Wulkower Kirche
Die Kirche, erste schriftliche Erwähnung 1541, steht im Zentrum des Dorfes. Der spätgotische Bau ist eine Saalkirche mit hohem westlichem Dachturm. Der oft wiederhergestellte quadratische geschieferte Turm mit hohem achteckigem Spitzhelm wächst am Westende der Kirche aus dem Kirchendach. Die Wände der Kirche sind Mischmauerwerk, bestehend aus gespaltenen Feldsteinen und Ziegelbruchstücken. Die vier Gebäudeecken sowie Laibungen und der Ziergiebel der Ostseite sind in Backstein.
Der Ostgiebel ist im oberen Teil als Ziergiebel mit gestaffelten Rundbogenblenden zwischen schmalen, kantigen Pfeilern, die über die Dachlinie hinausschießen, ausgeführt. Im unteren Teil des Giebels sind zwei kleine Rundbogenfenster (18. Jh., einfache Bleiverglasung) und eine kleine verputzte Nische eingearbeitet. Der Altar von 1709 besteht aus einer einfachen Mensa aus Backstein.
Die barocke hölzerne Altarwand, 1961 restauriert, ist dreiteilig angelegt. Im Mittelteil befindet sich der polygonale, geschwungene Kanzelkorb. Dieser ist mit reichhaltigem Akanthusschmuck versehen. Über der Kanzel befindet sich ein verzierter Baldachin, darunter hängend, ein sich drehender vergoldeter Engel.
Auf der Westempore ist eine modern-gotisch, aus dem 19. Jh. stammende Orgel aufgestellt. Die Orgel hat ein Manual und verfügt noch über einen Blasebalg mit Fußantrieb. Dieser ist durch ein elektrisch betriebenes Gebläse ersetzt.
Am Ostende der Nordwand befindet sich eine kleine Priesterpforte, Eingang zur Sakristei. Eine gleichartige Tür am Ostende der Südwand wurde im Zusammenhang mit dem neogotischen Gruftanbau für die Familie v. Schenkendorf im Kircheninneren vermauert. 1850 erhält dieser Anbau eine Schaufassade in Backsteinbau. Im Bogenfeld des Portals oberhalb des Türsturzes ist ein Relief des segnenden Christus eingearbeitet. Unterhalb des Reliefs, in Stein gemeißelt, ist zu lesen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt der wird leben ob er gleich stürbe. Joh. 11,95“. 1952 wird der Gruftanbau zur Leichenhalle umgestaltet.
Das neugotische Westportal (Mitte des 19. Jh.) ist vorgesetzt und in Backsteinbau ausgeführt. Die Emporen (um 1709) umziehen drei Seiten und laufen ostwärts gegen die großartige Kanzelwand. An den Brüstungen der Empore der Nord- und Südseite sind je sechs und an der Westseite zwei Tafelbilder mit Darstellungen aus Genesis (Südseite) und aus dem Leben Christi (Nordseite) zu sehen. Die Taufe (um 1709), 1961 restauriert, besteht aus Holz, sechseckig über Mittelstütze mit einer Taufschale (1678), spätgotisch, aus Messing. Das Patronats- und Gemeindegestühl (18. Jh.), in lichtgrauer Farbgestaltung, ist vollständig erhalten. Mit dem gut erhaltenen spätgotischen Baubestand und der vielfältigen, in großer Geschlossenheit bewahrten Ausstattung, ist die Wulkower Kirche eine der bemerkenswerten Ruppiner Landkirchen.
Zusammengestellt und Fotos: Volkward Busat, Quellen: Kunstdenkmäler Brandenburg, Denkmale in Brandenburg, Landkreis OPR, Bd. 13.1