Wuthenower Kirche

Die Wuthenower Pfarre gehört zu den ältesten Ruppins. Der Visitationsbericht von 1541 nennt die Kirche als Mutterkirche von Neuruppin. Später wurde sie ihrerseits Tochterkirche Neuruppins und von den dortigen Kaplanen kuriert. Patronatsrecht hatte die Landesherrschaft bzw. das Amt Alt Ruppin. Das Gotteshaus prägt durch seine erhöhte Lage das Ortsbild. Es folgte 1836/37 drei Vorgängerbauten aus dem 13., 16. und 18. Jhd.. Der letzte wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

Die neue Kirche wurde unter der Leitung von Baukondukteur CHRISTIAN LUDWIG JAKOBI in Anlehnung an die von Schinkel entworfene „Normalkirche“ gebaut. Da es an Geld mangelte, sollte die neue Kirche ohne Turm errichtet werden wie auch die im gleichen Stil erbaute Kirche von Krangen. Durch den Einsatz des Landrats von Ziethen bei Bischof Neander wurde schließlich von der Regierung das Geld für den Turm bewilligt.

Der verputzte Ziegelbau mit Satteldach wurde im klassizistischen Rundbogenstil mit kräftig abgestuftem Gesimse ausgeführt. Westlich steht ihm ein Querbau mit Satteldach vor, darauf in der Mitte der kurze Turm mit Pyramidendach.

Der Raumeindruck des Kircheninneren, geteilt in Vorhalle und rechteckigem Saal, wird bestimmt von der dreiseitig umlaufenden Empore, dem schlichten Gestühl und dem Kanzelaltar vor der Ostwand. Alles im ursprünglichen Zustand erhalten. Der helle Kirchenraum mit seiner Anordnung von Altar, Taufe und Kanzel entspricht dem Verständnis Schinkels, wonach Predigt, Liturgie und Sakrament gleichgewichtig sind.

Zur Ausstattung gehören auch drei Ölgemälde. Besonders erwähnenswert ist das von Heinrich Krüger 1694 auf Leinwand gemalte „Prospectus Ruppinensis ac Wuthenowiensis“. Es zeigt die Fahrt des Neuruppiner Pfarrers und Küsters in Begleitung Christi über den See nach Wuthenow. Bemerkenswert als eine der ältesten erhaltenen Neuruppiner Stadtansichten, restauriert 1934 von Walter Kuphal.

Links im Altarraum befindet sich das Gemälde „Christus mit der Weltkugel“ aus der zweiten Hälfte des 17. Jh., 1857 restauriert. Auf der gegenüberliegenden Seite hängt das Bildnis Martin Luthers von C. Wernicke, gemalt 1837. Auf der Empore befindet sich die 1857 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock gebaute Orgel. Die Prospektpfeifen wurden im ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Ein neuer Prospekt wurde 1921 von Orgelbaumeister Hoffmann, Neuruppin, eingebaut. 1956 erfolgten umfangreiche Baumaßnahmen zur Anpassung an die Bedürfnisse der Gemeinde. Unter der Orgelempore wurde ein Teil des Kirchenschiffs als beheizbarer Gemeinderaum abgeteilt. Im nördlichen Emporenaufgang entstand ein Zimmer für Unterrichtszwecke.

Die Wuthenower Kirche gehört zu den qualitätsvollsten, noch zu Lebzeiten Schinkels entstandenen klassizistischen Dorfkirchen der Mark Brandenburg. Sie ist durch ihre erhöhte Lage von großer Fernwirkung. Sie war Anlass, bei der Neugestaltung des Neuruppiner Klosterkirchplatzes Anfang des 20. Jh., die Stadtmauer für Blickachsen zu öffnen.

Erfahren Sie hier mehr über die Gemeinde Wuthenow und die Schinkelkirche

www.kirche-wuthenow.de

Textliche Zusammenstellung: Martin Birke (Quellen: Denkmale in Brandenburg/Stadt Neuruppin, Homepage: www.kirche-wuthenow.de)

OFFENE KIRCHE

Aktuell ist die Kirche nur zu Gottesdiensten und Veranstaltungen geöffnet.
Anfragen richten Sie bitte an das Gemeindebüro, Tel.: 03391 2597