkirche Neuruppin

19:30 Uhr

 

Abschlusskonzert

19:30 Uhr

 

Die kleine Orgelstunde

17:00 Uhr

 

Sommerkonzerte 2026 - Klosterkirche Neuruppin

19:30 Uhr

 

Sommerkonzerte 2026 - Klosterkirche Neuruppin

19:30 Uhr

 

Sommerkonzerte 2026 - Klosterkirche Neuruppin

19:30 Uhr

 

Tag des Friedhofs

14:00 Uhr

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August 2026
Sternstunden der Orgel
Ein moderiertes Orgelkonzert - eine Reise zu den Sternen
Neuruppin: Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin KMD Matthias Noack Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
Seniorennachmittag
mit Pfarrerin Zieme-Diedrich
Alt Ruppin: Gemeinderaum Alt Ruppin Pfarrerin Zieme-Diedrich Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
Friedensandacht
Innehalten und Läuten für den Frieden
Wittstock: St. Marien-Kirche Wittstock Ev. Gesamtkirchengemeinde Wittstock Ev. Gesamtkirchengemeinde Wittstock
Seniorenkreis Frankendorf
Frankendorf: Kirche zu Frankendorf Gesamtkirchengemeinde Temnitz
Getanzte Geschichten, getanzte Emotionen
Ein Abend für Tanz und Gitarre
Wittstock: St. Marien-Kirche Wittstock Ev. Gesamtkirchengemeinde Wittstock
Trauergruppe
mit Pfarrerin Zieme-Diedrich und Frau Weischet
Neuruppin: In den Räumen der Regionalakademie Pfarrerin Zieme-Diedrich Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
TreffpunktORGEL
Moderiertes Kurzkonzert an der 2023 nach Renovierung und Erweiterung eingeweihten Zwillingsorgel (Orgelbau Sauer)
Neuruppin: Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin KMD Matthias Noack Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
Offener Gesprächskreis
Walsleben: Gartenhaus Walsleben Gesamtkirchengemeinde Temnitz
Lesung mit Frau Käßmann
Neuruppin: Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
Gottesdienst
Wittstock: St. Marien-Kirche Wittstock Ev. Gesamtkirchengemeinde Wittstock Ev. Gesamtkirchengemeinde Wittstock
Gottesdienst
Walsleben: Kirche zu Walsleben Gesamtkirchengemeinde Temnitz
Gottesdienst
Neuruppin: Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
Gottesdienst
Rheinsberg: St. Laurentius-Kirche Rheinsberg Ev. Kirchengemeinde Rheinsberg
TreffpunktORGEL
Moderiertes Kurzkonzert an der 2023 nach Renovierung und Erweiterung eingeweihten Zwillingsorgel (Orgelbau Sauer)
Neuruppin: Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin KMD Matthias Noack Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfrn. Johanna Güntter
12 Sonntag nach Trinitatis
Gadow: Dorfkirche Gadow Evangelische Kirchengemeinde Zwischen Dosse und Heide
Posaunenchor Probe
Walsleben: Gartenhaus Walsleben Gesamtkirchengemeinde Temnitz
Lindenberg & Grönemeyer
... das etwas andere Orgelkonzert!
Neuruppin: Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin KMD Matthias Noack Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
Friedensandacht
Innehalten und Läuten für den Frieden
Wittstock: St. Marien-Kirche Wittstock Ev. Gesamtkirchengemeinde Wittstock Ev. Gesamtkirchengemeinde Wittstock
Abschlusskonzert der Teilnehmendenden der 2. Rheinsberger Sommerorgelwoche
Rheinsberg: St. Laurentius-Kirche Rheinsberg Ev. Kirchengemeinde Rheinsberg
Sommerkino
Krangen: Schinkelkirche Krangen Ev. Gesamtkirchengemeinde Ruppin
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Wochenandachten aus dem Kirchenkreis

Andacht vom 15.08.2026

Wasser des Lebens

„Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht.“ heißt es in Psalm 1. – Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich hingegen welke Blätter. Der Sommer ist viel zu trocken: Wo nicht gewässert wird, bleiben die Früchte aus.
Der Psalm stammt aus Israel, einem trockenen, oft wüstenhaften Gebiet. Die „Wasserbäche“ des Psalms waren wohl Bewässerungskanäle. Der Baum ist dort hingepflanzt. Die Menschen in Israel sind seit Jahrtausenden gewohnt, ökonomisch mit Wasser umzugehen.
Hier müssen wir das erst lernen. Die Hohenzollern warben noch Holländer an, um das sumpfige Land zu entwässern, damit man dort etwas anbauen konnte. Heute braucht es einen anderen Wasserhaushalt – es geht eher darum, dass Wasser nicht wegfließt, sondern verfügbar bleibt. So hat jede Zeit ihre eigenen Herausforderungen.
Das lenkt den Blick auf unsere Rolle in der Schöpfung: Sie ist ein großes Geschenk, aber kein Paradies. Damit wir gut in ihr und mit ihr leben können, müssen wir etwas beitragen. Wir sind wie Gärtner, die Kanäle anlegen und Bäume dort pflanzen, wo sie weder vertrocknen noch weggeschwemmt werden.
Die Bibel spricht vom „Wasser des Lebens“ auch in übertragener Weise. Es geht nicht nur um das natürliche Element, sondern auch um eine geistliche Kraftquelle.
Wie bleiben wir selbst lebendig, ohne innerlich auszutrocknen und zu verdorren?
Das Bild vom „Wasser des Lebens“ haben die Israeliten sicher nicht zufällig gewählt. Auch wir können in unserem Leben einiges tun, um innerlich lebendig zu bleiben. Der Prophet Jeremia wandelt das Psalmwort ein wenig ab: „Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt.“
Die Quelle ist da, aber wir müssen uns nach ihr ausrichten, unsere Wurzeln zu ihr hinstrecken. Diese hoffentlich ruhigen Sommer- und Urlaubstage können ein Anlass sein, für uns zu reflektieren, welche Nahrung unsere Seele braucht. Während wir freier sind als sonst von den Zwängen des Alltags, können wir uns unserer Wurzeln bewusster werden, sie neu ausrichten, wenn wir das Gefühl haben, dass etwas in uns langsam austrocknet.
Als Christ finde ich meine seelische Kraftquelle in Gott – in seinem Wort, im Gebet und im Gottesdienst, in der Gemeinde – und in der Natur, in der ich ihren Schöpfer ahnen kann. Wo liegen Ihre Kraftquellen?

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer,
Ihr Pfarrer Patrick R. Schnabel

  • Andacht vom 09.08.2026 - Israelsonntag

    Andacht vom 09.08.2026 - Israelsonntag

    Liebe Leserin, lieber Leser,
    am 9. August wird in evangelischen Gottesdiensten der „Israelsonntag“ gefeiert. Wurde dieser Gedenktag früher als Anlass zu antisemitischen Deutungen der Bibel genutzt, liegt heute der Fokus auf die unverbrüchliche Treue Gottes zum Volk Israel.
    Wie lässt er sich vereinbaren - dieser Widerspruch, dass wir Christ*innen Jesus als den Messias Gottes sehen und ausgerechnet das auserwählte Volk dieses Gottes Jesus ablehnt? Mit dieser Frage setzt sich Paulus intensiv im 11. Kapitel des Römerbriefs auseinander.
    Widersprüchliche Wahrheiten begegnen mir beim täglichen Blick in die Zeitung: Einerseits die berechtigte Kritik am menschrechtsverletzenden Verhalten eines Nationalstaats, der dies auch theologisch begründet. Andererseits die Wahrheit: Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich Deutschland erneut in einen Ort verwandelt, an dem Jüdinnen und Juden um ihre Sicherheit, um ihr Leben fürchten müssen.
    Paulus findet einen Umgang mit dem Problem des Widerspruchs, der auf Gelehrtenart um die Ecke gedacht ist: Dass einige sich verschließen, ist eigentlich ein Geschenk an UNS; die Heiden, diejenigen, denen das Erwähltsein nicht schon in die Wiege gelegt wurde. Es ist geschenkte Zeit, um Gott kennenzulernen, die Bibel zu lesen, „bis die Völker sich ihm vollzählig zugewandt haben“ (Röm 11,25). 
    Die „Verstockung“ ist weder Bestrafung Israels noch Anlass für uns, uns hasserfüllt von anderen abzugrenzen oder sie zu belehren. Paulus warnt uns gar, uns „selbst für klug zu halten“. Sie ist vielmehr eine gewonnene Möglichkeit, von anderen zu lernen, Neues zu erfahren, uns in dieser komplexen Welt Gottes zurechtzufinden. Denn diese Welt bleibt ein Geheimnis, in der widersprüchliche Wahrheiten nebeneinanderstehen. Wo dies ignoriert wird, wo die eigene Perspektive als die einzig richtige erklärt wird, da entstehen Hass und Gewalt.
    Der Bund zwischen Gott und Israel bleibt unverbrüchlich bestehen. Uns anderen wurde Zeit geschenkt, unseren eigenen Weg zu einer Beziehung mit Gott zu finden.

    Pfn. i. E. Felicia Schurr
    Ev. GKG Ruppin

  • Andacht vom 02.08.2026 - Fernweh

    Andacht vom 02.08.2026 - Fernweh

    Große Ferien, Urlaub und Reisezeit. Einige hat das Reisefieber erfasst. Psychologen sprechen von möglicher Sucht. Immer dann, wenn Zeitgenossen jede nur passende Gelegenheit zum Verreisen nutzen. Inzwischen haben immer mehr Menschen nicht mehr das Geld dazu. Aber die Sehnsucht bleibt. Träumen kostet nichts.
    Hin und wieder packt mich auch ein Fernweh. Da bin ich wie im Blues: Ferngeweht und weggeträumt. Mein Hunger nach fernen Welten könnte ebenso im Nahbereich gesättigt werden. Klar, das Unbekannte und Exotisches reizt, oder? Schnell kommst du dabei ins Träumen. Gelegentlich mitten am Tag. Schließlich hat Kurt Tucholsky festgestellt: „Reisen ist die Sehnsucht nach Leben“. Doch was unterscheidet meine Ferienreise vom Leben im Alltag? Nur eine Verlagerung von Gewohnheiten und Ritualen an einen anderen Ort?
    Erzähl mal von deinen Momenten, wo du unterwegs glücklich warst. Könnte es z.B. deine Neugier auf andere Menschen in ihren Lebensumständen sein? Was nimmst du in deinen Alltag zuhause mit, wenn der Urlaub vorüber ist? Also für deine Familie, Partner, Freunde, Arbeit und deinen heimatlich angestammten Platz. Wie zufrieden und dankbar gestaltet sich dein Leben nach der Pause? Anderseits gibt es unterschiedliche Gründe, nicht mehr verreisen zu können. Erinnerungen und Träume bleiben jedoch. Die Gedanken und Träume sind frei!
    Szenenwechsel. Jakob ist unterwegs. Er nimmt einen Stein unter seinen Kopf und schläft ein. Jakob träumt. Sieht eine Leiter. Sie reicht bis an den Himmel. Boten Gottes steigen auf der Himmelsleiter rauf und runter. Von oben spricht Gott Jakob an: Ich bin der Herr, der Gott deiner Vorfahren. Deine Nachkommen sollen groß und vielmals gesegnet sein. Pass auf: „Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land!“ (1. Mose 28, 10ff) Träumt Jakob von fernen Welten? Ja und Nein. Schlussendlich hätte er sich nicht träumen lassen, dass Gott ihm und seiner Sippe einen Platz zeigt, wo man miteinander erträglich leben kann. Einen Ort, der zur Heimat wird. Und er begleitet deinen Weg dorthin wie ein(e) Pilgerfreund(in). Denn du bist allzeit behütet und gesegnet. Vielleicht mit einem Lied auf dem Lied auf den Lippen: „Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“ (Klaus Peter Hertzsch 1989)
    Wie ist es für dich nach deinen Lehr- und Wanderjahren? Ist Dein Reisefieber etwas gestillt worden? Wie steht es um deine Sehn-Suche nach einer Scholle, einem Ort, wo du lieben und leben kannst? Einem geerdeten Leben hier und jetzt. Kann sein, dein Fernweh ist eigentlich dein Heimweh. Deine Suche nach Heimat, wo du angenommen bist. Siehe oben: „Wer aufbricht, der kann hoffen…“.

    Wolfgang Rein
    Pfarrer im Ruhestand in Neuruppin

  • Andacht vom 26.07.2026 - Versteinertes Gehirn / Herz

    Andacht vom 26.07.2026 - Versteinertes Gehirn / Herz

    Der Satz saß und traf. 1843/44 hat ihn Karl Marx verfasst. In seinem Werk „Das Kapital“ übt er deutliche Kapitalismus-Kritik. Ausgangspunkt ist für ihn die gravierende Verelendung der Arbeiterschaft. In diesem Zusammenhang steht auch seine kritische Haltung gegenüber der Religion. Er bezeichnet sie als „Opium des Volkes“. Wie könnte Marx das verstanden haben? Bei prekären gesellschaftlichen Missverhältnissen wird gern weggesehen. Folglich bleiben Täuschungen, Lähmungen und Betäubungen wie bei der Wirkung von Opium nicht aus. Religionen und Kirchen sind davon nicht ausgenommen. Zu oft haben sie sich versündigt und Schuld auf sich geladen. Ich denke nur an Missbräuche und ihre schleppende und mangelhafte Aufarbeitung.
    Inzwischen sind Weltsichten komplizierter geworden. Konfliktbeladen obendrein. Zusammenhänge nötigen uns eine differenzierte Betrachtung ab. Das gilt gleichermaßen für Religionen und Glaubensgemeinschaften. Auch Ideologien jeglicher Art sind davon nicht ausgenommen. Egal, ob es um Weltanschauungen oder Glaubenssätze geht, oder um Theorien und Lösungsansätze im Ringen und Verdrängen von Wahrheiten.
    Einen bemerkenswerten Erklärungsversuch unternimmt die Neurobiologin Dr. Leor Zmigrod „Das ideologische Gehirn“ (Warum glauben wir, was wir glauben). Im Gehirn entstehen Einsichten und Überzeugungen - sagt sie. Was bedeutet das, wenn Meinungen oder Glaubenssätze sich verhärten? Wenn sie sich zu einer starren ideologischen Geisteshaltung verwandeln? Entwickeln sich dogmatische Ideologien schleichend zur neuen Religion? Mit Marx gesprochen zum „Opium des Volkes“?!
    Ich möchte mich an die Erkenntnis halten: „Erwirb dir Weisheit, Bildung und Einsicht! So bleibst du bei der Wahrheit, verkaufe sie nicht.“ (Sprüche 23.23) Sodann will ich mich selbstkritisch prüfen: Reagiere ich gelegentlich mit einem versteinerten Gehirn oder Herzen - benebelt wie mit Haschisch und Opium!? Eigentlich will ich einen klaren Kopf behalten und bin zu oft verwirrt und ratlos. Ich will - so gut mir das gelingt - meine verunsicherte Einzelstimme erheben. Wenn sich Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzungen und Hasstiraden wie Geschwüre ausbreiten will ich widersprechen. Wenn scheinbare Alternativen das christliche Menschenbild verwässern und Programme dem Evangelium entgegenstehen. Was mir in meiner Mitverantwortung möglich ist, möchte ich mutig umsetzen. Dabei versuche ich mich an Hiob, dem Leid geprüften, gottesfürchtigen Menschen, zu orientieren: „Begegne dem Herrn (und auch den Mitmenschen W.R.) mit Ehrfurcht, das ist Weisheit! Halte dich fern vom Bösen, so gewinnst du Einsicht!“ (Hiob 28,28)

    Wolfgang Rein
    Pfarrer im Ruhestand in Neuruppin

Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Auf der Tagung der Kreissynode im Frühjahr 2022 hat der evangelische Kirchenkreis Wittstock-Ruppin sein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt beschlossen. Nun nach zwei Jahren Erfahrung wurde es, wie vorgesehen, überarbeitet. Die Kreissynode hat in ihrer Herbsttagung 2024 das überarbeitete und ergänzte Schutzkonzept – jetzt „Konzept für grenzwahrenden Umgang und zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin“ - verabschiedet.

Es soll helfen, im Kirchenkreis die Kultur der Achtsamkeit weiterzuentwickeln und dem Schutz der Mitarbeitenden vor unbegründeten Vermutungen und vor allem der Prävention aller Formen sexualisierter Gewalt dienen. Dazu gehören nicht nur strafrechtlich relevante Vorfälle, sondern auch Grenzverletzungen und Übergriffe. Beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende werden sensibilisiert und geschult, damit sie Risiken erkennen und in Fällen von sexualisierter Gewalt professionell handeln können.

Im KK Wittstock-Ruppin gilt der Verhaltenskodex der EKBO und er wird zunehmend mit Leben gefüllt, damit die Kultur der Achtsamkeit wachsen kann.

Wenn Sie von Vermutungen sexualisierter Gewalt hören oder selbst betroffen sind, können Sie sich – auch erstmal anonym - an jede*n Mitarbeiter*in oder an die Beauftragten des Kirchenkreises wenden. Sie hören Ihnen zu und sind über mögliche Vorgehensweisen informiert. Mit Ihnen zusammen können sie die notwendigen Schritte einleiten.

Was jetzt wichtig ist

Das Gespräch suchen, um sich mit den Erkenntnissen zu sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen

Die ForuM-Studie gibt wegweisende Empfehlungen zur Verbesserung unserer Aufarbeitung, Präventions- und Interventionsarbeit.

Es gab und gibt in unserer Kirche Taten sexualisierter Gewalt. Es sind keine Einzelfälle. Die Evangelische Kirche wollte Aufklärung zum Ausmaß dieser Gewalt, wenn auch erst sehr spät. So wurde die von der EKD beauftragte „ForuM-Studie“ nach dreijähriger Arbeit im Januar 2024 veröffentlicht: Eine „Forschung zu sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“. Darin wird der Zeitraum von 1946 bis 2020 beleuchtet. Hier finden Sie die gesamte Studie zum Nachlesen: www.forum-studie.de. Das unabhängige Wissenschaftsteam, der Forschungsverbund, hat systemisches Versagen der Evangelischen Kirche analysiert: Minderjährige wurden nicht ausreichend geschützt, von sexualisierter Gewalt betroffene Menschen wurden nicht gehört, begleitet und unterstützt, Täter wurden gedeckt. Mit dieser Studie gibt es eine Zäsur in unserer Kirche, denn die Ergebnisse zeigen auch: Es gibt Faktoren, die den Missbrauch begünstigt oder nicht verhindert haben. Betroffene Menschen kommen in der Studie ausführlich mit ihren Perspektiven auf die Täter und die kirchlichen Strukturen zu Wort. Was sie erlitten haben, wird zur Sprache gebracht. Ohne ihre Beharrlichkeit, oft auch gegen die administrativen Hürden und Abwehrhaltungen, wäre die Aufarbeitung nicht dort, wo sie heute steht. Die Landeskirche hat sich an der Zuarbeit zur ForuM-Studie gemäß den Vorgaben beteiligt. Sie haben sicherlich gehört und gelesen, dass in der Zuarbeit zu einem Teilprojekt der Studie Disziplinarakten der Pfarrpersonen seit 1946 ausgewertet wurden. Gemeldet wurden für den genannten Zeitraum aus der EKBO und ihren Vorgängerkirchen 41 Beschuldigte, davon 39 Pfarrer und 2 kirchliche Mitarbeiter. Wir gehen von 116 Betroffenen für diesen Zeitraum aus. Viele Personalakten sind noch nicht gesichtet. Das erfordert nächste Verabredungen und Schritte. Schon jetzt ist deutlich: Mit dieser Studie haben wir eine wichtige Arbeitsgrundlage für nötige Maßnahmen, für noch mehr Anstrengungen, aber damit ist das, was wir mit Aufarbeitung verbinden, längst nicht abgeschlossen. Wir sind mittendrin.

Die über vierzig Empfehlungen der Studie werden für eine verbesserte und weiter professionalisierte Arbeit mit allen Menschen, die sich unseren Gemeinden anvertrauen, besonders in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wesentlich sein. Was ein gemeinsam abgestimmtes, nach einheitlichen Standards verbessertes Arbeiten in der Prävention und Intervention bedeutet, wird auf allen Ebenen der Evangelischen Kirche beraten und dann gemeinsam beschlossen.

Jetzt braucht es Zeit, nicht nur zur Lektüre der Ergebnisse, sondern auch zum klärenden Austausch, für Fragen und erste Antworten, und zwar in geschützten Gesprächsräumen. Beschweigen wäre dagegen toxisch. Es geht um Vertrauen und Glaubwürdigkeit und um die Veränderbarkeit von Strukturen in unserer Kirche. Es kann nicht nur um einige Nachjustierungen, um einzelne Aspekte oder Richtlinien gehen. Vielmehr befragen wir miteinander unsere Haltung, unsere Kultur und Sprache mit Blick auf Gewalt und diese besonders schwerwiegende Gewaltform.

Wenn Sie Fragen, Rückmeldungen oder Anregungen zum Umgang mit der ForuM-Studie an die Landeskirche haben, können Sie unter anderem die Landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit sexualisierter Gewalt, Frau Marion Eckerland (m.eckerland@ekbo.de; Tel: 03024344-423) kontaktieren. Material zur Präventionsarbeit und den Verhaltenskodex, der an jeden kirchlichen Ort gehört, stellt die kreiskirchliche Ansprechperson für Prävention und Krisenintervention, Frau Roswitha Döring (roswitha.doering@gemeinsam.ekbo.de; Tel: 015209015589) zur Verfügung. Sollten Sie von sexualisierter Gewalt betroffen sein oder einen Verdacht haben und Sie suchen nach einer Möglichkeit der anonymen und vertraulichen Beratung, dann steht für Sie folgende externe Ansprechstelle zur Verfügung:

Wendepunkt e.V.
Tel.: 0800 5 70 06 00 (kostenfrei)
Mo 11:00-12:30 Uhr
Mi  16:00-17:30 Uhr

Mail: vertrauensstelle-ekbo@wendepunkt-ev.de

Wendepunkt e.V. gibt gegenüber der Landeskirche keine Auskunft über die Inhalte der Telefonate.

Roswitha Döring

Gemeindepädagogin (FS)
Präventionsbeauftragte und
Ansprechperson in Fällen sexualisierter Gewalt

R.-Breitscheid-Str. 38

16816 Neuruppin

Telefon: 03391–775 3070
Mobil: 0152-090 155 89

E-Mail: roswitha.doering @ gemeinsam.ekbo.de

Spenden

Spenden für Kollekten

Kollekten unterstützen diakonische Projekte, helfen den eigenen Kirchengemeinden oder finanzieren Partnerkirchen weltweit: Kollekten sind eine wichtige Einnahmesäule für die Finanzierung kirchlicher Arbeit und werden traditionell im Gottesdienst gesammelt.

Unterstützen Sie den Evangelischen Kirchenkreis Wittstock-Ruppin oder unsere zahlreichen sozialen und kirchlichen Projekte in den Gemeinden durch eine Spende! Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen.

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