Bechliner Kirche

Der frühgotische Feldsteinbau wurde Mitte des 13. Jh. als Wehrkirche errichtet. Das erklärt auch die schmalen, hoch eingemauerten Fenster und die bis zu zwei Meter dicken Mauern. Der ursprünglich über die Schiffshöhe hinausgehende massive Westturm wurde wohl 1638 beschädigt und im 18. Jh. durch den bretterverschalten Aufsatz mit Zeltdach ersetzt.

Der hohe Innenraum wird durch eine barocke Flachdecke mit Stuckprofilen bedeckt. Der Wandputz ist in größeren Bereichen möglicherweise noch mittelalterlich. Im Osten bildet der prächtige hölzerne Kanzelaltar von 1713 den Abschluss. Er ist ein Zeugnis barocker Schnitzplastik im Ruppiner Land. Die geschwungene Kanzel wird von Säulenpaaren flankiert und von einem Giebel mit den Figuren der vier Evangelisten und der Strahlenglorie bekrönt. Ein besonderes Detail am Altar ist die Sanduhr von 1725.

Taufe, Pfarr- und Patronatsgestühl, Gemeindegestühl und Westempore stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jh.. Die neogotische Orgel wurde 1857 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock gebaut und 1957 renoviert. Zum weiteren Inventar gehören drei prächtige neobarocke Messing-Kronleuchter mit Kerzenbeleuchtung, Ölgemälde mit den Bildnissen der Pastoren Johann Christoph Seger (1724 – 73) und Johannes Sarnemann (1582 – 1621) und die „Freiheitskrone“ aus Zinn, nach 1815 gestiftet zur Erinnerung an die Befreiungskriege.

Auf Grund ihrer stattlichen Größe und sorgfältigen Feldsteinmauerung zählt die Bechliner Kirche zu den bemerkenswertesten mittelalterlichen Dorfkirchen des Ruppiner Landes. Sie ist ein im Äußeren weitgehend unverändert bewahrtes Zeugnis früh-gotischer Baukunst. Mit ihrer Ausstattung dokumentiert sie mehrere Jahrhunderte religiösen Lebens und künstlerischen Schaffens.

Textliche Zusammenstellung und Fotos (Kirche): Martin Birke (Quelle: Denkmale in Brandenburg, Märkische Allgemeine/Ruppiner Tageblatt - 12.02. u. 29.09.08)