Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin
Offene Kirche
Am 27.06. und 28.06. stehen die Türen der Klosterkirche von 9 bis 18 Uhr offen - zum Durchatmen und Abkühlen.
An folgenden Tagen ist die Klosterkirche von 12.00 - 15.00 Uhr für Sie geöffnet:
DI 02.06. - FR 05.06.
DO 11.06. - SO 14.06.
DI 16.06. - FR 19.06.
DO 25.06. - SO 28.06.
DI 30.06. - FR 03.07.
DO 09.07. - SO 12.07.
Gottesdienst: immer sonntags um 10.00 Uhr
Während des Gottesdienstes sind Besichtigungen nicht möglich.
Die ehemalige Dominikanerkirche erhebt sich auf einer leichten Anhöhe nahe dem Ufer des Ruppiner Sees. Sie ist von einer mit Bäumen umpflanzten Grünfläche umgeben, die daran erinnert, dass 1841 nach erhaltenen Plänen des Potsdamer Gartenbaudirektors Peter Joseph Lenné (1789-1866) eine parkähnliche Anlage geschaffen werden sollte, die zwar begonnen, jedoch nicht vollendet wurde.
Die Klosterkirche gehörte ursprünglich zu einem Dominikanerkloster, dem ältesten uns bekannten in der Mark Brandenburg, das etwa 1230 durch Gebhard von Arnstein, Graf von Lindow und Herr von Ruppin, gegründet wurde. Sie ist eine der ältesten Backsteinhallen in der Mark.
Es wurde der Ruppiner Mönchskonvent bereits 1246 unter seinem 1. Prior, Wichmann von Arnstein, dem jüngeren Bruder des regierenden Grafen, offiziell bestätigt.
Die Mönche dienten der gräflichen Herrschaft als Lehrer und Erzieher, als Prediger und Beichtvater, und der auch bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaute Chor dieser Kirche als Begräbnis-stätte des Grafengeschlechts.
An den Chor wurde um 1280 bis 1290 die gotische Hallenkirche angebaut. Sie ist der älteste Saalbau im mitteldeutschen Raum mit einer Deckenhöhe von fast durchgehend etwa 13 m im Hauptschiff und in den schmalen Seitenschiffen. Die gesamte innere Länge der Kirche beträgt 62,5 m, wovon der ungewöhnlich lange Chorraum mit 30,5 m fast die Hälfte der Gesamtlänge einnimmt. Gesichert ist, dass die Kirche 1300 fertig stand, etwa so, wie wir sie kennen, natürlich ohne die gewaltigen Türme.
In Neuruppin rufen jetzt drei Gussstahlglocken zum Gottesdienst. Es ist bekannt, dass eine große Glocke 1488 zersprang und eine zweite, angefertigt von dem berühmten niederländischen Glockengießer Gerhard de Wou (um 1440-1527), auch bald Schäden aufwies und sie unbenutzbar machten.
Im Jahre 1465 zerstörte ein Brand das Kloster mit allen seinen Gebäuden. Der Wiederaufbau war 1488 beendet. Durch die eingeführte Reformation in der Mark Brandenburg wurde auch in Neuruppin das Klosterleben beendet. Die Klostergebäude wurden noch 1611 als Krankenhaus für Pestkranke genutzt und verfielen späterhin.
Auf Anordnung des Königs Friedrich Wilhelm III. wurde die Neuruppiner Klosterkirche in den Jahren 1836 - 1841 gründlich wiederhergestellt. Die Bauarbeiten leitete Karl Friedrich Schinkel, der in Neuruppin als Sohn des Pfarrers und späteren Superintendenten Schinkel geboren war.
Die Orgel der Klosterkirche - faszinierend!
Die Orgel in der Klosterkirche Neuruppin wurde in den Jahren 1983/84 von der Orgelbauwerkstatt Sauer (Frankfurt/Oder) gebaut und am 12. April 1984 geweiht.
Sie wurde damals als neobarockes Instrument mit 24 klingenden Stimmen (Registern) auf von 2 Manualen und Pedal entworfen. Damit lässt sich also barocke Orgelmusik, wie z.B. die von Bach besonders gut darstellen.
Das Klangbeispiel mit Ausschnitten aus Samuel Scheidts "Magnificat" verdeutlicht den schönen und ausgewogenen Klang den die Orgel bereits in ihrer damaligen Gestalt hatte.